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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

In einer

In einer repräsentativen Umfrage des Kiewer Gorshenin Institute 31 beurteilen die Ukrainer ihr Gesundheitssystem sehr schlecht. 80 Prozent der 1.000 Befragten zeigten sich mit der Qualität der angebotenen medizinischen Dienstleistungen unzufrieden. In den Top-10 der angeführten größten Probleme des ukrainischen Gesundheitswesens ist die Hälfte finanzieller Natur. Abb. 14: Größte Probleme des ukrainischen Gesundheitswesens Quelle: Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen 2012 Mit Ausbruch der Russland-Ukraine-Krise hat sich die medizinische Versorgung im Land drastisch verschlechtert. Es fehlt an Medikamenten und Verbandsmaterial, an Benzin für Krankenwagen, selbst an Essen in einigen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Ärzte und Pflegepersonal erhalten nur unregelmäßig ihre Gehälter. Eine drohende Staatspleite und damit der Zusammenbruch des Gesundheitssystems sind denkbar. Es ist daher zu erwarten, dass Ukrainer, die sich trotz des enormen Wertverlustes der Landeswährung Griwna eine Behandlung im Ausland leisten können, dies verstärkt wahrnehmen. Neben Deutschland sind vor allem Weißrussland, Israel und Polen Ziele der ukrainischen Medizinreisenden. Die positive Wirtschaftsentwicklung Kasachstans ist vor allem durch den Reichtum an Bodenschätzen geprägt. Das Land fördert bereits jetzt mehr Erdöl als Katar oder der Oman und könnte mittelfristig sogar die Fördermengen von Kuwait oder den VAE erreichen. Zudem verfügt Kasachstan über bedeutende Gasreserven und gilt als weltweit wichtiger Uranförderer und Kupferexporteur. Die hohen Einnahmen wirken sich auch positiv auf das Gesundheitswesen aus. Im Zeitraum von 2004 bis 2012 haben sich die staatlichen Gesundheitsausgaben von knapp 1 Mrd. auf über 5 Mrd. US-Dollar verfünffacht. 31 zit, n. ForschungsstelleOsteuropa an der Universität Bremen (Hrsg.) 2012 40

Bauprogramme sollen in den nächsten Jahren neue Kliniken, Ambulanzen und Gesundheitszentren schaffen, denn bisher entsprechen nur sehr wenige Kliniken westlichen Standards. Der Staat garantiert für seine 17,7 Millionen Einwohner eine kostenlose medizinische Grundver-sorgung. Eine stationäre Versorgung und weiterführende Behandlungen sind ebenfalls kostenlos, wenn diese von einem Arzt angeordnet werden. Eine gesetzliche Krankenversicherung existiert nicht. Über die freiwillige Krankenversicherung der kasachischen Gesundheits- und Versicherungs-gesellschaft „Interteach“ sind bisher über zwei Prozent der Bevölkerung versichert. Wie in der Ukraine sind die Gehälter für Ärzte relativ niedrig, so dass informelle Zahlungen durchaus üblich sind. In Kasachstan gibt es keine klassische Facharztausbildung, nach einer drei- bis viermonatigen Weiterbildung im Anschluss an das Studium gilt man bereits als „Spezialist“ für eine Fachrichtung. Die Lebenserwartung der Kasachen liegt bei durchschnittlich 68 Jahren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit Abstand die häufigste Todesursache, gefolgt von Krebserkrankungen wie Leukämie, Speiseröhren-, Magen-, Leber- und Prostatakrebs. Es ist zu vermuten, dass Atomwaffentests der ehemaligen Sowjetunion im kasachischen Testareal in Semipalatinsk mit für die Zunahme an onkologischen Erkrankungen verantwortlich sind. Wie in der Ukraine tritt Tuberkolose sehr häufig auf und auch die Kindersterblichkeitsrate ist im Vergleich zu Deutschland um ein Vielfaches höher. In dem Flächenstaat gibt es nur wenige Großstädte, die sich für Marketingaktivitäten deutscher Kliniken eignen. Dies sind Almaty (ehem. Alma-Ata), Astana, Schymkent und Qaraghandy. Eine Verknüpfung von medizinischen Dienstleistungen mit dem Export von Medizintechnik zur Markterschließung erscheint sinnvoll, da Deutschland mit einem Marktanteil von knapp 25 Prozent noch vor den USA und China als wichtigster Lieferant für medizinische Ausstattungen gilt. 32 Eine Plattform für eine solche Kooperation wäre beispielsweise die Kazakhstan International Healthcare Exhibition (KIHE), die Messe für Medizin- und Dentaltechnik in Almaty mit eigenem Medizin-tourismusforum. Neben deutschen Kliniken präsentieren sich dort vor allem die Türkei und die Schweiz mit Kliniken. Neben dem direkten Zugang zu potenziellen Patienten und Multiplikatoren ist auch ein Marktzugang über Regierungsstellen sowie Staatskonzerne wie KasMunaiGas (Öl- und Gasgesellschaft) oder private Unternehmen wie KAZ Minerals (Metallurgie) denkbar. 4.1.6. China Eine medizinische Behandlung im Ausland ist, gemessen an der Gesamtbevölkerung, derzeit nur für sehr wenige Chinesen eine Option. Schätzungsweise 60.000 Patienten aus China suchten jährlich vor allem Kliniken in Taiwan, Südkorea, Japan oder den Vereinigten Staaten auf. 33 Im Fokus stehen dabei insbesondere die Plastische Chirurgie, Medical CheckUps sowie die Versorgung chronischer 32 vgl. Germany Trade andInvest (Hrsg.) 2014, S. 4 33vgl. Chinese Medical Doctor Association 2011 41

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