Aufrufe
vor 4 Jahren

Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

  • Text
  • Patienten
  • Berlin
  • Kliniken
  • Medizinischen
  • Behandlung
  • Ausland
  • Internationale
  • Internationalen
  • Deutschland
  • Medizinische
Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

Berliner Kliniken, die am Geschäftsfeld „Medizintourismus“ partizipieren wollen, sollten ein solches Office, am besten als Profitcenter, einrichten. Bei kleineren Kliniken oder niedergelassenen Ärzte ist ein gemeinsames Betreiben einer solchen Organisationseinheit zu empfehlen. Damit die Kliniken nicht nur den Patienten einen möglichst angenehmen stationären Aufenthalt bieten, sondern auch zusätzliche Einnahmen aus der Unterbringung von Begleitpersonen erzielen, gelten Hotel- oder Komfortstationen bzw. Gäste/Boarding Houses als gute Optionen, um diese Ziele zu erreichen und die Servicequalität zu erhöhen. Besonders für Kliniken mit einem Aufkommen an stationären internationalen Patienten von mehr als 300 pro Jahr sind derartige Unterbringungsmöglichkeiten eine Alternative, um das Geschäftsfeld zu professionalisieren. Zudem profitieren auch die Inlandspatienten von den komfortableren Zimmern. Hotellerie Wenn sich die Patienten aus den arabischen Staaten im Hotel wohlfühlen sollen, ist es empfehlenswert die Zimmer und den Service an deren Gewohnheiten anzupassen. Eingepackter Koran, Mekka-Pfeil, Kochgelegenheiten auf dem Zimmer, halal Speisen, arabische TV-Kanäle oder extra Badezeiten für Frauen sind in auf diese Klientel spezialisierten Häusern durchaus üblich. Eine Verbindung von Hotel und Medizin, zum Beispiel über eine internistische Praxis oder eine Schönheitsklinik im Hotel, ist dagegen vergleichsweise selten. Hotels, die eine gesundheitstouristische Ausrichtung zur besseren Profilierung im Wettbewerb anstreben und über die Flächenkapazitäten verfügen, hätten so die Gelegenheit, mehr als nur Medical Wellness anzubieten. Beispiele für eine solche Symbiose sind die Praxisgemeinschaft im CongressHotel am Stadtpark in Hannover oder die Privatklinik im Breidenbacher Hof in Düsseldorf. Letztere ist 500 Quadratmeter groß, hat drei Operationssäle, befindet sich im fünften Stock des Hotels und hat etwa drei Millionen Euro gekostet. Die internationalen Patienten sorgen nicht nur für Einnahmen in der Klinik, sondern ebenfalls für eine Steigerung der Zimmerauslastung um fünf Prozent und eine erhöhte Nachfrage nach Suiten. Es wäre wünschenswert, wenn die Berliner Hotellerie eine stärkere Zusammenarbeit mit medizinischen Anbietern suchen würde, um medizinische Dienstleistungen wie beispielsweise CheckUps ins Hotel zu holen. Wirtschaftsförderung/Tourismuspolitik Bisher erfolgt die Vermarktung der Medizintourismusdestination Berlin primär über die Berlin Tourismus & Kongress GmbH und Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, in der Regel über das Webportal visitBerlin, Publikationen, Messen sowie Veranstaltungen und Delegationsreisen. Das aus wenigen Kliniken und Praxen bestehende Netzwerk kann allerdings nur einen Teil der für eine bessere Positionierung der Stadt notwendigen Leistungen erfüllen. Für eine ganzheitliche Abwicklung aller Facetten des Medizintourismus wäre eine zentrale Organisationsstelle, eine Agentur oder ein Netzwerk, besser geeignet. Externe Aufgaben einer solchen Einrichtung könnten sein: • einheitliche, aktive Vermarktung der medizinischen und nicht-medizinischen Dienstleistungen der Kliniken und Krankenhäuser in Berlin-Brandenburg im Ausland • Akquisition von Ministerien, Gesundheitseinrichtungen, Versicherungen und Unternehmen für den Abschluss von Versorgungsverträgen und die spätere aktive Steuerung der 66

Patientenströme, beispielsweise auch durch Niederlassungen in den Zielregionen im Ausland bei Botschaften oder Organisationen • Positionierung der Einrichtung als zentrale Kontaktstelle für die Zielgruppen, Schaffung von Welcome-Points, z.B. am neuen Berliner Flughafen • Bereitstellung der nicht-medizinischen Dienstleistungen, die außerhalb des Versorgungsauftrages der Krankenhäuser und Kliniken liegen. • Integration von Drittleistungsanbietern (Dolmetscher, Apotheken, Sanitätshäuser, Reiseveranstalter etc.) Intern hätte eine solche Einrichtung Aufgaben wie: • Schaffung und Implementierung einheitlicher Prozesse für die Behandlung der ausländischen Patienten (finanziell, organisatorisch und medizinisch) • aktive Steuerung der beteiligten Glieder der Prozesskette • Vereinheitlichung der Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen, wie z.B. Kliniken, Botschaften, Versicherungen, Vermittler etc. • Beratung der Krankenhäuser, die sich international positionieren und vermarkten möchten • Unterstützung bei Forderungsmanagement/Inkasso • Schaffung und Kontrolle der einheitlichen Qualitätsstandards bei der Behandlung der internationalen Patienten, Organisation von Schulungen/Weiterbildungsveran-staltungen • Schaffung und Implementierung des einheitlichen elektronischen Informations- und Organisationssystems Erstellung von Vertragsmustern und gemeinsamen Dokumenten wie Anamnesebögen Marktforschung/Aufbau eines Kennzahlensystems • Abstimmung in Vermarktung und Vertrieb mit anderen Akteuren der Gesundheitswirtschaft wie Medizintechnik, Arzneimittelindustrie, Health-IT oder wissenschaftlichen Einrichtungen • Unterstützung und Beratung der medizintechnischen Unternehmen des Landes bei der Kontaktaufnahme im Ausland • Übergreifende Gewinnung sowie Steuerung der Aus- und Weiterbildung der ausländischen Ärzte in den Kliniken (Gastarztprogramme), Organisation von Veranstaltungen/Delegationsreisen • Aufbau des Dienstleistungsnetzwerks. Eine Finanzierung einer solchen branchenübergreifenden Einrichtung kann über ein PPP-Modell mit einer Beteiligung der Länder sowie von Organisationen, Unternehmen und medizinischen Einrichtungen erfolgen. 67

Publications in English

Publikationen auf deutsch

Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik
Schienenverkehrstechnik
Verkehrstelematik
Logistik
Automotive in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Aerospace Industrie
Biotech- und Pharmaindustrie
Forschung für die Gesundheit
Gesundheitsversorgung und Prävention
Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015
Clusterbroschuere Gesundheitswirtschaft
Prävention und Gesundheitsförderung
Rehabilitation in Berlin und Brandenburg
Games Industrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Digitale Wirtschaft in Berlin
Fernsehen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Fashion in Berlin
Best Practice Wireless in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Medien und Kreativwirtschaft in Berlin-Brandenburg
Turbomaschinen und Kraftwerkstechnik
Energienetze und -speicher in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Kreislaufwirtschaft in Berlin
Wasserwirtschaft in Berlin
Energietechnik in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft
Service Packages für Unternehmen in Berlin
Unternehmensservice in den Berliner Bezirken