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Clusterreport Optik & Photonik

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Clusterreport Optik und Photonik – Historie 10 sie das Glühlampenwerk in der Helmholtzstraße (später Osram-Werk S). Die kontinuierliche Verbesserung der Glühlampentechnologie war nur durch das hohe Engagement dieser Unternehmen in Forschung und Entwicklung und der engen Interaktion von Wissenschaftlern, Technikern und Prozessingenieuren möglich. Der starke Anstieg der Produktionskapazitäten für Glühlampen in Berlin und die millionenfache Herstellung von Glühbirnen brachte Berlin schließlich den Titel „Stadt des Lichts“. Nach Ende des ersten Weltkrieges fusionierten die Deutsche Gasglühlicht AG (Auer-Gesellschaft), die Siemens & Halske und die AEG 1919, die Berliner Glühlampenproduktion, und gründeten die Osram Werke GmbH KG, Berlin. In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden mehrere Vertriebsgesellschaften im Ausland aufgebaut sowie eine Vielzahl neuer Produkte in Berlin entwickelt und von hier aus erfolgreich in den Markt eingeführt (Bilux, Natriumdampf-Niederdrucklampen, Quecksilberdampf-Hochdrucklampen, Leuchtstofflampen). 1935 kaufte Osram die Bergmann-Elektrizitätswerke an der Seestraße in Wedding, die seit etwa 1906 auch Glühlampen produzierte. Dieser Standort (Werk B) wurde nun nach und nach zur zentralen Glühlampenproduktion von Osram in Berlin ausgebaut, wohingegen die anderen Werke eine Zulieferfunktion übernahmen. Der Firmensitz verblieb bis 1945 im Werk D in Berlin-Friedrichshain. Während des Zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche Produktionsstätten ausgelagert. Dennoch wurden die Werke teilweise zerstört und schließlich die Reste von sowjetischen Truppen demontiert. Bis 1939 hatte sich eine Ansammlung der optischen und feinmechanischen Industrie in und um Berlin mit 2.244 Unternehmen und Werkstätten und insgesamt 27.248 Menschen herausgebildet (Statistisches Amt von Groß-Berlin 1947: 11). Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren jedoch 75 – 80 % (in manchen Fällen 100 %) der Werkanlagen und Laboratorien der optischen und feinmechanischen Industrie in Berlin Brandenburg zerstört oder als Reparation abtransportiert. Die größten Optikunternehmen mit Sitz in Berlin (zum Beispiel Philips, Kodak, Zeiss-IKON, Siemens, Osram) verlagerten Verwaltung, Produktion und/oder Forschung und Entwicklung in den folgenden Jahren aus Berlin. Andere Unternehmen verschwanden kriegsbedingt auch von der Bildfläche. Viele benachbarte Industrien in Berlin teilten ein ähnliches Schicksal und die gesamte wissenschaftliche Landschaft musste restrukturiert werden. Als Ergebnis Degea Werk in Berlin © Osram GmbH verlor Berlin wertvolle Ressourcen und seine Position als eines der bedeutsamsten und innovativsten industriellen (und optischen) Ballungszentren in Deutschland (Leupoldt 1993). Gespaltene Entwicklung in Ost und West zwischen 1945 und 1989 Die ersten Bemühungen zum Aufbau der optischen und feinmechanischen Industrie in Berlin Brandenburg nach dem Krieg konnten in Ost und West nur von den noch vorhandenen Ressourcen sowie den aus dem Krieg zurückgekehrten Menschen ausgehen. In West-Berlin wurde das Osram-Werk in Wedding wieder hergerichtet, während das frühere Stammwerk und die Firmenzentrale im Ostteil der Stadt enteignet wurden. Aufgrund der späteren Insellage Berlins verlagerte Osram Teile der Verwaltung und die Forschung und Entwicklung nach Bayern. Osram bekannte sich aber explizit zu Berlin und investierte dementsprechend. 1971/1972 eröffnete Osram in der Nonnendammallee in Berlin-Siemensstadt einen neuen modernen Produktionsstandort zur Fertigung von Leuchtstofflampen und Hochdruckentladungslampen. Bei Zeiss-IKON wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Produktion von Sicherheitsschlössern, Lampen und Kameras sowie von Kolorimetern wieder aufgebaut. Im Jahr 1948, russische Truppen blockierten die Zufahrtswege nach Berlin, verlagerte Zeiss-IKON jedoch den Firmensitz nach Stuttgart. Trotz widriger wirtschaftlicher Umstände wurde das Goerzwerk in Zehlendorf wieder aufgebaut. 1973 wurde bei Zeiss-IKON der Ausstieg aus dem Kamerageschäft beschlossen und somit auch in Berlin aufgegeben.

