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Clusterreport Optik & Photonik

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118 Clusterreport Optik und Photonik – Aus- und Weiterbildung 5. Aus- und Weiterbildung in Optischen Technologien und Mikrosystemtechnik in Berlin Brandenburg Die Berufsperspektiven in den Optischen Technologien und der Mikrosystemtechnik (MST) sind ausgezeichnet – sowohl für den gewerblichen und akademischen Nachwuchs als auch für bereits ausgebildete Fachkräfte. Die Wachstumsprognosen dieser Hochtechnologiefelder lassen auch für die kommenden Jahre stetig steigende Beschäftigungszahlen erwarten. Jedoch fehlen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen zunehmend geeignete Mitarbeiter/-innen. Die Region Berlin Brandenburg begegnet dieser Herausforderung mit einer Vielzahl von attraktiven Angeboten und effektiven Maßnahmen zur Förderung der Hochschulund Berufsausbildung sowie zur beruflichen Fortbildung. Hochschulausbildung und Sommeruniversitäten An Berliner und Brandenburger Universitäten und Hochschulen existieren über 40 Studienangebote zur Optik/Photonik und zur Mikrosystemtechnik – entweder als eigenständige Studiengänge oder als Schwerpunkte bzw. Module in ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiengängen. • Als Vertiefungsrichtung oder Schwerpunkt kann Mikrosystemtechnik zudem an der TU Berlin, der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der TH Wildau studiert werden. Die 2006 vom Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin (ZEMI) ins Leben gerufene „Microsystems Summer School Berlin“ wurde in Zusammenarbeit mit OpTecBB e. V. zur Photonics Summer School ausgeweitet. Berliner und Brandenburger Forschungseinrichtungen und Unternehmen richten nun die alljährlich im September stattfindende Sommeruni aus. OpTecBB e. V. macht damit die Kompetenzen der Region in den Optischen Technologien und der Mikrosystemtechnik als bundesweites Angebot für die akademische Weiterbildung nutzbar. Die Hauptstadtregion informiert auf der fünftägigen Veranstaltung den Spitzennachwuchs (Studierende, Doktoranden/-innen) sowie Mitarbeiter/-innen von Hochtechnologieunternehmen aus ganz Deutschland über die Potenziale. Ausgewählte Referenten/-innen aus den Einrichtungen präsentieren aktuelle Forschungs- und Entwicklungstrends – von der Simulation und Konstruktion bis zum Produkt. An den drei großen Universitäten Berlins beschäftigen sich jeweils mehrere Lehrstühle und Institute damit, den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Optischen Technologien zu fördern. Zwei Brandenburger Hochschulen, die TH Wildau und die TH Brandenburg, bieten gemeinsam den kooperativen Masterstudiengang „Photonik“ an. An fünf Hochschulen der Region existieren Studienangebote zur Mikrosystemtechnik. An der HTW Berlin gibt es einen eigenständigen Mikrosystemtechnik-Studiengang. Die TH Brandenburg hat den Studiengang „Augenoptik/Optische Gerätetechnik“ neu aufgelegt. Als Vertiefungsrichtung oder Schwerpunkt kann Mikrosystemtechnik zudem an der TU Berlin, der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der TH Wildau studiert werden. Betriebliche Ausbildung Neben dem wissenschaftlichen Personal spielen in den regionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor allem passend ausgebildete Facharbeiter/-innen eine wichtige Rolle. Immer mehr Unternehmen der Hochtechnologien erkennen den Wert einer eigenen, bedarfsgerechten betriebli- An fünf Hochschulen der Region existieren Studienangebote zur Mikrosystemtechnik: • An der HTW Berlin gibt es einen eigenständigen Mikrosystemtechnik-Studiengang. • Die Technische Hochschule Brandenburg hat den Studiengang „Augenoptik/Optische Gerätetechnik“ neu aufgelegt. Berliner Glas bildet auf dem Gebiet der lichtnutzenden Technologien aus, denn hochmotivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind unverzichtbar. © Berliner Glas Gruppe

