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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 193 Dieser Ersatzbedarf fällt in Berlin auch anteilig gesehen etwas höher aus. Neben den svpflichtig Beschäftigten ist auch die Altersstruktur der freiberuflich tätigen Physiotherapeut/innen zu beachten. Angesichts der vorliegenden Daten (s. o.) wird davon ausgegangen, dass ca. 1.500 Personen in den nächsten 15 Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden (700 bis 2020 und danach weitere 800 Selbständige bis 2030). Insgesamt muss im Zeitraum bis 2020 mit einem altersbedingten Ersatzbedarf in der Größenordnung von 1.700 Physiotherapeut/innen sowie weiteren 2.300 Physiotherapeut/innen bis 2030 gerechnet werden. Zum fluktuationsbedingten Ersatzbedarf in der Physiotherapie liegen – wie oben erläutert – keine berufsspezifischen Daten für eine Quantifizierung vor. In Anlehnung an die oben zitierte Untersuchung zu den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen wird angenommen, dass rund zehn Prozent der Beschäftigten in der Physiotherapie in eine andere berufliche Tätigkeit wechseln. Daraus ergibt sich ein fluktuationsbedingter Ersatzbedarf für insgesamt 3.000 bis 3.500 Physiotherapeut/innen bis 2030. Hohe Nachfrage nach Fachkräften in der Zeit bis 2030 In der Zusammenführung der hier dargestellten Quellen der denkbaren Nachfrage geht ein enormer Anstieg des Bedarfs an Physiotherapeut/innen für die Zeit bis 2030 hervor. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass im Zeitraum bis 2030 in Berlin und Brandenburg für die berufliche Tätigkeit in der Physiotherapie ein Neubedarf an Fachkräften in der Größenordnung von insgesamt 20.000 bis 33.000 Beschäftigten entstehen könnte (vgl. Tabelle 117).

194 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Tabelle 117: Übersicht über die Quellen des Fachkräftebedarfs an Physiotherapeut/innen 2013 bis 2030 Berlin Zeiträume Erweiterungsbedarf Szenario A* Erweiterungsbedarf Szenario B* Altersbedingter Ersatzbedarf Fluktuationsbedingter Ersatzbedarf Fachkräfteneubedarf Szenario A* Fachkräfteneubedarf Szenario B* 2013-2020 1.300 3.600 1.100 1.000 3.400 5.700 2020-2030 6.400 12.000 1.500 1.400 9.300 14.900 2013-2030 insgesamt 7.700 15.600 2.600 2.400 12.700 20.600 Brandenburg Zeiträume Erweiterungsbedarf Szenario A* Erweiterungsbedarf Szenario B* Altersbedingter Ersatzbedarf Fluktuationsbedingter Ersatzbedarf Fachkräfteneubedarf Szenario A* Fachkräfteneubedarf Szenario B* 2013-2020 900 2.300 600 500 2.000 3.400 2020-2030 4.100 7.800 900 600 5.600 9.300 2013-2030 insgesamt 5.000 10.100 1.500 1.100 7.600 12.700 Berlin-Brandenburg Zeiträume Erweiterungsbedarf Szenario A* Erweiterungsbedarf Szenario B* Altersbedingter Ersatzbedarf Fluktuationsbedingter Ersatzbedarf Fachkräfteneubedarf Szenario A* Fachkräfteneubedarf Szenario B* 2013-2020 2.200 5.900 1.700 1.500 5.400 9.100 2020-2030 10.500 19.800 2.400 2.000 14.900 24.200 2013-2030 insgesamt 12.700 25.700 4.100 3.500 20.300 33.300 *Szenario A = Status quo; Szenario B = Beschleunigtes Wachstum; Quelle: eigene Berechnungen Diesem Fachkräftebedarf stehen angebotsseitig unter anderem Potenziale aus dem Bestand der Arbeitslosen sowie im Rahmen der Ausbildung zur Verfügung. Der Arbeitslosenbestand ist durchaus relevant und bietet Gestaltungsspielräume bei der Fachkräftesicherung. Legt man die aktuellen Absolventenzahlen aus der fachschulischen Ausbildung zu Grunde, so ist jährlich mit rund 420 neuen Fachkräften (320 in Berlin, 100 in Brandenburg) zu rechnen. Hinzu kommen in einigen Jahren jährlich – eine Verstetigung der primärqualifizierenden Studiengänge vorausgesetzt – ca. 80 weitere Fachkräfte mit Hochschulabschluss. Aufgrund der stufenweise aufwachsenden Absolventenzahlen von den Hochschulen sind dementsprechend bis 2020 rund 2.400, bis 2030 rund 8.000 neue Fachkräfte durch Ausbildung zu erwarten. Müsste der Fachkräftebedarf nur aus dem Reservoir der Ausbildung geschlossen werden, so wäre eine Lücke von 3.000 Fachkräften bis 2020 und 12.000 bis 2030 vorstellbar (Szenario A). Selbst wenn es unter den Bedingungen eines zunehmen angespannten Ausbildungsmarktes gelingen sollte, die aktuellen Ausbildungszahlen zukünftig zu halten, würde im Jahr 2020 in Berlin-Brandenburg eine deutliche Fachkräftelücke bei den Physiotherapeut/innen entstehen. Klar ist angesichts dieser Gegenüberstellung, dass die Ausbildung zwar einen Teil des künftigen Fachkräftebedarfs abdeckt, jedoch durch weitere Maßnahmen flankiert werden muss.

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