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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

4.3. Darstellung des

4.3. Darstellung des nationalen Wettbewerbs um internationale Patienten 4.3.1. Kurzüberblick über den internationalen Wettbewerb Rund 40 Länder sind weltweit im Segment Medizintourismus stark engagiert, weitere 60 Nationen verfügen über einzelne Kliniken mit einer Anziehungskraft für internationale Patienten (vgl. Abb. 16). Als führende Destination gilt Südostasien. Schätzungsweise zwei Millionen ausländische Patienten lassen sich jährlich in Thailand, Singapur, Indien und Malaysia behandeln. Davon sind allerdings nur rund 30% geplante Eingriffe. Ungefähr je 30.000 internationale Patienten reisten auf die Philippinen, nach Südkorea, Japan oder Hongkong. Zentrales Entscheidungskriterium für eine Behandlung im südostasiatischen Raum sind die vergleichsweise günstigen Behandlungskosten. Aufgrund des einwohnerstarken Einzugsbereiches - 60 Prozent der Weltbevölkerung leben auf dem asiatischen Kontinent - kommt der überwiegende Teil der Medizintouristen aus asiatischen Nachbarländern. Rund 40 internationale Wettbewerber existieren starke Wettbewerber mittelstarke Wettbewerber schwache Wettbewerber Juszczak © 2014 Seite 15 Abb. 16: Internationale Wettbewerber im Medizintourismus Die Mehrzahl der Eingriffe in diesen Ländern sind den Bereichen plastisch-ästhetische Chirurgie, Lasikund Zahnbehandlungen zuzuschreiben. Kombiniert mit einer Urlaubsreise lassen sich preiswerte Behandlungen, die in der Regel nicht von Krankenversicherungen getragen werden, im Paket buchen. Eine Vielzahl von Spezialreiseveranstaltern und Patientenvermittlern bietet Festpreis-arrangements an, die neben der medizinischen Behandlung oder Medical Check-Ups auch Flüge, Hotelunterkunft und touristisches Rahmenprogramm enthalten. 48

Die arabischen Länder der Golf- und der Maghreb-Region gelten primär als Quellmärkte. Einzig Jordanien mit fast 250.000 Auslandspatienten pro Jahr und Israel spielen als Zieldestinationen im regionalen Medizintourismus im arabischen Raum eine Rolle. Nach Israel kommen vor allem Patienten aus den GUS-Staaten, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Zypern oder der Türkei. Den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Wandel vom Quell- zum Zielland, trotz gigantischer medizinischer Investitionsvorhaben wie der Dubai Healthcare City, bislang nicht gelungen. Mehr als zwei Drittel aller internationalen Patienten reisen zur Behandlung in asiatische Länder. Der Rest verteilt sich etwa gleich auf Europa sowie Süd- und Mittelamerika. In den afrikanischen Staaten kann eine medizinische Maximalversorgung aufgrund fehlender Therapiemöglichkeiten oder technischer Ausstattung meist nicht gewährleistet werden. Nur einzelne Länder wie Tunesien, mit ca. 20.000 Auslandspatienten, oder Südafrika ziehen ein internationales Gesundheitsklientel an. So suchen rund zehntausende Patienten im Jahr wegen plastisch-chirurgischer Eingriffe, Zahnbehandlungen, Augenlaseroperationen, Pränataldiagnostik oder In-vitro-Fertilisation Ärzte vor-nehmlich in Johannesburg oder Kapstadt auf. Allerdings steht bei diesen Behandlungsreisen in der Regel auch das Urlaubsmotiv im Vordergrund. Als ebenfalls preislich attraktiv gelten medizinische Behandlungsreisen nach Osteuropa. Mehr als Hunderttausend Patienten aus Westeuropa und Russland lassen jährlich in Polen, Tschechien, Ungarn, der Türkei oder der Ukraine ambulante Eingriffe in den Bereichen Schönheitschirurgie, Zahnmedizin und Augenheilkunde durchführen. Hinzu kommen die Kur- und Wellnessaufenthalte in diesen Ländern. Welchen Anteil die Medizinreisen mittlerweile am Tourismusmarkt haben, lässt sich schwer abschätzen. Allerdings lassen sich laut Auskunft der Tourismusämter in den jeweiligen Medizindestinationen bis zu einem Drittel aller Hotelübernachtungen dem Gesundheitstourismus zurechnen. Der Reisestrom verläuft aber keineswegs nur in eine Richtung. Ärztemangel und schlechtere Behandlungsmöglichkeiten sorgen für einen kontinuierlichen Anstieg der Behandlungszahlen osteuropäischer Patienten in den westlichen Industrieländern wie Belgien, Deutschland, Frankreich oder Großbritannien. Zukünftig könnten noch mehr Mediziner aus Polen, Rumänien oder den Baltischen Staaten nach Westeuropa abwandern, denn tausende Stellen in Deutschland, England oder Skandinavien sind unbesetzt und die Verdienstmöglichkeiten im Ausland sind sehr viel höher. Dadurch verschlechtern sich die Behandlungsmöglichkeiten vor allem in den Kliniken im Heimatland, so dass der innereuropäische Medizintourismus weiter zunehmen wird. Neben Osteuropäern suchen ebenso Patienten aus Großbritannien, Skandinavien oder den Niederlanden medizinische Hilfe im Ausland. In bestimmten Bereichen, wie der Orthopädie (Knie- und Hüftendoprothetik, Bandscheiben), der Kardiologie, der Radiologie oder der Augenheilkunde herrscht dort eine medizinische Unterversorgung. Daraus ergeben sich zum Teil Wartezeiten auf eine Behandlung von über einem Jahr. Zielländer sind beispielsweise Deutschland, Belgien, Frankreich, Zypern, Malta oder die Schweiz. Aufgrund der Krankheitsbilder und der Abrechnungsmöglichkeiten fallen die Erlöse innereuropäischer Patienten für die Kliniken deutlich geringer aus als die 49

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