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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 119 4.4.4 Berufsspezifische Handlungsempfehlungen • Die Altenpflege ist ein Berufsfeld, in dem bereits zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und Handlungsempfehlungen entwickelt wurden. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Brandenburger Fachkräftestudie Pflege, die Initiativen des Berliner Bündnis Altenpflege oder auch die Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege auf Bundesebene. Die dort aufgeführten Handlungsempfehlungen sind zu begrüßen und gelten weiterhin. Ganz wesentliche Empfehlungen richten sich auf die Verbesserung der Attraktivität des Berufes. Ansatzpunkte hierfür werden vor allem in höheren Löhnen und Gehältern (dies betrifft auch die Ausbildungsvergütung) sowie besseren Arbeitsbedingungen gesehen. In Berlin kommt hinzu, dass dort zum Teil Schulgeld bzw. eine Ausbildungsgebühr erhoben wird. Dies ist für die Gewinnung möglicher Auszubildender sicherlich kontraproduktiv. Der im Rahmen der Senatsklausur vom 08.01.2015 getroffene Beschluss, das Schulgeld für die Ausbildung von Pflegekräften in Höhe des im Schuljahr 2014 erhobenen Schulgeldes zu übernehmen ist in diesem Kontext ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. • Durch die Umsetzung der seit längerem vorliegenden Handlungsempfehlungen könnte es gelingen, sowohl mehr Fachkräfte zu gewinnen als auch zu halten. Unbedingt zu berücksichtigen sind die Empfehlungen, die auf eine Beeinflussung des Pflegerisikos zielen. Eine Verringerung der Pflegeprävalenz 110 , beispielsweise durch das flächendeckende Angebot von Kursen zur Sturzprophylaxe, durch frühzeitig greifende Versorgungsstrukturen oder auch durch die Unterstützung und den (Wieder)Aufbau sozialer Netzwerke vor Ort, könnte helfen, den entstehenden Leistungsbedarf zu reduzieren und damit den abzusehenden Fachkräftemangel zu mildern. • Die vorliegende Studie zeigt, dass die Teilzeitquote in Berlin wesentlich geringer ausfällt als in Brandenburg. Es sollte untersucht werden, welche Gründe für die hohe Teilzeitquote in Brandenburg ausschlaggebend sind und ob Handlungsspielräume für eine andere Gestaltung von Beschäftigungsverhältnissen bestehen. Besonders der Frage nach verdeckter Vollzeitbeschäftigung ist hierbei explizit nachzugehen. Darauf aufbauend sollten ggf. Anreize geschaffen werden, mehr Möglichkeiten für eine Vollzeitbeschäftigung in der Brandenburger Pflege zu schaffen. • In ambulanten Einrichtungen in Brandenburg wird im Vergleich zu ambulanten Einrichtungen in Berlin verhältnismäßig selten die Möglichkeit der berufsbegleitenden Ausbildung genutzt. Es sollte geprüft werden, ob diese Form der Ausbildung in Brandenburg stärker gefördert werden kann, um weiteren Zielgruppen die Möglichkeit einer Ausbildung zur Fachkraft zu ermöglichen. 110 Die Pflegeprävalenz beschreibt den Anteil an Pflegebedürftigen an einer bestimmten Altersgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt. In Brandenburg ist das Risiko, zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einem gewissen Alter pflegebedürftig zu werden, bundesweit am höchsten. Vgl. hierzu Barmer GEK Pflegereport 2010, S. 47ff.

120 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg 4.5 Pflegehilfskräfte Erfasste Tätigkeiten : 1. Altenpflegehelfer/in mit staatlicher Anerkennung (mind. einjährige Ausbildung) 2. Sozialassistent/in mit Schwerpunkt Pflege 3. Pflegehelfer/in mit Basisqualifikation 111 4.5.1 Beschäftigungsentwicklung und -struktur Hohe Beschäftigtenzahlen und deutliches Beschäftigungswachstum Im Rahmen des der Statistik zugrunde liegenden gesetzlichen Meldeverfahrens werden die einzelnen Gruppen von Pflegehilfskräften nicht gesondert ausgewiesen. Daher beziehen sich die nachfolgenden Darstellungen auf die Pflegehilfskräfte insgesamt. 112 Nicht zuletzt durch das breite Spektrum an Hilfstätigkeiten zeichnet sich der Bereich der Helfertätigkeiten in der Altenpflege durch einen hohen Beschäftigtenbestand aus. In Berlin und Brandenburg waren Mitte 2014 rund 21.000 Pflegehilfskräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon waren 56 Prozent in Berlin und 44 Prozent in Brandenburg tätig. Dies ist im Vergleich der Gesundheitsfachberufe ein ausgewogenes Verhältnis und entspricht dem der Altenpflege. Die Beschäftigungsentwicklung bei den Hilfskräften in der Pflege ist sowohl in Berlin als auch in Brandenburg durch deutliches Wachstum gekennzeichnet (vgl. Tabelle 59). Tabelle 59: Sv-pflichtige Beschäftigung – Pflegehilfskräfte 2012-2014 Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Hilfskräfte in der Pflege Bundesland / (BKZ 82101 der KldB 2010) Region 31.12.2012 30.06.2013 30.09.2013 31.12.2013 30.06.2014 30.09.2014 Berlin 11.094 11.259 11.674 11.735 11.738 11.841 Brandenburg 8.247 8.478 8.699 8.956 9.116 9.206 Berlin-Brandenburg 19.341 19.737 20.373 20.691 20.854 21.047 Quelle: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen Im Rahmen der Einrichtungsbefragung gaben insgesamt 450 Antwortende an, Beschäftigte in mindestens einem der drei untersuchten Tätigkeitsfelder der Altenpflegehilfe zu haben. Diese verteilen sich wie folgt: 111 Hierbei handelt es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung. Erfasst werden Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Qualifizierungsmaßnahme in der Altenpflege. 112 Unterschieden werden die einzelnen Tätigkeiten bei der Darstellung der Befragungsergebnisse.

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