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Leichtbau in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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Branchenstruktur- und Standortanalyse für den Bereich Leichtbau in Berlin und Brandenburg

Potenzialanalyse

Potenzialanalyse Leichtbau Berlin Organ is ation s - typen Brandenburg 24 % 14% 2 % Deutschland 19 % 41 % Deutschland | n = 657 Kleinst-, lein-, mittelständische Unternehmen 10 % 11 % 19% 19 % 4 % 10 % 2 % 10 % 2 % 10 % 22 % Berlin/ Brandenburg 14 % 31 % 21 % 34 % Berlin | n = 298 Brandenburg | n = 232 Kleinstunternehmen (1-9 MA) Kleine Unternehmen (10-49 MA) Mittelständische M Unternehmen (50-249 MA) Großunternehmen G (ab 250 MA) Fu F&E-Einrichtungen/Hochschulen Ei Netzwerke/Verbände/VereineN Sonstige (Öffentliche Verwaltungen, Agenturen, Pro Programmträger, ÖPP) Abb. 4: Verteilung der Organisationstypen in Berlin und Brandenburg sowie deutschlandweit. Kleinstunternehmen: < 10 Mitarbeiter, kleine Unternehmen: < 50 Mitarbeiter, mittelständische Unternehmen: < 250 Mitarbeiter. Quelle: LEICHTBAUATLAS (linke Seite) sowie eigene Recherche (Adressdatenbank) (rechte Seite) Die regionale Wertschöpfungskette beschreibt einen Produktions-, Dienstleistungs- und Konsumkreislauf innerhalb einer Region. In einer regionalen Wertschöpfungskette wird der überwiegende Teil der Stufen bzw. der Tätigkeiten in der Region erbracht und der größte Teil der Wertschöpfung verbleibt in der Region. Regionen, die über eine möglichst komplette Wertschöpfungskette in bestimmten Technologie- und Branchenfeldern verfügen, profitieren auf vielfältige Weise nicht zuletzt deswegen, weil die Vernetzung der Akteure über die kurzen Wege meist zu einer effizienteren Form der Zusammenarbeit und somit auch zu mehr Innovation führt. Darüber hinaus werden oft regionale Absatzpotenziale gestärkt. Um die Wertschöpfungskette systematisch zu analysieren, wurde die im Rahmen der Studie erstellte Adressdatenbank mit 530 Institutionen als Referenz genutzt. Es erfolgte eine qualitative Zuordnung der Institutionen zu den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette. Roh- und Werkstoffe Halbzeugherstellung Ba uteilherstellung (inkl. End- und Nachbearbeitung) Fertigung Endprodukte Verwertung/ Recycling Design und Simulation Anla genba u, -steuerung und -wa rtung | Produktions- und Anla genpla nung Material- und Teileprüfung Forschung & Entwicklung | Ausbildung Prüfung & Zertifizierung Innova tions- und Investitionsförderung und Vernetzung Abb. 5: Wertschöpfungskette im Leichtbau 9

Potenzialanalyse Leichtbau Auf Basis von Referenzliteratur [LBW 2014] wurden im Rahmen dieser Studie die nachfolgend dargestellten primären Stufen der Wertschöpfungskette als für den Leichtbau in der Hauptstadtregion relevant identifiziert und hinsichtlich möglicher Lücken analysiert (vgl. Abb. 5). Zur Bewertung wurde auch berücksichtigt, wie die entsprechenden Stufen der Wertschöpfungskette in anderen Leichtbauregionen besetzt sind (vgl. Kapitel 5.1). Auf dieser Basis wurde eine qualitative Abschätzung getroffen. Stark repräsentierte Stufen der Wertschöpfungskette in der Hauptstadtregion zeichnen sich in der hier verwendeten Systematik dadurch aus, dass sie eine „kritische Masse“ von Akteuren auf sich vereinen und zwar sowohl mit Blick auf die Anzahl der Akteure als auch auf deren Größe bzw. Strahlkraft. Bei „lückenhaften“ Stufen der Wertschöpfungskette sind dagegen nur wenige Akteure in der Region ansässig. a. Roh- und Werkstoffe Darunter wird die Herstellung der Ausgangsmaterialien für die Leichtbauprodukte verstanden. In der Hauptstadtregion sind dies vornehmlich Metall und Kunststoff. Zwar wurden im Rahmen der Potenzialanalyse einige Akteure in der Hauptstadtregion identifiziert. Diese bilden jedoch im Vergleich zu anderen im Leichtbau stark positionierten Regionen (vgl. Kapitel 5.1) keine kritische Masse an großen Unternehmen mit internationaler Strahlkraft. Der Masterplan des Clusters Kunststoff und Chemie Brandenburg bestätigt dies für den Bereich Kunststoff ebenfalls in seiner Stärken-Schwächen-Analyse und hält fest, dass das Cluster im Vergleich zu anderen Bundesländern eine relativ geringe Größe hat, was die Anzahl der Unternehmen angeht [KUC 2020]. Das Cluster Metall Brandenburg beschreibt in seinem Masterplan, dass auf den Bereich „Metallerzeugung und -bearbeitung“ lediglich 2 % der in der Region ansässigen Unternehmen entfallen [CMB 2020]. Der Bereich der Rohund Werkstoffe ist somit in der Hauptstadtregion schwächer besetzt als andere Teile der Wertschöpfungskette, was als Lücke gewertet wird. b. Halbzeugherstellung Bei der Herstellung von Halbzeugen werden die Roh- und Werkstoffe in Formen umgewandelt, wie bspw. Bleche, Stangen oder Platten. Dies geschieht meist durch Ur- oder Umformung sowie Trennverfahren. Die Halbzeuge-Herstellung wird typischerweise nicht beim Hersteller der Endprodukte durchgeführt, dies vor dem Hintergrund, dass verschiedene Industrien auf die gleichen Halbzeuge zurückgreifen. Auf Basis der in der Potenzialanalyse erhobenen Daten wird dieser Teil der Wertschöpfungskette in der Hauptstadtregion als ausreichend besetzt eingestuft. c. Bauteilherstellung (inkl. End- und Nachbearbeitung) Das Bauteil ist als Teil des technisch komplexen Endprodukts zu verstehen. Häufig wird es aus mehreren Komponenten hergestellt. Der Fertigungsprozess wird häufig durch Umformung wie Pressen, Biegen, Ziehen oder Schmieden durchgeführt. Die End- und Nachbehandlung umfasst Vorgänge wie Oberflächenbehandlung, Lackierung oder Reinigung. Die Bauteilherstellung wird in vielen Fällen ebenfalls nicht beim Hersteller der Endprodukte durchgeführt, sondern durch entsprechende Zuliefererfirmen. Die im Rahmen der Potenzialanalyse durchgeführte Betrachtung ergab, dass dieser Bereich der Wertschöpfungskette in der Hauptstadtregion sehr stark besetzt ist, wobei die Bandbreite hier von der Anfertigung einfacher 10

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