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Leichtbau in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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Branchenstruktur- und Standortanalyse für den Bereich Leichtbau in Berlin und Brandenburg

Potenzialanalyse

Potenzialanalyse Leichtbau Der deutschlandweite Rückgang der MINT-Abschlüsse zwischen 2017 und 2019 ist möglicherweise auf die gute Konjunktur zurückzuführen, wodurch Studierende auch ohne Abschluss in den Arbeitsmarkt eintraten. Zudem könnten Studierende das Studium und den Abschluss ins Ausland verlegt haben oder weiterführende Praxiserfahrungen wurden in den Fokus gerückt [HB 2019]. Mit Blick auf die Angebote der Studiengänge im Leichtbau fällt auf, dass die Schlüsseltechnologie in der Hauptstadtregion wie auch mehrheitlich in den anderen Bundesländern vor allem modulhaft in ausgewählte Studiengänge integriert ist. Dies erlaubt zum einen eine bedarfsorientierte Ausbildung, bedingt aber zum anderen eine gezielte Ansprache und Information der jeweiligen Zielgruppen oder eine Bündelung von Informationen vorhandener Leichtbaumodule in den jeweiligen Hochschulen. Beispiele wurde auf der Website „Studieren in Berlin und Brandenburg“ recherchiert [FUB 2021]. Ein Beispiel für die Hauptstadtregion sind die Lehrveranstaltungen Leichtbau, Faserverbundleichtbau sowie Betriebsfestigkeit von Leichtbaustrukturen des Instituts für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin. Die im Rahmen der Studie durchgeführte Befragung ergibt ebenfalls ein positives Bild der Forschungslandschaft in der Hauptstadtregion (vgl. Abb. 13): Die Befragten geben an, dass die Hochschul- und Forschungslandschaft sowohl in Berlin als auch in Brandenburg im Bundesvergleich eine große Rolle spielt, wobei diese in Berlin noch einmal stärker als in Brandenburg eingeschätzt wird. So schätzen 44 % der Berliner und 36 % der Brandenburger Befragten die Stellung der Region im Bundesvergleich als „sehr groß“ bis „groß“ ein. Berlin n = 35 6 % 38 % Bra ndenburg n = 24 50 % 12 % 9 % 5 % 15 % 29 % 9 % 27 % 44 % große bis sehr große Bedeutung 36 % große bis sehr große Bedeutung sehr groß groß mittel klein sehr klein Abb. 13: Einschätzung der Rolle der Forschungs-/Hochschullandschaft im Bundesvergleich im Rahmen der Onlinebefragung, Quelle: durchgeführte Befragung im Rahmen der Branchenstruktur- & Standortanalyse Dieses Kriterium wird im Übrigen von allen abgefragten Kriterien im Kontext „Rolle der Region Berlin-Brandenburg im Bundesvergleich“ am positivsten bewertet, was zeigt, dass die Hochschul- und Forschungslandschaft von den Akteuren entsprechend wahrgenommen wird. Die befragten Experten teilen ebenfalls die Einschätzung, dass die Hauptstadtregion über eine starke Forschungslandschaft verfügt. Den weiteren Ausbau der Forschungsinfrastruktur sehen 55 % der Berliner Befragten und 48 % der Brandenburger Befragten als hilfreich an, um den Standort Berlin-Brandenburg im Bundesvergleich voranzubringen. Diese Tendenz ist auch in der zielgruppenspezifischen Auswertung bei den Unternehmen erkennbar. 17

Potenzialanalyse Leichtbau Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Wissenschaft in der Hauptstadtregion in leichtbaurelevanten Themenfeldern wie bspw. Werkstoff- und Oberflächentechnik, Fügetechnik, Konstruktion und Fertigung, Materialforschung und Sensorik sehr gut aufgestellt ist; ein Schwerpunkt ist dabei die Materialforschung. Die regionalen Unternehmen können daher von Know-how und Technologietransfer speziell bei neuen Materialien profitieren, denn diese werden zukünftig ein wichtiger Bereich für Innovation sein (vgl. Kapitel 4d, zukünftige Entwicklungsschwerpunkte). c. Charakterisierung der Netzwerke und Cluster in der Region Die Hauptstadtregion bündelt ihre Wachstumsbranchen und Schlüsseltechnologien in verschiedenen Clustern, die in der Hauptstadtregion eng verzahnt sind und bundeslandübergreifend kooperieren [BP 2021] [MWAE 2021a]. Im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg wurden fünf gemeinsame Cluster (Verbünde von Unternehmen und Institutionen in wichtigen Wachstumsfeldern) sowie vier brandenburgspezifische Cluster initiiert [MWAE 2021b]. Diese werden von Clustermanagements betreut, welche an die jeweiligen Wirtschaftsförderungen angeschlossen sind. Die für den Leichtbau relevanten Cluster werden nachfolgend kurz beschrieben, mögliche Verknüpfungen zum Leichtbau werden beispielhaft gezogen. Länderübergreifende Cluster (Berlin- Brandenburg): • Cluster Energietechnik: Das Ziel des Clusters ist es, den länderübergreifenden Innovationsprozess der Akteure aus der Energietechnik zu unterstützen und voranzutreiben. Die Bündelung als Clustersoll dazu beitragen gemeinsam Lösungen und Ideen zu entwickeln, um Energie ressourcenschonend zu erzeugen, intelligent zu verteilen, sinnvoll zu speichern und effizient zu nutzen. Die Technologiefelder des Clusters lassen sich auf die Bereiche erneuerbare Energien, Energienetze und -speicher, Energieeffizienz sowie Turbomaschinen und Kraftwerkstechnik zurückführen. Leichtbaubezug besteht zum einen im Bereich der erneuerbaren Energien- und zwar unter anderem in der Photovoltaik (leichte Trägerstrukturen) und Windkraft (leichte Rotorblätter). Darüber hinaus hat der Bereich Energieeffizienz des Clusters Schnittmengen mit dem Leichtbau, z. B. in Form von innovativen und leichten Dämmmaterialien für Gebäude. Im Cluster finden sich somit potenzielle Anwender für Leichtbauprodukte. • Cluster Gesundheitswirtschaft: Ein Ziel des Clusters Gesundheitswirtschaft ist es, Cross-Cluster-Innovationen anzustoßen. Im „Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“ [CGB 2020] wird bspw. explizit auf das Synergiepotenzial der auf Materialien spezialisierten Cluster in der Region verwiesen (Metall, Kunststoff). Im Kontext Medizintechnik lassen sich Leichtbaubezüge im Bereich der Materialien herstellen, z. B. bei der Herstellung von Prothesen oder der Anwendung der Additiven Fertigung in der Endoprothetik. • Cluster IKT, Medien und Kreativwirtschaft: Ein Fokusthema des Clusters im Bereich der Datenverarbeitung ist Künstliche Intelligenz (KI). Das Clustermanagement unterstützt 18

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