Aufrufe
vor 6 Jahren

Clusterreport Optik & Photonik

  • Text
  • Lasertechnik
  • Augenoptik
  • Optik
  • Analytik
  • Lichttechnik
  • Cluster
  • Photonik
  • Berlin
  • Unternehmen
  • Optische
  • Technologien
  • Mikrosystemtechnik
  • Forschung
  • Optik

Clusterreport Optik und Photonik | Biomedizinische Optik und Augenoptik 94 Neue Technologien für die Medizin Auch die Mikroelektronik und die Biotechnologie sind in den letzten Jahren enger zusammengerückt. Der Prozess speist sich vor allem daraus, dass in beiden Wissensgebieten Methoden zur Aufklärung und Nutzung von nanoskaligen Strukturen entwickelt werden. Ausgehend von dieser Konvergenz hat sich das neue Fachgebiet der Bioelektronik formiert, das mit der Integration elektronischer Systeme in biologischen Umgebungen befasst ist und die Wechselwirkung zwischen diesen verschiedenen Materialwelten untersucht. Die wichtigsten Entwicklungen finden zurzeit auf dem Gebiet der Biosensorik statt, wo es die zunehmende Miniaturisierung ermöglicht, Mikrosensoren in biologische oder biotechnologische Systeme einzuführen. Hierzu betreiben die TU Berlin und das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik ein Joint Lab für Bioelektronik. www.bioprocess.tu-berlin.de/menue/joint_lab_bioelectronics Optische Technologien erleichtern den Alltag im Rollstuhl © Makea Industries GmbH Optische Technologien im Alltag Auch für eine bessere Integration von Menschen mit Behinderungen sollen optische Technologien in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten. Im Rahmen des Wettbewerbs „Light Cares“ wurden im FabLab Berlin 2016 zehn Projekte ausgezeichnet, die den Alltag für Menschen mit Behinderung leichter machen. Viele der hilfreichen Ideen kommen aus der Maker-Szene. Die Teilnehmer an dieser Do-it-yourself-Bewegung, die rund um den Globus Zulauf findet, nutzen digitale photonische Fertigungsverfahren wie 3D-Druck und Lasercutter. Zwei der zehn Sieger kamen aus Berlin, einer aus Potsdam – die anderen verteilen sich über das Bundesgebiet. Die Makea Industries GmbH aus Berlin überzeugte mit 3D-gedruckten, passgenauen Prothesen und frei herstellbaren Produkten für Rollstühle und konnte gleich zwei Preise gewinnen. Insgesamt entsteht eine digital zugängliche Open-Source-Lösung. Der Wissenschaftsladen Potsdam konnte mit dem Projekt „Fabricate Your Living Aid and Digital e. V. Transformation of Laboratories“ ebenfalls einen Preis erringen. www.fablab.berlin Um etwa die Gefährlichkeit von Tumoren oder die Konzentration von Substanzen im Blut wie Hämoglobin bestimmen zu können, sind präzise arbeitende optische Sensoren unerlässlich. Mehrere Firmen in Berlin und Brandenburg arbeiten an solchen Geräten, die im klinischen Alltag zuverlässig funktionieren müssen. Dazu gehört der Photometer-Spezialist ROBERT RIELE GmbH & Co KG ebenso wie opTricon, die patientennahe Diagnosegeräte produzieren. www.riele.de www.optricon.de Am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI werden auch kompakte Sensoren für biomedizinische Anwendungen entwickelt. Die Sensoren enthalten Chips aus Siliziumnitrid, die in großer Zahl zur Verfügung stehen. Sie können schnell und höchst empfindlich Moleküle in Flüssigkeiten, Gasen und Stäuben nachweisen. Alle biologischen Flüssigkeiten wie Blutserum, Vollblut, Harn, Speichel, Schweiß und weitere können mit diesem Messprinzip zur Analyse herangezogen werden. Auch Gase wie zum Beispiel Sprengstoffspuren (TNT) oder Giftgas können auf die Oberfläche der Chips gebracht und dort analysiert werden.

