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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 203 Personen verfügen neben dem Ausbildungsabschluss über weitere berufsrelevante Qualifikationen oder streben diese an. Bei den Arbeitsuchenden ist die Gruppe der 35- bis 50- Jährigen etwas überrepräsentiert. Aufgrund der geringen Fallzahlen bietet die Altersstrukturanalyse in diesem Bereich aber wenig Erkenntnisgewinn. Insgesamt ist der Spielraum zur Deckung des Fachkräftebedarfs aus der Quelle der Arbeitsuchenden in der Ergotherapie begrenzt. Das zeigt auch die Relation von Arbeitslosen zu Beschäftigten: In Berlin kommen 48 Arbeitslose auf 1.000 sv-pflichtig Beschäftigte, in Brandenburg liegt die Relation bei knapp 41 Arbeitslosen je 1.000 sv-pflichtig Beschäftigte. Dies ist im Gegensatz zum Verhältnis in allen Berufen, das in Berlin und Brandenburg bei jeweils über 160 Arbeitslosen je 1.000 sv-pflichtig Beschäftigte liegt, ein deutlich niedrigerer Wert. Gegenläufige Ausbildungsaktivitäten in Berlin und Brandenburg Die Zahl der Auszubildenden stieg in den hier untersuchten Gesundheitsfachberufen von ca. 11.000 Auszubildenden im Jahr 2006/2007 auf ca. 11.750 Auszubildende im Jahr 2012/2013 190 – und dies bei gleichzeitig sinkenden Schulabgangszahlen sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Die Ergotherapie kann von diesem Bedeutungszuwachs nicht profitieren. Im Zeitraum zwischen 2005/2006 und 2012/2013 ist die Anzahl der Auszubildenden über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg um 3 Prozent gesunken (vgl. Abbildung 28). Diese Entwicklung liegt in den Ausbildungszahlen in Brandenburg begründet – hier sank die Zahl der besetzten Ausbildungsplätze im Untersuchungszeitraum um 61 Prozent. Diesen Rückgang kann auch die positive Entwicklung der Ausbildungszahlen in Berlin nicht auffangen, die mit 26 Prozent (von 312 auf 394 Plätze) ebenfalls deutlich ausfällt. Abbildung 28: Anzahl der Auszubildenden in der Ergotherapie in Berlin und Brandenburg im Zeitverlauf 450 400 350 312 346 357 369 348 381 394 394 300 250 200 150 100 155 135 103 77 63 63 59 61 50 - 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Berlin Brandenburg Quelle: Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg 190 Ein Teil des Anstieges erklärt sich durch neue Ausbildungsmöglichkeiten, z. B. in der Altenpflegehilfe in Brandenburg. Dies macht aber nur einen Bruchteil des Gesamtanstiegs aus. Diese Entwicklung entspricht auch dem bundesweiten Trend, wonach im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Jahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Vgl. Zöller 2014: Gesundheitsfachberufe im Überblick; Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB, Heft 153.

204 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Die Ergotherapie ist einer der fünf unter den hier untersuchten Gesundheitsfachberufen, in dem die Ausbildungszahlen gesunken sind. Ein Grund für den Rückgang in Brandenburg kann im begrenzten Angebot an Ausbildungsplätzen liegen. Derzeit gibt es nur eine Schule für Ergotherapie in Brandenburg. Eventuell interessierte Schüler/innen könnten ggf. aufgrund der räumlichen Nähe Berlins dort in einer der sieben Berufsfachschulen einen Ausbildungsplatz oder alternativ einen Studienplatz im primärqualifizierenden Studiengang suchen. Die Ausbildungsstrukturen und die damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen können angesichts der Entwicklungen nicht als Ursache für die Entwicklung der Ausbildungszahlen herangezogen werden. Diesem Argument steht die positive Entwicklung in Berlin entgegen. Gemäß der Gesundheitsberichterstattung des Landes Berlin lag die Zahl der besetzten Plätze am 01.11.2012 in der Ergotherapie sogar knapp über der Zahl der genehmigten Plätze. Dies spricht für die hohe Attraktivität des Berufes bei den Jugendlichen. Es ist jedoch keinesfalls ausgeschlossen, dass die Zahl der potenziellen Auszubildenden in der Ergotherapie ohne Schulgeld erhöht werden könnte. Neben der berufsfachschulischen Ausbildung ist auf Basis der Modellklausel auch eine Ausbildung im Rahmen eines primärqualifizierenden Studiengangs möglich. Ein solcher Studiengang wird in Berlin angeboten. Im November 2014 waren insgesamt ca. 80 Studierende eingeschrieben, die sich auf das erste, dritte, fünfte und siebte Semester verteilen. Bislang hat noch kein Student bzw. keine Studentin das Studium abgeschlossen. 191 Zu beachten ist, dass nicht alle Auszubildenden ihre Ausbildung auch erfolgreich beenden – entweder weil sie die Abschlussprüfungen nicht bestehen oder vor der Beendigung ein Abbruch erfolgte. In den letzten Jahren haben im Durchschnitt etwa drei Prozent eines Jahrgangs die Abschlussprüfung nicht bestanden und ca. neun Prozent die Ausbildung frühzeitig abgebrochen. Dementsprechend verringert sich die Anzahl der erfolgreichen Absolvent/innen in diesem Beruf (vgl. Abbildung 29). 191 Angaben gemäß Auskunft der Hochschulen. An einer Hochschule wird der Studiengang Physiotherapie/Ergotherapie angeboten, d. h. der Studiengang bildet in zwei Fachrichtungen aus. Die Berufsqualifikation kann ausschließlich in einer der beiden Fachrichtungen erworben werden. Es wurde angenommen, dass an dieser Hochschule sich die Studierendenzahlen gleichmäßig auf beide Fachrichtungen verteilen.

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