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Leichtbau in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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Branchenstruktur- und Standortanalyse für den Bereich Leichtbau in Berlin und Brandenburg

Potenzialanalyse

Potenzialanalyse Leichtbau Spritzgussteile in sehr kleinen Betrieben bis hin zur Herstellung hochkomplexer Bauteile durch namhafte Zulieferer im Bereich Automotive oder Schienenfahrzeugbau reicht. Der Großteil der Akteure ist der Kategorie „KMU“ zuzuordnen. d. Fertigung von Endprodukten Das final bearbeitete Leichtbauprodukt wird dabei in das eigentliche Endprodukt integriert. Dabei werden Leichtbauprodukte mit konventionellen Teilen kombiniert, wie beispielsweise im Bereich des Fahrzeugbaus. Die Endprodukthersteller (OEMs) haben dabei meist den direkten Kontakt zum Endkunden (= Konsumenten oder andere Unternehmen). Mit Blick auf die Herstellung von Endprodukten lässt sich festhalten, dass nur wenige international bedeutende Unternehmen vor Ort sind. Andere deutsche Vergleichsregionen, die in dieser Studie betrachtet werden, weisen dagegen eine höhere Dichte an Endproduktherstellern auf. Die Wichtigkeit, weitere große Hersteller für die Hauptstadtregion zu gewinnen, wurde auch in den Experteninterviews betont. Weiterhin ist anzumerken, dass z. B. im Fall von großen Akteuren aus dem Automotivebereich zwar die Produktion in der Hauptstadtregion stattfindet, nicht aber das Fahrzeugdesign, da das Entwicklungszentrum in einem anderen Bundesland angesiedelt ist. Das bedeutet, dass es über die Hauptstadtregion keinen direkten Zugang zur Fahrzeugentwicklung gibt, obwohl in diesem Schritt wichtige Eigenschaften festgelegt werden, die hinterher den Bedarf an Komponenten maßgeblich beeinflussen. Eine entsprechende Möglichkeit könnte sich über die kürzlich erfolgte Ansiedlung eines USamerikanischen Automobilherstellers ergeben. e. Verwertung und Recycling Im Sinne eines „Design for sustainability“ (vgl. „sustainable development goals“ der Vereinten Nationen [UN 2021]) sollen Produkte die verfügbaren natürlichen Ressourcen während des gesamten Lebenszyklus des Produkts nicht vermindern oder schädigen [AG 2009]. Der Produktlebenszyklus wird ganzheitlich gedacht. Leichtbauprodukte bieten neue Chancen, bringen aber z. B. im Kontext der Verbundwerkstoffe neue Herausforderungen mit sich. Dazu gehören zum Beispiel die Entsorgung abfallender Materialien im Herstellungsprozess oder die Trennung der verschiedenen Materialien am Ende des Lebenszyklus des Produkts. In der Region sind einige prominente Vertreter aus dem Bereich Verwertung und Recycling angesiedelt, sodass diese Stufe der Wertschöpfungskette ebenfalls gut abgebildet ist. Darüber hinaus lassen sich begleitende Prozesse wie folgt identifizieren: f. Anlagenbau, -steuerung und -wartung | Produktions- und Anlagenplanung Für die Herstellung bzw. Montage von Leichtbauteilen muss der Produktionsprozess oft umgestellt werden, weshalb ein entsprechendes Wissen aufseiten der Anlagenbauer nötig ist 4 . Darüber hinaus sind Industrieanlagen oft „Nutzer“ von Leichtbauteilen, da Maschinen weniger Energie verbrauchen, wenn sie weniger Last bewegen müssen. In der Hauptstadtregion ist eine Reihe von Anlagenbauern ansässig, weshalb auch diese Stufe der Wertschöpfungskette keine größeren Lücken aufweist. 4 Zu Weiterbildungsangeboten in diesem Bereich zählt zum Beispiel der Lehrgang Fachingenieur Leichtbau VDI - Modul 1: Leichtbau im Multimaterialdesign (VDI; Quelle: https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-automobil/lehrgang-leichtbau-modul-1/, abgerufen am 04.03.2021) oder der Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“: Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte aus Maschinen- und Anlagenbau (VDI; Quelle: https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-maschinenbau/lehrgang-additive-fertigung-modul-1/, abgerufen am 04.03.2021) 11