11 Clusterreport Optik und Photonik – Historie Der Firmensitz wurde wieder nach Berlin verlagert und im Goerzwerk konzentrierte man sich nun auf die Weiterentwicklung des Schließanlagengeschäftes. Auch wenn die wirtschaftliche Situation in Berlin als „angespannt“ zu bezeichnen war und nur eine geringere Zahl von Unternehmen der optischen und feinmechanischen Industrie in Berlin verblieb, gelang es einigen Unternehmen sich neu zu etablieren (zum Beispiel Schmidt & Haensch, Steindorff und Semperlux, Berliner Glas). Einfacher Rubin-Laser, Ende 1961 © TU Berlin Auf dem Gebiet der (optischen) Wissenschaften nahmen umfassende Veränderungen ihren Lauf. Die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg begann nach starken Zerstörungen mit dem Wiederaufbau. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik wurde nicht mehr in Berlin sondern 1948 in Göttingen als Max-Planck-Institut für Physik wieder eröffnet und 1958 nach München verlagert. Als Reaktion auf die Unterdrückung von freier Lehre, Forschung und Meinungsäußerung an der Berliner Universität im Ostteil der Stadt wurde 1948 die Freie Universität in verlassenen Gebäuden der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft in Berlin-Dahlem eröffnet. Der neue Fachbereich Physik bezog die Räume des alten KWI für Physik. Die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB vormals PTR) wurde in Braunschweig neu eingerichtet. In Berlin jedoch wurde eine Außenstelle wieder auf dem alten Charlottenburger Campus eröffnet. Die Präsenz der PTB in Berlin war dann in den 1970er-Jahren auch mitentscheidend dafür, dass in Berlin-West die Synchrotron Strahlungsquelle (BESSY) aufgebaut werden konnte. Bereits seit den frühen 1960er-Jahren bildeten sich besondere Kompetenzen im Bereich der Lasertechnik heraus, später insbesondere bei Anwendungen in der Materialbearbeitung und Bio-Medizin (zum Beispiel TU Berlin, FU Berlin, LMTB). Des Weiteren gehörte seit den 1970er-Jahren der Bereich der optischen Datenübertragung (insbesondere Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, Siemens, Bundespost) zu den Schwerpunkten in West-Berlin. Im Ostteil der Stadt wurde nach dem Krieg von der sowjetischen Besatzungsmacht eine umfassende Demontage von Industrieanlagen betrieben, eine umfangreiche Enteignungspolitik umgesetzt und Unternehmen in volkseigene Betriebe überführt. In der Wissenschaft wurde die Berliner Universität als Humboldt Universität 1946 für den Lehrbetrieb wiedereröffnet. Die naturwissenschaftliche Forschung wurde in der Akademie der Wissenschaften (AdW) konzentriert und zunehmend in Berlin-Adlershof angesiedelt. Zu den bedeutsamen optikrelevanten Instituten, die zu Zentren der Optikund Laserforschung in der DDR wurden, gehörten zum Beispiel das Zentralinstitut für Elektronenphysik (ZIE) und das Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie (ZOS). Während sich das ZOS zum Zentrum für die (Kurzpuls-)Laser- und Spektroskopieforschung in Ostdeutschland entwickelte, konzentrierte sich das ZIE auf GaAs- und Si-Elektronik. Das Zentrum für wissenschaftlichen Gerätebau (ZWG) der AdW wurde 1963 in Berlin-Adlershof angesiedelt. Es hatte eine Monopolstellung bei der Ausrüstung der wissenschaftlichen Gruppen – zum Beispiel in weiten Bereichen der Optik- und Röntgentechnologieforschung – in der DDR inne. 1989 arbeiteten ca. 5.600 Menschen für die AdW in Berlin-Adlershof. Auf der Seite der Optikindustrie in Ost-Berlin können zwei Beispiele die Entwicklung illustrieren. Nach 1945 wurde das ehemalige AEG Oberspree-Werk in Berlin-Oberschöneweide wieder aufgebaut und die Produktion von (Radio-) Röhren wieder aufgenommen. In den 1960ern, 1970ern und 1980ern wurde das Produktionsportfolio erheblich erweitert und umschloss schließlich auch Siliziumdioden, Licht emittierende Dioden (LEDs), Photodioden, Photoransistoren, optoelektronische Koppler, Flüssigkristallanzeigen (LCDs) und Farbfernsehröhren. Bis 1989 waren im Oberspree-Werk bis zu 9.000 Mitarbeiter in der Produktion von (Fernsehbild-)Röhren und Halbleitern beschäftigt. Das Ost-Berliner Osram-Werk und der Osram-Firmensitz in Berlin-Friedrichshain (Werk D) wurde 1945 enteignet und in das VEB Berliner Glühlampenwerk „Rosa Luxemburg“ transferiert und die Produktion von Lampen wurde wieder aufgenommen. 1969 wurde das Werk mit den Lampenwerken in Plauen, Oberweißbach, Brand-Erbisdorf und Tambach-Dietharz zum Narwa Kombinat zusammen-

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