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Berlin to go, Ausgabe 3.2016

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COFFEE TO GO AUF EINEN

COFFEE TO GO AUF EINEN COFFEE TO GO … Annabell Dörksen trifft Stephan Krenz, Geschäftsführer von Abellio Deutschland Über 22 Millionen Fahrgäste und rund 15 Millionen Zugkilometer pro Jahr auf insgesamt 16 Linien – das ist die derzeitige Erfolgsbilanz des privaten Schienenverkehrsanbieters Abellio Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 baut die Tochter der Niederländischen Staatsbahn stetig ihr Streckennetz in Deutschland aus. Im vergangenen Jahr verlagerte Abellio sein deutsches Headquarter aus dem Ruhrgebiet nach Berlin. Im Interview mit Berlin to go spricht Deutschland-Chef Stephan Krenz über den neuen Standort, die Vorteile eines stärkeren Wettbewerbs im Schienenverkehr und seine Tätigkeit im Präsidium des Deutschen Verkehrsforums. Herr Krenz, Sie sind seit über 20 Jahren in der Bahnbranche tätig, unter anderem mit Stationen bei der Deutschen Waggonbau und Bombardier. Seit 2014 sind Sie Geschäftsführer von Abellio Deutschland. Wo steht Abellio im deutschen Schienenverkehrsmarkt? Stephan Krenz: Abellio ist auf den Personennahverkehr spezialisiert und befördert inzwischen rund 60.000 Menschen pro Tag auf rund 800 Kilometern Streckennetz in Sachsen, Sachsen-Anhalt, NRW, Thüringen, Hessen und Niedersachsen. Gerade haben wir zwei weitere Ausschreibungen im Rhein-Ruhr-Gebiet und Baden-Württemberg gewonnen. Wir gehen davon aus, dass wir unseren Umsatz in den nächsten fünf Jahren versiebenfachen werden. Dabei investieren wir stark und sorgen für echte Wertschöpfung an den Standorten: Wir beschaffen Züge, bauen Werkstätten, stellen Personal ein. Über 1.500 Menschen arbeiten für uns. Ihr Erfolg fußt auch auf einem Urteil, das Abellio 2011 vor dem Bundesgerichtshof erwirkt hat. Demnach darf es keine Direktvergaben mehr im Schienenpersonennahverkehr geben. Wie wirkt sich diese neue Wettbewerbssituation aus? Krenz: Der stärkere Wettbewerb wirkt sich sehr positiv auf den Preis, die Qualität, aber auch die Innovationskraft der Branche aus – alles Punkte, von denen der Fahrgast profitiert. Wir haben gerade beispielsweise eine Ausschreibung in Stuttgart gewonnen, weil wir das Netz für 6 Euro pro Kilometer betreiben werden und dabei neue Fahrzeuge zum Einsatz kommen – bisher zahlte das Land über 15 Jahre hinweg 12 Euro an den Betreiber mit Altfahrzeugen. In den nächsten Jahren werden weitere rund 30 Prozent des deutschen Regionalnetzes auf den Markt kommen und wir rechnen mit weiteren Zuschlägen für Abellio. Was macht Abellio anders als seine Wettbewerber? Krenz: Unser Unternehmen agiert sehr schnell und effizient. Wir haben flache Hierarchien und treffen Entscheidungen vor Ort in den einzelnen Regionen. So können wir die Kosten niedrig halten und gleichzeitig die Qualität erhöhen. Foto Gespräch: Berlin Partner / C. Kielmann 26 BERLIN TO GO

COFFEE TO GO Fotos: Abellio Stichwort Qualität: Sie landen bei Fahrgastumfragen regelmäßig auf Platz 1 – was muss dafür stimmen? Krenz: Zu den Kriterien zählen Pünktlichkeit, der Zustand der Fahrzeuge, die Qualität der Fahrgastinformationen und auch die Freundlichkeit des Personals. Auch hier wird deutlich, dass ein wettbewerbsgetriebener Markt klare Vorteile für den Fahrgast bringt. Sie haben im letzten Jahr Ihr deutsches Headquarter nach Berlin verlagert. Warum? Krenz: Berlin ist das Zentrum des Schienenverkehrs in Deutschland. Hier sitzen die Hersteller, Wettbewerber und die politischen Entscheider. Für uns ist die deutsche Hauptstadt zudem der beste Ort für weiteres Wachstum, vor allem durch die Attraktivität des Standortes für internationale Fachkräfte. Zur Eröffnung Ihres Standortes rollte bereits der erste Zug durch den Berliner Hauptbahnhof – bald werden es deutlich mehr sein. Krenz: Ja, ab 2018 übernehmen wir das sogenannte Dieselnetz in Sachsen-Anhalt und verbinden unter anderem Magdeburg und den Harz mit Berlin. Insgesamt umfasst das Netz eine Strecke von über 800 Kilometern. Gerade haben wir den Vertrag unterzeichnet und freuen uns darauf, bald mehr Abellio-Züge in Berlin zu sehen. Zudem haben Sie in diesem Jahr die Ausschreibung des Nahverkehrs in Stuttgart ab 2019 gewonnen. Was sind Ihre weiteren strategischen Ziele? Wie sollte 2050 der Bahnverkehr in Deutschland aussehen? Krenz: Unsere Vision ist ein Markt mit verschiedensten Betreibern, die den besten Service bieten, motivierte Mitarbeiter haben und den Fahrgast in den Mittelpunkt stellen. Außerdem wünschen wir uns, dass der stärkere Wettbewerb zu mehr Innovationen führt und Deutschland zum Vorreiter eines hochmodernen Schienenverkehrs wird. Mit Abellio möchten wir die Nummer 1 der Wettbewerbsbahnen in Deutschland werden. Seit November 2015 sind Sie Präsident von Mofair, dem Bündnis für fairen Wettbewerb im Schienenpersonenverkehr. Im April 2016 wurden Sie in das Präsidium des Deutschen Verkehrsforums gewählt. Was sind die Ziele Ihrer Verbandstätigkeit? Krenz: Schienenverkehr hat eine hohe öffentliche Relevanz. In der Diskussion mit der Politik ist es wichtig, dass private Anbieter mit am Tisch sitzen. Dabei geht es um Themen vom Eisenbahnregulierungsgesetz über das Baustellenmanagement bis hin zur Digitalisierung im Bahnverkehr. Auch hier zeigt sich: Ein stärkerer Wettbewerb zahlt sich letztendlich vor allem für den Fahrgast aus. BERLIN TO GO 27

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