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Berlin to go, Ausgabe 2.2016

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COFFEE TO GO AUF EINEN

COFFEE TO GO AUF EINEN COFFEE TO GO … Annabell Dörksen trifft Stephan Schwarz, Geschäftsführender Gesellschafter der GRG Unternehmen der Gebäudereinigung werden häufig mit vielen Klischees verbunden. Aber: bester Arbeitgeber der Region? Innovationstreiber? Vorreiter für Führungskultur? Die GRG beweist seit über 90 Jahren, dass das zusammenpasst. Immer wieder wird die Berliner Gebäudereinigungsfirma als bester Arbeitgeber ausgezeichnet. Eine wertschätzende Firmenkultur ist für Familie Schwarz, die das Unternehmen in dritter Generation führt, unerlässlich. Ein Gespräch mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter der GRG und ehrenamtlichen Präsidenten der Berliner Handwerkskammer Stephan Schwarz über Mitarbeitermotivation, Fachkräftemangel und Chancen für Berlin. Sie führen ein Unternehmen mit Tradition. Der Meisterbrief Ihres Großvaters ist auf Ihrer Webseite zu sehen. In den letzten Jahren wurden Sie zudem immer wieder als Innovationstreiber ausgezeichnet. Wie verbinden Sie Tradition und Innovation in Ihrem Unternehmen? Stephan Schwarz (StS): Tradition liegt für mich in einem von unserer Familie geprägten Selbstverständnis des Unternehmens. Ein zentraler Wert ist die Fürsorge für unsere Mitarbeiter. Mein Großvater hat nicht nur einen Betriebsrat eingeführt, sondern sich damals beispielsweise Zeit genommen, um Auszubildenden Nachhilfe in Mathematik zu geben. Heute leben wir denselben Wert in einer modernen Form: Wir haben ein Beratungstelefon für Mitarbeiter und ihre Familien eingerichtet. Dort wird man beispielsweise zu Erziehungsproblemen oder einem Pflegefall in der Familie beraten. Unsere Mitarbeiter nutzen das Angebot tatsächlich sehr stark. 1920 wurde die Walter Schwarz Glasreinigung in Berlin gegründet, kurze Zeit später zur „Großberliner Reinigungsgesellschaft“ unbenannt. Wofür steht die GRG heute, und was sind aktuell Ihre strategischen Ziele? StS: Wir sind sehr fokussiert aufgestellt als Experten der Gebäudereinigung. Diesen Service möchten wir unseren Kunden möglichst flächendeckend in Deutschland bieten und das bei hohem Qualitätsanspruch. Unsere Kunden schenken uns viel Vertrauen – schließlich lassen sie uns auch nachts in ihre Büros. In den letzten fünf Jahren haben wir ein Umsatzwachstum von mehr als 50 % erzielt. Unsere Niederlassungen in Bayern, Niedersachsen und der Rhein-Ruhr-Region haben sich gut entwickelt. Nun planen wir den Markteintritt im Stuttgarter und Frankfurter Raum. Im letzten Monat stand der Umzug Ihrer Firmenzentrale an – von Reinickendorf nach Charlottenburg. Warum fiel Ihre Wahl auf diesen Bezirk? Foto Gespräch: Berlin Partner / C. Kielmann 30 BERLIN TO GO

COFFEE TO GO Fotos: GRG, iStock/Maciej Noskowski StS: Gegründet wurde die Firma von meinem Großvater in Kreuzberg am Landwehrkanal. Nach dem Krieg wurde sie in Charlottenburg wiedereröffnet. Den Umzug dorthin sehen wir also ein Stück weit als Rückkehr zu unseren Wurzeln. Außerdem bietet der Standort viele Möglichkeiten für unsere Mitarbeiter. Er hat eine attraktive Lage und eine sehr gute Verkehrsanbindung. Sehr guter Dienstleister zu sein, ist ihr Kerngeschäft. Rund 3.700 Mitarbeiter arbeiten für Sie. Ihr Unternehmen ist mehrfach ausgezeichnet als bester Arbeitgeber. Was macht einen guten Arbeitgeber aus? StS: Guter Dienstleister und guter Arbeitgeber sind zwei Seiten einer Medaille. In unserer Branche gibt es eine sehr hohe Fluktuation. Eine gute Führungskultur ist essenziell. Es geht darum, die Mitarbeiter für ihre Arbeit wertzuschätzen – monetär, aber auch menschlich. Wir haben Mitarbeiter aus über 80 Nationen und möchten zum Beispiel, dass Wertschätzung auch interkulturell gelebt wird. Deshalb veranstalten wir ein Hoffest, das die Mitarbeiter mit Speisen und Programm aus ihren Heimatländern gestalten. Dennoch sind Sie in einem Tagesspiegel-Interview zitiert mit der Aussage: „Vor 20 Jahren waren wir in unserer Firma vor allem damit beschäftigt, Aufträge zu akquirieren, einen Kampf um die Kunden zu führen. Heute kämpfen wir um Mitarbeiter.“ StS: Ja, denn die größte Wachstumsbremse für unser Unternehmen, aber auch das Handwerk generell, ist der Mangel an Fachkräften. Wir haben bereits sehr frühzeitig in Personalmanagement und Arbeitgeber-Branding investiert und erleben dennoch Engpässe, um neue Aufträge annehmen zu können. Welche Rolle können die Geflüchteten dabei spielen? StS: Bei uns arbeiten bereits viele Migranten. Das ist ein Kanal zur Gewinnung von Mitarbeitern, der von jeher wichtig war – aber eben auch nur einer von mehreren, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wir nutzen diesen, indem wir durch verschiedenste Ausbildungsmöglichkeiten qualifizieren. Seit 2003 sind Sie ehrenamtlicher Präsident der Handwerkskammer Berlin. Wie entscheidend ist das Thema Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Berlin? StS: Im Jahr 2050 werden in Deutschland voraussichtlich rund 16 Millionen Menschen weniger auf dem Arbeitsmarkt sein. Das wird zu vielen Problemen führen, die alle spüren werden. Großstädte werden dann jedoch die Gewinner im Kampf um Fachkräfte sein und allen voran Berlin. Berlin ist lebendig und international, das zieht Talente an und bringt Unternehmen am Standort einen echten Wettbewerbsvorteil. BERLIN TO GO 31

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