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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 101 Zusätzlicher Fachkräftebedarf aufgrund von Fluktuation Neben rentenbedingten Abgängen aus dem Beruf ist ein zusätzlicher Fachkräfteverlust aufgrund von Fluktuation zu beobachten. Zu diesem Aspekt steht für den Beruf Krankenschwester, -pfleger eine eigenständige Untersuchung für die Länder Berlin und Brandenburg zur Verfügung. 98 Da keine differenzierteren Daten vorliegen, werden die Ergebnisse dieser Analyse auf die Situation der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen übertragen. Demnach sind nach 15 Jahren in Berlin noch 83 Prozent der Krankenschwestern und -pfleger (resp. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen) in ihrem Beruf tätig, in Brandenburg sind es knapp 86 Prozent. Damit ist für diesen Beruf eine vergleichsweise hohe Berufstreue zu verzeichnen. Diese Quote fällt noch höher aus, wenn man Berufswechsel in vergleichbare Berufe einbezieht. In diesem Falle erhöht sich die Zahl der im Beruf Verbleibenden (oder in einen vergleichbaren Beruf wechselnden) auf knapp 91 Prozent in Berlin und sogar 98 Prozent in Brandenburg. Der positive Eindruck hinsichtlich der geringen Fluktuation wurde einhellig von den Vertreter/innen der Brandenburger Krankenhäuser bestätigt. 4.3.2 Arbeitskräfteangebot Deutlich sinkende Arbeitslosenzahlen Für die berufsspezifischen Arbeitslosenzahlen liegen Zeitreihen der Jahresdurchschnitte von 2007-2013 vor. Abgebildet wird der Zielberuf der arbeitslos gemeldeten Personen. 99 Insgesamt weist der Beruf Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in einen kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf (vgl. Abbildung 8). 98 99 Wiethölter (2012): Berufstreue in Gesundheitsberufen in Berlin und Brandenburg, in iab Regional Berlin-Brandenburg 3/2012 Analog zur Darstellung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird angenommen, dass neun Prozent der Gesundheits- und Krankenpflege auf Fachkraftebene den Zielberuf Gesundheits- und Kinderkrankenpflege angegeben haben.

102 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Abbildung 8: Bestand an Arbeitslosen – Fachkräfte, Spezialisten, Experten (ohne Helfer) 2007-2013 (Jahresdurchschnitte) – Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen 70 65 60 50 40 30 20 42 47 31 40 25 36 35 29 29 21 19 19 19 10 0 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Brandenburg Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Die klare Mehrheit der arbeitslos gemeldeten Personen sind Frauen. Das korrespondiert mit der Beschäftigungssituation in diesem Beruf. Die Altersstruktur der Arbeitssuchenden fällt mit etwa 31 Prozent über 50-Jährigen etwas ungünstiger als die Altersstruktur der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus. Die Zahlen zeigen, dass es fast keine Möglichkeit gibt, den Fachkräftebedarf aus dem Kreis arbeitsloser Personen zu bedienen. Schwankende Ausbildungsaktivitäten in Berlin und Brandenburg Über alle untersuchten Gesundheitsfachberufe hat die Ausbildung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. So stieg die Zahl der Auszubildenden in allen hier untersuchten Gesundheitsfachberufen von ca. 11.000 im Jahr 2006/2007 auf ca. 11.750 im Jahr 2012/2013 – und dies bei gleichzeitig sinkenden Schulabgangszahlen sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege kann von diesem Bedeutungszuwachs nicht profitieren. Im Beobachtungszeitraum ist die Zahl der Auszubildenden über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg um sechs Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist auf die Entwicklung in Brandenburg zurückzuführen, wobei sich der Rückgang auf das Ausbildungsjahr 2012/2013 beschränkt (allerdings im hier nicht abgebildeten Ausbildungsjahr 2013/2014 fortgesetzt wird). In Berlin zeigt sich dagegen eine relativ gleichbleibende Zahl an Auszubildenden. 100 100 Es handelt sich jeweils um besetzte Plätze, die vorhandenen Kapazitäten sind größer.

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