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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

65,5% 227,3% 175,8%

65,5% 227,3% 175,8% -29,0% 26,9% 66,9% 102,9% 45,3% 105,7% 46,3% 341,6% 58,8% 125,6% Stationäre Auslandspatienten 2013 weniger als 1.000 24,9% 1.000 bis < 2.000 112,1% 2.000 bis < 5.000 162,8% Bundesrepublik 5.000 bis < 10.000 10-Jahres-Zuwachs: 87,6% mehr als 10.000 Abb. 18: 10-Jahres-Zuwachsrate bei stationären Auslandspatienten nach Bundesländern (2004-2013) Quelle: Eigene Berechnung anhand teilweise korrigierter Daten des Statistischen Bundesamtes Aus der sehr guten Entwicklung der Patientenzahlen in Berlin über diesen langen Zeitraum lässt sich auch einen positiven Trend für die Zukunft ableiten. Bei gleichbleibenden Zuwachsraten sind mittelfristig zwischen 15.000 und 20.000 stationäre sowie 25.000 bis 30.000 ambulante Auslandspatienten in Berlin-Brandenburg denkbar. 4.3.2.2. in den Zielmärkten GCC/GUS Berlin ist in beiden Zielmärkten gut aufgestellt. Im GUS-Segment hat Berlin nach Bayern die meisten Patienten. Ebenso wie in Hamburg haben aktuell die Patienten aus der GUS einen Anteil von über 35 Prozent und stellen die mit Abstand wichtigste Auslandspatientengruppe dar (vgl. Abb. 19). Brandenburg weist einen Anteil von acht Prozent auf und befindet sich im unteren Mittelfeld. Als vorteilhaft für die Region erweisen sich die zahlreichen Verbindungen noch aus der DDR-Zeit wie Auslandsstudium, bevorzugtes Urlaubsland oder die damalige Stationierung russischer Truppen. Sie haben bei den ehemaligen Sowjetbürgern Erfahrungen mit dem Standort Berlin/Brandenburg geschaffen, die sich heute bei einer Entscheidung für einen Behandlungsort positiv auswirken. Auch die starke russischsprachige Gemeinde sowie die Sprach- und Kulturkenntnisse der deutschen Bevölkerung unterstützen diese Entwicklung. Da sich der Markt in der Vergangenheit ausgezeichnet entwickelt hat, konnte Berlin von der steigenden Nachfrage profitieren. Allerdings birgt die relativ große Abhängigkeit von nur einem Quellmarkt auch ein gewisses Risiko. Sollte es aufgrund der derzeitigen politischen Situation zu einem anhaltenden 52

Rückgang der Patientenzahlen aus Russland und der Ukraine kommen, würde dies sich entsprechend stark auf den Standort auswirken. Abb. 19: Stationäre Auslandspatienten aus der GUS nach Bundesländern und deren Zuwachsrate in 2013 Quelle: Eigene Darstellung, Daten des Statistischen Bundesamtes 2015 Auch wenn die mediale Berichterstattung es teilweise anders vermuten lässt, kommt eine vergleichsweise geringe Anzahl von Patienten aus der Golfregion zur Behandlung nach Deutschland. Diese konzentrieren sich zudem auf wenige Bundesländer bzw. Städte. Wie in Kap. 4.1.1. bis 4.1.3. bereits beschrieben, organisieren Botschaften und Konsulate die meisten Behandlungsaufenthalte. Städte, in denen sich solche Einrichtungen befinden, weisen demzufolge auch eine hohe Anzahl an arabischen Patienten auf. München, Berlin, Bonn und Frankfurt am Main zählen zu diesen Medizintourismusdestinationen. Nur rund sechs Prozent aller Auslandspatienten in Berlin kommen aus den GCC-Staaten (vgl. Abb. 20). Der Anteil ist aber doppelt so hoch wie der in NRW. Berlin zählt zur Spitzengruppe im bundesweiten Vergleich, denn in Bayern und Baden-Württemberg verteilen sich die Patienten auf mehrere Großstädte. Brandenburg partizipiert dagegen an diesem Markt kaum. 53

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