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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 191 Tabelle 115: Masseure, Krankengymnasten und verwandte Berufe 2003 bis 2011 Bundesland / Region Masseure, Krankengymnasten und verwandte Berufe (BKZ 852 der KldB 1988) 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Jeweils 30.06. Berlin 6.592 6.577 6.683 7.010 7.350 7.839 8.583 9.037 9.449 Brandenburg 3.726 3.769 3.940 4.203 4.529 4.909 5.207 5.577 5.822 Berlin-Brandenburg 10.318 10.346 10.623 11.213 11.879 12.748 13.790 14.614 15.271 Quelle: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen Der Beschäftigtenbestand in der Gruppe Masseure, Krankengymnasten und verwandte Berufe wuchs im Zeitraum 2003 bis 2011 jährlich durchschnittlich um fünf Prozent (vgl. Tabelle 115). Da rund zwei Drittel dieser Berufsgruppe der Physiotherapie zuzurechnen sind, kann davon ausgegangen werden, dass sie dieses Wachstumstempo weitgehend bestimmt hat. Die dargestellte Bestandsentwicklung zeigt für 2012 die Fortsetzung und für 2013 eine leichte Abschwächung dieses Wachstumstempos. Für die Dekade 2003 bis 2013 kann daher eine durchschnittliche Wachstumsrate von jährlich fünf Prozent angenommen werden. Angesichts der Ungewissheiten bzgl. der zukünftigen Entwicklung der Physiotherapie, 183 wird nachfolgend die Basisannahme von 5 Prozent Wachstum in zwei Projektionen variiert. 1. Abgeschwächtes Beschäftigungswachstum in der Physiotherapie unter Status quo Annahme Aufgrund der skizzierten Rahmenbedingungen erscheint es wahrscheinlich, dass eine Wachstumsrate von fünf Prozent in den Jahren bis 2020 nicht mehr erreicht werden kann. Es ist noch nicht absehbar, wann bundeseinheitliche Regelungen für den Präventionsbereich kommen, die Stabilität und Sicherheit in das Wirken der Beschäftigten in der Physiotherapie bringen. Ebenso begrenzt die fortschreitende Ökonomisierung des Gesundheitswesens die Wachstumschancen für diesen Leistungsmarkt. In der Projektion unter Status quo Annahme wird daher davon ausgegangen, dass in den Jahren bis 2020 das Beschäftigungswachstum auf zwei Prozent zurückgeht. Zugleich wird angenommen, dass in dieser Zeit der Handlungsdruck zur Auflösung einiger Wachstumshemmnisse zunimmt und zu ersten Veränderungen bspw. im Rahmen eines erweiterten Präventionsgesetzes führt. Hier wird unterstellt, dass diese Veränderungen erst nach 2020 zu wirken beginnen und in den darauffolgenden Jahren bis 2030 zusammen mit weiteren (vor allem durch die demografische Entwicklung bedingten) Prozessen zu einem erneuten Anstieg des Beschäftigungswachstums auf rund fünf Prozent führen. 183 In den Therapieberufen erscheint sowohl ein hochdynamisches Wachstum, als auch ein starker Bedeutungsverlust innerhalb der gesundheitlichen Versorgung möglich. Da die zukünftige Entwicklung in diesen Berufen im Wesentlichen von politischen Entscheidungen abhängen, lassen sich aktuell kaum Plausibilitätsannahmen treffen.

192 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg 2. Deutliches Beschäftigungswachstum unter verbesserten Rahmenbedingungen Entgegen der Anzeichen für ein verlangsamtes Beschäftigungswachstum liegt es im Bereich des Möglichen, dass in nächster Zeit zumindest einige der oben genannten Wachstumshemmnisse zügig in Angriff genommen und zurück gedrängt bzw. beseitigt werden. So ist nicht auszuschließen, dass das vorgesehene Präventionsgesetz noch 2015 beschlossen wird und zu wirken beginnt. Positive Wirkungen können auch von der Pflegereform ausgehen. Möglich ist ebenfalls, dass die weitere Ausprägung des Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung und die Hoffnung, gesund und beweglich das Alter zu erreichen, die Bereitschaft, mehr in die eigene Gesundheit über entsprechende Kassenbeiträge und direkt zu investieren, den Bedarf an Leistungen der Physiotherapie spürbar erweitern. Bei positiver Gestaltung dieser Entwicklungsbedingungen kann angenommen werden, dass das bisherige Beschäftigungswachstum der Physiotherapeuten von jährlich fünf Prozent auch in den Jahren bis 2020 erhalten bleibt und in den darauffolgenden Jahren sogar auf sieben Prozent steigt. Unter Berücksichtigung dieser beiden Szenarien sind in der beruflichen Tätigkeit Physiotherapie folgende Entwicklungen des Beschäftigtenbestandes möglich: Tabelle 116: Mögliche Beschäftigungsentwicklungen in der beruflichen Tätigkeit Physiotherapie Bundesland Status-quo-Annahme Szenario beschleunigtes Wachstum 2013 2020 2025 2030 2013 2020 2025 2030 Berlin 8.800 10.100 12.900 16.500 8.800 12.400 17.400 24.400 Brandenburg 5.700 6.600 8.300 10.700 5.700 8.000 11.300 15.800 Berlin-Brandenburg 14.500 16.700 21.200 27.200 14.500 20.400 28.700 40.200 Quelle: eigene Berechnungen; Angaben für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Selbständige Selbst unter Status-quo-Annahmen wäre eine deutliche Steigerung des Beschäftigtenbestandes in der Physiotherapie zu erwarten (vgl. Tabelle 116). Bis zum Jahr 2030 würde sich die Anzahl der Physiotherapeut/innen in Berlin und Brandenburg auf rund 27.000 Erwerbstätige fast verdoppeln. Bereits im Zeitraum bis 2020 entstünde ein Erweiterungsbedarf von rund 2.000 Fachkräften. Im darauf folgenden Zeitraum bis 2030 käme Erweiterungsbedarf in der Größenordnung von weiteren 10.000 Fachkräften hinzu. In der Entwicklungsvariante unter beschleunigenden Wachstumsbedingungen würde sich der Beschäftigtenbestand in der Physiotherapie in Berlin und Brandenburg bis zum Jahr 2030 fast verdreifachen. Bis 2020 entstünde ein Erweiterungsbedarf von rund 6.000 Fachkräften und anschließend bis 2030 von weiteren 20.000 Fachkräften. Ersatzbedarfe für ausscheidende Beschäftigte verstärken die Fachkräftenachfrage Nachfrage nach Fachkräften entsteht auch durch Ersatzbedarf (Renteneintritte und Fluktuation). Bis 2020 muss in der Region mit mindestens 1.000 altersbedingt ausscheidenden Fachkräften gerechnet werden. Bis 2030 kommen weitere rund 1.500 Beschäftigte hinzu.

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