Potenzialanalyse Leichtbau g. Design und Simulation Design und Simulation sind grundsätzlich integrale Bestandteile des Produktentwicklungsprozesses. In vielen Industrien werden diese aber regelmäßig von externen Unternehmen ganz oder in Teilen durchgeführt, die über die entsprechende Expertise verfügen (oft „Engineering-Dienstleister“ genannt). In der Hauptstadtregion sind etliche Dienstleister in dieser Querschnittstechnologie ansässig, die z. T. sogar ihr Hauptgeschäftsfeld im Leichtbau haben und sich so von Marktbegleitern abheben. Dieser Bereich in den begleitenden Prozessen ist daher überdurchschnittlich gut besetzt. diesem Bereich sind entsprechende Anbieter vor Ort ansässig. In Summe ist dieser Bereich in der Hauptstadtregion sehr gut aufgestellt. j. Prüfung und Zertifizierung der Produkte Je nach den regulatorischen Vorschriften müssen die Produkte eine entsprechende Zulassung erhalten (z. B. im Bereich der Endoprothesen nach Medizinproduktegesetz). Die entsprechenden Organisationen sind in der Hauptstadtregion ansässig, eine Lücke besteht nicht. k. Innovations- und Investitionsförderung und Vernetzung h. Material- und Teileprüfung Im Vergleich zu konventionell hergestellten Bauteilen müssen Festigkeit und Widerstandsfähigkeit von Leichtbauteilen gegenüber Umwelteinflüssen besonders sorgfältig untersucht werden. Daher werden im Entwicklungsprozess fortwährend Materialprüfungen durchgeführt, für welche zum Teil auch hochkomplexe Messgeräte nötig sind. Im Rahmen der Potenzialanalyse konnte eine Reihe in diesem Bereich spezialisierter Unternehmen und Forschungseinrichtungen identifiziert werden, eine Lücke existiert somit nicht. i. Forschung, Entwicklung und Ausbildung Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen leisten sowohl einen Beitrag zu den Innovationen im Leichtbau als auch zur Ausbildung von Ingenieuren und sonstigen Fachkräften mit akademischer Ausbildung. Daneben spielt auch die Ausbildung und Weiterqualifizierung von Arbeitskräften aus dem nichtakademischen Bereich eine entsprechende Rolle; auch in Netzwerke und sonstige unterstützende Institutionen runden die Wertschöpfung für einen bestimmten Bereich ab. Sie dienen als verbindendes Element, um mit anderen Akteuren in Kontakt zu treten, und betreiben auch Wissensvermittlung für die Netzwerkakteure. Die Hauptstadtregion verfügt über eine Vielzahl leichtbaurelevanter Cluster und Netzwerke, daher ist in diesem Bereich keine Lücke festzustellen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Region Berlin-Brandenburg über ein großes Akteursspektrum verfügt, jedoch die Stufen „Roh- und Werkstoffe“ sowie „Fertigung von Endprodukten“ Lücken aufweisen. Zur Schließung von Wertschöpfungsketten ist die überregionale Vernetzung mit Akteuren aus der Leichtbaubranche grundsätzlich vorteilhaft. Die im Rahmen dieser Potenzialanalyse identifizierten Leichtbauinstitutionen in Berlin und Brandenburg bilden einen breiten Querschnitt hinsichtlich Branchen, Materialien und Fertigungsverfahren im Leichtbau ab. Dabei ist festzustellen, dass die beiden Bundesländer ein ähnliches Profil aufweisen. Bezüglich der Branchen (vgl. Abb. 6) 12

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