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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 187 Abbildung 24: Bestand an Arbeitslosen – Fachkräfte, Spezialisten, Experten (ohne Helfer) 2007-2013 (Jahresdurchschnitte) – Physiotherapie 700 600 500 628 550 553 565 498 473 446 400 300 200 277 230 208 200 178 141 141 100 0 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Brandenburg Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Die Mehrzahl der arbeitslos gemeldeten Personen sind Frauen. Zwischen 60 und knapp 70 Prozent geben als Zielberuf Tätigkeiten auf der Spezialistenebene an, d. h. die arbeitslosen Personen verfügen neben dem Ausbildungsabschluss über weitere berufsrelevante Qualifikationen oder streben diese an. Die Gruppe der Älteren ist bei den arbeitslos gemeldeten Personen etwas größer als bei den sv-Beschäftigten. Dafür ist die Gruppe der unter 35-Jährigen mit gut 39 Prozent etwas kleiner aufgestellt als bei den Beschäftigten. Auffällig sind die regionalen Unterschiede. Während in Berlin 35 Prozent der Arbeitssuchenden unter 35 Jahre alt sind, sind es in Brandenburg fast 53 Prozent. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich der Berufseinstieg in der Physiotherapie in Brandenburg überdurchschnittlich schwierig gestaltet. Die Zahlen zeigen, dass es, rein quantitativ betrachtet, Potenziale gibt, arbeitslose Personen mit einem Zielberuf in der Physiotherapie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Allerdings zeigt die Relation von Arbeitslosen zu Beschäftigten, dass die Spielräume zur Deckung des Fachkräftebedarfs aus dieser Quelle begrenzt sind: In Berlin kommen 51 Arbeitslose auf 1.000 Erwerbstätige (sv-pflichtig Beschäftigte und selbständig Tätige), in Brandenburg liegt die Relation bei knapp 25 Arbeitslosen je 1.000 Erwerbstätigen. Dies ist im Gegensatz zum Verhältnis in allen Berufen, das in Berlin und Brandenburg bei jeweils über 160 Arbeitslosen je 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte liegt, ein deutlich niedrigerer Wert. Rückläufige Ausbildungsaktivitäten bei steigenden Fachkräftebedarfen Die Zahl der Auszubildenden stieg in allen hier untersuchten Gesundheitsfachberufen von ca. 11.000 Auszubildenden im Jahr 2006/2007 auf ca. 11.750 Auszubildende im Jahr 2012/2013 180 – und dies bei gleichzeitig sinkenden Schulabgangszahlen sowohl in Berlin 180 Ein Teil des Anstieges erklärt sich durch neue Ausbildungsmöglichkeiten, z. B. in der Altenpflegehilfe in Brandenburg. Dies macht aber nur einen Bruchteil des Gesamtanstiegs aus. Diese Entwicklung entspricht auch

188 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg als auch in Brandenburg. Die Physiotherapie kann von diesem Bedeutungszuwachs jedoch nicht profitieren. Im Zeitraum zwischen 2005/2006 und 2012/2013 ist die Anzahl der Auszubildenden über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg gesunken, in Brandenburg um 44 und in Berlin um 31 Prozent (vgl. Abbildung 25). Abbildung 25: Anzahl der Auszubildenden in der Physiotherapie in Berlin und Brandenburg im Zeitverlauf 1600 1400 1200 1.492 1.470 1.382 1.274 1.240 1.177 1.154 1.032 1000 800 600 669 613 594 564 514 432 402 372 400 200 0 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Berlin Brandenburg Quelle: Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg Zu beachten ist, dass nicht alle Auszubildenden ihre Ausbildung erfolgreich beenden – entweder weil sie die Abschlussprüfung nicht bestehen oder vor der Beendigung ein Abbruch erfolgte. 181 Hier zeigen sich über die Jahre verteilt stark variierende Quoten. Insgesamt schwanken die Abbruchquoten zwischen 9 und knapp 22 Prozent. Dementsprechend verringert sich auch die Anzahl der Absolvent/innen in diesem Beruf (vgl. Abbildung 26). dem bundesweiten Trend, wonach im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Jahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Vgl. Zöller 2014: Gesundheitsfachberufe im Überblick; Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB, Heft 153. 181 Nach nichtbestandener Prüfung besteht die Möglichkeit, die nicht bestandenen Prüfungsteile zu wiederholen. Häufig ist dies mit einer Verlängerung der Ausbildung einhergehend. Damit sind exakte Angaben zum erfolgreichen Abschluss unscharf, weil die betroffenen Personen häufig im nächsten Jahr wieder in die Anzahl der Auszubildenden einfließen.

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