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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 219 Abbildung 31: Anzahl der Auszubildenden in der Logopädie in Berlin und Brandenburg im Zeitverlauf 250 200 187 187 184 197 189 184 177 176 150 100 50 66 58 44 21 53 63 29 12 - 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Berlin Brandenburg Quelle: Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg Mit diesem Rückgang ist die Logopädie einer der fünf Berufe unter den hier untersuchten Gesundheitsfachberufen, in dem die Ausbildungszahlen in Berlin und Brandenburg insgesamt gesunken sind. Es fällt auch auf, dass in den meisten Therapieberufen ebenfalls ein Rückgang zu konstatieren ist (wiederum deutlich stärker in Brandenburg als in Berlin). Eine Begründung für die rückläufige Tendenz in der Logopädie kann insgesamt in den Ausbildungsstrukturen und den damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen (kostenpflichtige Ausbildung) 199 begründet sein. Neben der berufsfachschulischen Ausbildung ist im Rahmen der Modellklausel auch eine Ausbildung im Rahmen eines primärqualifizierenden Studiengangs möglich. Ein solcher Studiengang wird in Berlin angeboten. Im November 2014 waren insgesamt ca. 35 Studierende eingeschrieben, die sich auf das erste, dritte und fünfte Semester verteilen. Bislang hat noch kein Student bzw. keine Studentin das Studium abgeschlossen. 200 Es zeigt sich demnach, dass in Berlin ein Teil des fachschulischen Ausbildungsrückgangs durch die Studierendenzahlen aufgefangen wird. Zu beachten ist darüber hinaus, dass nicht alle Auszubildenden ihre Ausbildung erfolgreich beenden – entweder weil sie die Abschlussprüfungen nicht bestehen oder vor der Beendigung ein Abbruch erfolgte. Hier zeigt sich über die Jahre verteilt ein konstanter Verlauf in dem Sinne, dass maximal sechs Prozent, in den meisten Jahren aber ein deutlich geringerer Anteil eines Jahrgangs die Abschlussprüfung nicht bestehen. Die Ausbildung vorzeitig beendet ebenfalls nur ein geringer Anteil, obgleich dieser in den letzten beiden Jahren auf 199 Die monatlichen Gebühren betragen in Berlin und Brandenburg ca. 600 €. 200 Angaben gemäß Auskunft der Hochschulen.

220 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg 12 Prozent angestiegen ist. Dementsprechend verringert sich auch die Anzahl der erfolgreichen Absolventen und Absolventinnen in diesem Beruf. Die Einrichtungen wurden auch gefragt, ob sie im gegenwärtigen Ausbildungsjahr (2013/2014) Fachpraktika für die schulische Berufsausbildung anbieten. Von den insgesamt 156 Antwortenden mit Beschäftigten aus der Logopädie gab deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent) an, solche Plätze anzubieten. Damit werden in der Logopädie solche Plätze so häufig angeboten wie in keinem anderen der hier untersuchten Berufe, in denen ein solches Angebot unterbreitet werden kann. Das Angebot der schulischen Fachpraktika wird von einem Teil der Antwortenden auch zur Fachkräftegewinnung genutzt. Immerhin in ca. einem Drittel aller Fälle mit Beschäftigten aus der Logopädie wurde angegeben, in den letzten zwei Jahren mindestens eine Praktikantin bzw. einen Praktikanten übernommen zu haben. Während hinsichtlich des Angebotes an Praktika keine wesentlichen Unterschiede zwischen Berliner und Brandenburger Einrichtungen zu konstatieren sind, ist die Übernahme von Praktikant/innen nach Beendigung der schulischen Ausbildung in Brandenburg anteilig häufiger der Fall als in Berlin. 4.12.3 Zukünftige Beschäftigungsentwicklung und Fachkräftenachfrage Stabile bis steigende Beschäftigungserwartung in den nächsten Jahren In der Logopädie kann in Berlin und Brandenburg mit weiterem Beschäftigungswachstum gerechnet werden. Sowohl die Daten zu den jüngsten Bestandsveränderungen bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (vgl. Tabelle 128) als auch die Ergebnisse der Online- Befragung weisen auf weiteres Wachstum hin. Zwischen 2011 und 2013 hat in den befragten Einrichtungen die Beschäftigung von Logopäden und Logopädinnen sowohl in Berlin als auch in Brandenburg leicht zugenommen. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2014 erwartet zwar über die Hälfte der Einrichtungen einen gleichbleibenden Beschäftigtenbestand, aber 15 Prozent auch Beschäftigungswachstum. Bei der Vorausschau auf die Jahre 2015 bis 2017 steigt der Anteil der Einrichtungen, die eine Beschäftigungszunahme erwarten. Allerdings nimmt für diesen Zeitraum auch die Unsicherheit in der Einschätzung zu. Tabelle 134: Tendenzen künftiger Beschäftigungsentwicklung in der beruflichen Tätigkeit Logopädie – Ergebnisse der Onlinebefragung Tendenzen der Beschäftigungsentwicklung Logopädin/Logopäde Beschäftigungszeiträume steigend gleichbleibend fallend noch unklar Anteile der Antwortenden in Prozent 2014 15 60 4 21 2015-2017 18 45 7 30 Quelle: SÖSTRA/IMU Einrichtungsbefragung 2014 Brandenburger Einrichtungen gehen stärker von einer steigenden Beschäftigungsentwicklung aus (jeweils ca. 7 Prozentpunkte mehr als in Berlin). Dies kann zumindest für 2014

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