Clusterreport Optik und Photonik – Aus- und Weiterbildung 119 im Cluster aktiven Ausbildungsunternehmen bemühen sich seit Jahren erfolgreich um eine hochwertige Ausbildung, haben aber kaum Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Unternehmen und nur in seltenen Fällen konkrete Rückmeldungen zur Zufriedenheit der eigenen Auszubildenden und Ausbildungsverantwortlichen. Erste Ansätze wurden bereits entwickelt, um Qualität und Zufriedenheit systematisch zu erhöhen und die Abbruchquoten zu senken. Auszubildende Mikrotechnologin © ZEMI/Wiedl Für die Mikrotechnologieausbildung wurde in Berlin und Brandenburg bereits 1998 der Ausbildungsverbund Mikrotechnologie gegründet. Der Zusammenschluss ist ein erfolgreiches Beispiel regionaler Vernetzung innerhalb der gewerblichen Ausbildung, in dem Ausbildungsbetriebe zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. So können Ausbildungsinhalte, die von einzelnen Betrieben nicht abgedeckt werden, im Rahmen des Verbundes durch Partnerbetriebe oder durch zentrale Lehrgänge vermittelt werden. Der Verbund wird durch die Lise-Meitner-Schule, die einzige Berufsschule für Mikrotechnologie-Ausbildung in der Region, koordiniert und durch die Unternehmen im Rahmen des gemeinnützigen Vereins proMANO anteilig finanziert. chen Ausbildung. Neben den Hauptausbildungsberufen der Branche wie Mikrotechnologe/-in sowie Augen- und Feinoptiker/-in haben eine Reihe weiterer Berufe einen hohen Stellenwert: Chemie- und Physiklaboranten/-laborantinnen, die die Hightech-Labors am Laufen halten, sind ebenso gefragt wie Mechatroniker/-innen, Elektroniker/-innen für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker/-innen für die Bedienung modernster Maschinen. Dennoch ist die Ausbildungsbeteiligung noch zu gering (vgl. Arbeitsmarktstrukturanalyse für Kernbereiche der Optik- und Photonikindustrie in Berlin Brandenburg, WFBB 2016). Damit sich das ändert und dringend benötigte Fachkräfte ausgebildet werden, hat das Ferdinand-Braun-Institut das Aus- und Weiterbildungsnetzwerk Hochtechnologie (ANH Berlin) mithilfe von Fördergeldern aus dem Bundesprogramm JOBSTARTER+ reaktiviert. ANH Berlin berät und unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen in allen Fragen zur Ausbildung. Um die regionalen Ausbildungsstrukturen nachhaltig zu verbessern, berät das Netzwerk ANH Berlin ausbildungsinteressierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen und vermittelt passende Bewerber/-innen. Darüber hinaus kümmert es sich um die Qualität der Ausbildung. Viele der Nachwuchsförderung Die Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung zielen darauf ab, zusätzliche Studienangebote und Ausbildungsplätze zu schaffen – und vor allem letztere mit adäquaten Bewerber/-innen zu besetzen. Da deren Zahl besonders in den technischen Berufen und Studiengängen in den letzten Jahren teilweise drastisch gesunken ist – verstärkt noch durch die demografische Entwicklung – gewinnt das Thema Nachwuchsförderung im Hochtechnologiebereich an Bedeutung. Das Netzwerk ANH Berlin hat in enger Zusammenarbeit mit OpTecBB e. V. die Berufsorientierung und das Berufemarketing ausgebaut. Es wirbt bei Schüler/-innen, Lehrkräften, Eltern und Multiplikator/-innen für MINT-Berufe (Mathematik – Informatik – Naturwissenschaften – Technik), die noch immer vielfach unbekannt sind. Dafür werden bestehende Events wie Schulveranstaltungen, Girls’ Day und Lange Nacht der Wissenschaften regelmäßig genutzt. Auf regionalen Bildungs- und Technologiemessen (vocatium, Ausbildungstag Süd-Ost, parentum etc.) platziert das Netzwerk die zukunftsweisenden ausbildungs- und Karriereoptionen von MINT-Berufen gezielt als Schwerpunkt.

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