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Clusterreport Optik & Photonik

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Clusterreport Optik und Photonik – Historie 8 die Führung im Unternehmen, der die mittelgroße Firma zum Großunternehmen ausbaute. So wurde zum Beispiel 1846 eine erste Dampfmaschine in die Produktion eingeführt. Viele neue Produkte entstanden und wurden in den Markt eingeführt. 1872 wurde das Unternehmen schließlich in eine Aktiengesellschaft überführt. Die zunehmende (lokale) Nachfrage nach optischen Komponenten führte dazu, dass in Rathenow eine Vielzahl von weiteren optischen Betrieben entstand. 1896 waren hier 163 Optikunternehmen ansässig und die Stadt wurde bereits damals als „Stadt der Optik“ weltbekannt. Die Expansion der Optikunternehmen in Rathenow konnte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges und zur anschließenden Weltwirtschaftskrise fortgesetzt werden. Trotz eines anschließenden Rückgangs waren 1930 noch immer mehr als 200 Optikunternehmen in Rathenow tätig. Während des Zweiten Weltkrieges stellten die beiden größten Rathenower Optikunternehmen Emil Busch und Nitsche & Günther fast ausschließlich Optiken für den militärischen Gebrauch her. Am Ende des Krieges lagen große Teile der optischen Industrie in Rathenow in Schutt und Asche und die Überreste wurden schließlich als Reparation abtransportiert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Berlin eine aufblühende optische und feinmechanische Industrie, teilweise angetrieben durch die Präsenz von wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Berliner Universität, der Charité oder der Technischen Hochschule, durch die Industrialisierung der Stadt Berlin sowie das allgemein positive Wirtschaftsklima während der Gründerjahre. In Berlin ansässige und (inter-)nationale Forschungseinrichtungen beflügelten die Nachfrage nach optischen und wissenschaftlichen Geräten. So wurden Mikroskope für das Vordringen in immer kleinere Dimensionen – zum Beispiel in der Biologie, Medizin, Chemie und Geologie – unerlässlich. Askania Plakat aus dem Jahr 1929 © Askania-Werke AG, Katalog Nr. 105 Um weiter in makroskopische Dimensionen vorzudringen wurden Teleskope, Passage- und andere astronomische Instrumente nachgefragt, die größtenteils jeweils genau für die Spezifikationen der Wissenschaftler angefertigt wurden. Optische und feinmechanische Werkstätten und Unternehmen wie Askania, R. Fuess, C. P. Goerz, E. Gundlach, B. Halle, F. Schmidt & Haensch oder Steindorff, produzierten derartige Instrumente. Das seinerzeit wohl bedeutendste Optikunternehmen in Berlin in Bezug auf die angestellten Optiker und Feinmechaniker war die Optische Anstalt C. P. Goerz in Berlin-Friedenau und Berlin-Zehlendorf. Das Unternehmen wurde 1886 gegründet und produzierte Fotoausrüstung für den entstehenden Amateur-Fotografiemarkt sowie Linsen und spezielle Objektive für professionelle Anwendungen. Gleichzeitig wurden Ferngläser konstruiert und hergestellt. 1903 wurde eine spezielle Militäroptikabteilung eingerichtet und C. P. Goerz avancierte zum größten Produzenten militärischer Optiken in der Welt. Zum 25. Jubiläum (1911) beschäftigte das Unternehmen 2.500 Mitarbeiter und hatte bereits 300.000 Objektive produziert. Während

9 Clusterreport Optik und Photonik – Historie des Ersten Weltkrieges stellte Goerz fast ausschließlich Rüstungsgüter her. Das brachte dem Unternehmen nach dem Krieg erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, da der Versailler Vertrag deutschen Unternehmen die Herstellung militärischer Güter verbot. Die Fusion der Optischen Anstalt C. P. Goerz (Carl Paul Goerz starb im Jahr 1923) mit den Foto-optischen Unternehmen Ica AG, Dresden; Contessa-Nettel AG, Stuttgart; H. Ernemann, Dresden, die von Zeiss Jena vorangetrieben wurde und die Zeiss-IKON AG 1926 entstehen ließ, sicherte das Überleben des Unternehmens. Jedoch wurde das Produktionsprogramm von Goerz zugunsten von Zeiss in Jena, die 53 % der Anteile an Zeiss-IKON hielten, dramatisch umgestellt. Goerz produzierte fortan keine eigenen Objektive und optischen Systeme mehr. Vielmehr wurden in den ehemaligen Berliner Goerz-Fabriken Kameras montiert sowie Beleuchtungen für Projektoren und Schließsysteme produziert. Während der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges wird das Goerzwerk in Berlin-Zehlendorf durch Kampfhandlungen stark zerstört, wohingegen das Friedenauer Werk den Krieg intakt übersteht. Nach dem Waffenstillstand wurden sämtliche Maschinen, Unterlagen, Materialien und Muster aus den Werken entfernt und als Reparation abtransportiert. Ein weiteres Beispiel für die hochinnovative optische Industrie in Berlin, die wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in neue Produkte überführte und am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert stark expandierte, ist die Beleuchtungsindustrie. Während des 19. Jahrhunderts war das Gaslicht weit verbreitet. 1885 erfand und patentierte der Österreicher Carl Auer von Welsbach den Glühstrumpf und die Verwendung neuer Materialien machte das Auerlicht heller und effizienter im Vergleich zu anderen verfügbaren Lichtquellen. 1892 gründete er die Deutsche Gasglühlichtgesellschaft (Degea später Auer-Gesellschaft) in Berlin und die Produktion von Beleuchtungsausrüstungen wurde im Auer-Hof in Berlin-Friedrichshain aufgenommen. Im Jahr 1895 wurde das Auerlicht als Berliner Straßenbeleuchtung und ein Jahr später auch bei der Preußischen Eisenbahn eingeführt. Gasglühlicht konnte jedoch Explosionen, Vergiftungen und hohe Temperaturen in seiner Umgebung verursachen. Deshalb arbeiteten Wissenschaftler und Techniker am Ende des 19. Jahrhunderts bereits an der Realisierung von elektrischem Licht. Der Erfinder Thomas Alva Edison entwickelte 1879 die Kohlefadenglühlampe. Das Edison-Patent wurde in Deutschland durch die Deutsche Edison-Gesellschaft DEG (später Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG)) mit Sitz in Berlin verwertet. Ihre Produktionsstätte befand sich seit 1883/84 in der Werbeplakat für die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG, Berlin (1888) © DHM, Berlin/Sammlung Sachs Schlegelstrasse in Berlin-Mitte, wo damit begonnen wurde Kohlefadenglühlampen herzustellen. Schon bald reichten die räumlichen Kapazitäten nicht mehr aus, und die Produktion wurde in die Ackerstraße in Berlin-Wedding verlagert. Dort produzierte die AEG auch die von Walter Nernst in Göttingen erfundene Lampe (patentiert 1897). Bei der Auergesellschaft wurde ebenfalls die Beleuchtungstechnologie weiterentwickelt. Im Jahr 1898 wurde die Metallfadenlampe und 1901 die Os-Lampe mit einem Glühfaden aus Osmium von Auer patentiert. 1906 registrierte er den Markennamen Osram, der sich aus den zwei Glühdrahtmaterialien Osmium und Wolfram ableitete. Auch Siemens & Halske entwickelte und produzierte Glühlampen in Berlin. Zwischen 1883 und 1901 errichteten

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