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Leichtbau in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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Branchenstruktur- und Standortanalyse für den Bereich Leichtbau in Berlin und Brandenburg

Potenzialanalyse

Potenzialanalyse Leichtbau 6. SWOT-Analyse und mögliches Zukunftsbild für die Region Auf Basis der Studienergebnisse (Desktoprecherche, Onlinebefragung, Experteninterviews) kann folgende Stärken-Schwächen-Analyse abgeleitet werden (vgl. Tab. 1): Stärken Schwächen • zahlreiche Unternehmen mit Leichtbaukompetenzen in der Region vorhanden • starke Leichtbau-(material-)Forschung vor Ort mit internationaler Strahlkraft • Schwerpunktbildung im Mobilitätsbereich erkennbar (Automotive und insbesondere Schienenfahrzeugbau) • Spezialisierung in Richtung der Materialien Metall und Kunststoff • gute Innovationslandschaft/gutes Ökosystem mit Leichtbaubezug • Masterplan Industrie als Grundlage für zielorientierte industriepolitische Schwerpunktsetzung • fehlende OEMs (und deren Entwicklungszentren) im Bereich Leichtbau in der Region • kein eigenes Förderprogramm für Leichtbau im Gegensatz zu anderen Leichtbauregionen • Potenzial der Region für den Leichtbau nach außen nicht ausreichend wahrgenommen Chancen • Leichtbau als Technologie mit „Game-Changer“- Potenzial, hohe Wachstumsraten am Markt (8 - 10 %) • neue Materialien (Verbundmaterialien) und Technologien (Additive Fertigung) eröffnen hohes Potenzial für den Leichtbau • Breite Unterstützungsmöglichkeiten für Start-ups • digitale Technologien als Schwerpunkt in der Region als Basis für datenbasierte Entwicklungsmethoden (Simulation, Künstliche Intelligenz, ...) • Tesla-Ansiedlung als möglicher „Motor“ für den Leichtbau in der Region • Vernetzung in der Region durch große Anzahl verschiedener Netzwerke/Cluster mit Bezug zum Leichtbau Tab. 1: SWOT-Analyse Risiken • hohe Zugangshürden insbesondere für KMU zu Informationen und Fördermitteln sowie bei der Erfüllung von Marktanforderungen mit Blick auf Zertifizierungen/Qualitätssicherung • hohe wirtschaftliche und technische Risiken im Bereich Leichtbau • Schwierigkeit, Fachkräfte in der Region langfristig zu halten • Konkurrenzsituation und Kostendruck im Vergleich mit bspw. asiatischen Wirtschaftsmächten [LBW 2017] 31

Potenzialanalyse Leichtbau Insgesamt ist festzuhalten, dass die Region im Leichtbau eine breit gefächerte Akteurslandschaft mit Anwendungsschwerpunkten im Bereich der Mobilität aufweist. Das gute Innovationsökosystem wird durch zahlreiche Netzwerke und Cluster mit Leichtbaubezug gestärkt. Das Leichtbaupotenzial in der Hauptstadtregion sollte im neuen Masterplan Industrie in Richtung einer industriepolitischen Schwerpunktsetzung entsprechend berücksichtigt werden. In den für den Leichtbau wichtigen Querschnittstechnologien Digitalisierung und Additive Fertigung hat die Hauptstadtregion viel Kompetenz vorzuweisen. Somit sind gute Voraussetzungen gegeben, um am Markterfolg der „Game-Changer“- Technologie zu partizipieren und Wertschöpfung zu erzeugen. Demgegenüber steht eine relativ geringe Dichte an großen Unternehmen mit Leichtbaubezug, die als Anwender am Ende der Wertschöpfungskette stehen. Für die in der Region ansässigen KMU stellt die Erfüllung der Marktanforderungen mit Blick auf Zertifizierungen und Qualitätssicherung eine Hürde dar und es besteht ein weltweite Konkurrenzsituation sowie hoher Kostendruck seitens des Markts. die jungen Fachkräfte nach ihrem Abschluss häufig die Region oder nehmen eine Tätigkeit in anderen Branchen auf. Weiterhin wird nach Einschätzung der Akteure das Potenzial der Region im Kontext Leichtbau nach außen hin nur wenig wahrgenommen. Aus der SWOT-Analyse abgeleitet könnte ein mögliches Zukunftsbild der Region sein, Berlin als „Hauptstadt der Digitalisierung im Leichtbau“ zu positionieren. Dabei könnten gezielt Impulse in Richtung „neuer“ Leichtbauthemen gesetzt werden (z. B. Additive Fertigung, neue Materialien, Funktionsintegration), um sich von anderen erfolgreichen Leichtbauregionen abzuheben, die etabliert sind. Die Digitalisierung, für die Berlin signifikante Kompetenzen aufweist, kann dabei als „Enabler“ in verschiedenen Bereichen fungieren: Zum einen ist sie stark mit dem neuen Feld der Additiven Fertigung verknüpft; zum anderen kann sie auch neue Möglichkeiten der integrierten, virtuellen Produktion entlang der Leichtbauwertschöpfungskette schaffen. Die entsprechenden Handlungsempfehlungen zur Erreichung des Zukunftsbilds sind im nächsten Kapitel dargestellt. Ein weiterer Faktor ist das Thema Fachkräfte. Zwar bietet die Hauptstadtregion eine Vielzahl von Ausbildungs- und Studienangeboten zum Thema Leichtbau (bspw. Studium Maschinenbau an der HTW mit Vertiefungsrichtung konstruktiver Leichtbau [HTWB 2021], Lehrveranstaltungen Leichtbau [TUB 2021a], Faserverbundleichtbau [TUB 2021b] sowie Betriebsfestigkeit von Leichtbaustrukturen [TUB 2021c] des Instituts für Luftund Raumfahrt der TU Berlin); jedoch verlassen 32

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