95 Clusterreport Optik und Photonik | Biomedizinische Optik und Augenoptik In Zusammenarbeit mit dem medizinischen Anwendungszentrum der Charité, den Firmen First Sensor AG und SCIENION AG soll das vorhandene Know-how vermarktet werden. www.hhi.fraunhofer.de/abteilungen/pc.html Im Juni 2017 konnte das Berliner Start-up DiaMonTech GmbH den renommierten Gründerpreis „Start me up!” des Wirtschaftsmagazins BILANZ gewinnen. Das Team um den Frankfurter Biophysiker Werner Mäntele hatte sich mit einem System zur nicht invasiven Blutzuckermessung durchgesetzt. Ihr Gerät hat derzeit noch die Größe eines Schuhkartons, aber schon bald soll es auf die Größe einer Armbanduhr reduziert und ebenso getragen werden. www.diamontech.de Die Berliner Firma Humedics GmbH hat sich auf die schnelle und präzise Messung der Leberfunktion über Analyse der Ausatemluft spezialisiert. Der Test kann direkt am Krankenbett eingesetzt werden und liefert Ärzten genaue Informationen für die Therapieentscheidung bei Leberinsuffizienz. Er kann so zu einer Verbesserung des Behandlungsergebnisses beitragen. Die Technologie wurde bereits bei Tausenden von Patienten eingesetzt und schon 2014 mit dem Innovationspreis Berlin Brandenburg geehrt. Die GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG ist spezialisiert auf das Monitoring in der kardiologischen Funktionsdiagnostik sowie auf das ambulante Vitalfunktions-Monitoring von Risikopatienten und Telemonitoring. Die Medipan GmbH bietet Radioimmunoassays für Untersuchungen der Schilddrüse sowie Tests zur Messung von Autoantikörpern für Diabetes Typ 1. Mithilfe der Immunfluoreszenz lassen sich außerdem Autoimmunerkrankungen nachweisen. Fluoreszenzmarker erlauben die schnelle Messung von DNA-Schäden und -Reparaturprozessen. www.getemed.net www.medipan.de Damit die Ärzte sich im Innern des Körpers gut zurechtfinden, benötigen sie hochwertige Endoskope – eine Spezialität des Adlershofer Unternehmens MGB Endoskopische Geräte GmbH. Von den geeigneten Lichtquellen bis zur Kamera liefert die Firma Systeme für viele Arten von medizinischen Anwendungen. Die Micon Medizintechnik GmbH bietet alle Arten von Zubehör für die Endoskopie. Von Lichtquellen über Pumpen bis zu Kameras reicht das Portfolio. Zum Angebot der Schlegel Medizintechnik GmbH gehören sowohl Endoskope als auch Mikroskope und eine Reihe anderer Instrumente für die Diagnostik. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Software zur Visualisierung und Datenverarbeitung an. www.humedics.eu Ein weltweit aktiver Konzern mit Hauptsitz in Berlin ist die W.O.M. World Of Medicine GmbH. Sie bietet ein breites Produktportfolio für die minimalinvasive Medizin. Bei minimalinvasiven Eingriffen führen die OP-Teams je nach Bedarf durch kleine Einschnitte medizinische Technik wie Kameras und spezielle chirurgische Arbeitsinstrumente in den Körper ein. Um Chirurgen im Bauchraum, im Knie oder in der Schulter auch ohne direkte Sicht optimale Arbeitsbedingungen zu bieten, sind gute Kamerabilder notwendig sowie das richtige Licht. Die Optik-Experten von W.O.M. haben deshalb Lichtquellen – überwiegend auf LED-Basis – entwickelt, die in die Kamerasysteme integriert sind. Auf Monitoren sorgen beide zusammen für natürliche Farben und optimale Auflösung. www.wom.group www.mgb-berlin.de www.micon.info www.schlegel-medtec.de In Silikon eingehaustes Biosensorimplantat © IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Publications in English

Publikationen auf deutsch