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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

Abb. 4:

Abb. 4: Dienstleistungsnetz „Internationale Patienten“ Ebenfalls wichtige Partner sind Geschäftsbesorger/Vermittlungsagenturen sowie Dolmetscher. Diese Personen arbeiten nah am Patienten bzw. seinen Begleitpersonen und ihnen obliegt eine gewisse Nachfragesteuerung. Sie übernehmen auf eine Art Gatekeeper-Funktion für die Auswahl von Hotels, Restaurants, Geschäften oder Freizeiteinrichtungen. Immer mehr an Bedeutung bei der Behandlung von internationalen Patienten gewinnt das Thema „Integrierte Versorgung“. Die Patienten oder diejenigen, die die Behandlungsreisen organisieren, mussten sich bisher alle Bausteine eines Behandlungsaufenthaltes oft mühsam selbst zusammensuchen. Internationale Wettbewerber wie die Türkei, Singapur, Ungarn oder Südkorea bieten Lösungen aus einer Hand. Diagnose, Behandlung und Rehabilitation, auch wenn sie in verschiedenen medizinischen Einrichtungen stattfinden, werden als zusammenhängende Leistung kalkuliert und angeboten. Hinzu kommen Leistungen von Sanitätshäusern oder Apotheken sowie die Reiseplanung einschließlich Übernachtungen und touristisches Rahmenprogramm. Für Kliniken ist eine solch übergreifende Organisation aus steuerlicher (Umsatzsteuerrelevanz) und rechtlicher Sicht (Tätigkeit als Reiseveranstalter) allerdings problematisch. Spezialisierte (Reise)Agenturen, möglichst mit Niederlassung in den Quellregionen, wären für die gesamte Reiseorganisation besser geeignet. Eine Klammer für alle Bereiche einer Integrierten Versorgung von Patienten aus dem Ausland bilden E- Health-Anwendungen. Insbesondere eine einheitliche Plattform für die Übermittlung von Patienten- 22

daten, eine online Vorstellung der medizinischen Einrichtung, des behandelnden Arztes/Therapeuten und eine Einführung in das geplante Behandlungsprozedere sollten trotz einiger Investitionskosten eingerichtet werden. Dies würde einen deutlich strukturierteren Ablauf des Aufenthaltes und eine Optimierung der Behandlung auf Grundlage der vorherigen Behandlungen (Stichwort: Elektronische Fallakte) ermöglichen. Des Weiteren spielt die Nachbetreuung eine wichtige therapeutische und psychologische Rolle. Eine standardisierte Nachbetreuung durch eine Videokonferenz sowie das Monitoring entscheidender Vitalparameter würden zu höherer Patientenzufriedenheit und somit einer direkten „Wertsteigerung“ beim Patienten führen. Es wird davon ausgegangen, dass sich somit auch deutlich effizienter weitere Patienten für den Medizintourismus in Berlin gewinnen lassen, denn die Nachsorge ist in den Behandlungskonzepten vieler GCC- und GUS-Ländern gar nicht vorgesehen, weil es diese im Heimatland oft ebenso wenig gibt, wie Präventionsmaßnahmen. Entsprechende E-Health-Angebote, die sich von Deutschland aus steuern und kontrollieren lassen, wären ein konkreter Wett-bewerbsvorteil. 3.2. Aufgaben und Erlöspotenziale einzelner Akteure Aufgrund der schlechten Datenlage sind valide Aussagen über wirtschaftliche Effekte von internationalen Patienten sehr schwer zu formulieren. Schon die Bestimmung einer realistischen Anzahl der Medizintouristen ist nahezu unmöglich, weil die Daten entweder überhaupt nicht (ambulante Auslandspatienten) oder sehr ungenau (stationäre Auslandspatienten) erfasst werden. Je nachdem, wie geeignet das IT-Erfassungssystem ist und wie gründlich die Aufnahme erfolgt, differieren die an das Statistische Landesamt gemeldeten Zahlen. Häufig kommt es daher vor, dass, wenn die Rechnungsadresse eine Botschaft oder eine Vermittlungsagentur in Berlin ist, der internationale Patienten zum deutschen Patienten wird. Ebenso schnell werden aus einzelnen Behandlungsfällen Patienten, wenngleich die Fallzahl deutlich höher als die letztendlich kommunizierte Patientenzahl ist, da unter Umständen mehrere Fälle einem Patienten zugerechnet werden können. Daher erfolgt die Schätzung der Erlöspotenziale anhand von zwei Szenarien. Szenario 1 basiert auf den Angaben des Statistischen Bundesamtes sowie verschiedener nicht repräsentativer Befragungen wie der für diese Analyse durchgeführten Expertenbefragung. Szenario 2 liegen etwas realistischere Annahmen zu Grunde, was Anzahl der Patienten, Erlöse/Umsätze oder die Aufenthaltsdauer betrifft. Diese stammen aus regelmäßigen Befragungen der Hochschule Bonn-Rhein- Sieg sowie der statistischen Analyse von Sekundärquellen im Rahmen von Kooperationen mit medizinischen Dienstleistern und Kostenträgern. Medizinische Einrichtungen Die primäre Aufgabe der medizinischen Einrichtungen im Geschäftsfeld „Medizintourismus“ ist die Planung, Durchführung und Kontrolle der stationären und ambulanten Versorgung der internationalen Patienten. Dies schließt Tätigkeiten wie Behandlungsanfragen bearbeiten, Kostenvoranschläge 23

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