Aufrufe
vor 3 Jahren

Berlin to go, Ausgabe 2.2016

  • Text
  • Elektromobilitaet
  • Innovation
  • Klero
  • Netzwerk
  • Optik
  • Startup
  • International
  • Berlin

SERVICE KLAR GESTECKTE

SERVICE KLAR GESTECKTE ZIELE UND EU-ERFAHRENE PARTNER Holger Klempnow, Gründer der Berliner KleRo GmbH Roboterautomation, berichtet im Interview über den neuen Firmenstandort, internationale Partner und tanzende Roboter Der Ingenieur Holger Klempnow legte mit der Gründung seines Büros für Roboterautomation 1999 den Grundstein für sein heutiges Unternehmen. Als Einzelunternehmer gestartet, wickelt er heute mit einem Team aus 29 Mitarbeitern Aufträge aus Industrie, Forschung und dem Kreativbereich ab. Ein Gespräch von Berlin to go am neuen Firmenstandort in Berlin-Lichtenberg. Können Sie in einem Satz beschreiben, was Ihr Unternehmen macht? Holger Klempnow (HK): Wir automatisieren industrielle Prozesse vorrangig mithilfe von Robotik. Genauer gesagt: Wir bieten schlüsselfertige Automatisierungslösungen für Roboteranlagen, die in der industriellen Fertigung zum Einsatz kommen. Gegründet haben Sie vor 17 Jahren. Im April haben Sie nun Ihren neuen Standort mit über 1.000 m 2 Nutzfläche in Berlin-Lichtenberg eingeweiht. Welche unternehmerischen Meilensteine lagen dazwischen? HK: Den Initialschub für die Gründung hatte damals das Daimler-Werk in Ludwigsfelde gegeben, mit dem wir bis heute eng zusammenarbeiten. Ich habe 1999 als Einzelunternehmer ein Büro für Roboterprogrammierung gegründet, 2002 konnte ich dann meinen ersten Mitarbeiter einstellen. Und so sind wir Jahr für Jahr gewachsen – mit neuen Aufträgen und immer größeren Herausforderungen. Im Rückblick zählen die Momente zu unseren Meilensteinen, in denen wir unser Leistungsportfolio erweitert haben oder neue strategische Partnerschaften eingegangen sind, wie etwa mit den Anlagenbauern von MP GmbH Montage- u. Prüfsysteme, Mikron Automation Berlin Dürr EcoClean. Zu unseren aktuell größten Projekten gehört die Übergabe der ersten Komplettanlage zur Oberflächenbearbeitung neuer Nockenwellenelemente aus der neue Produktlinie Camtronic des Daimler-Werkes Berlin. Was bedeutet der Bezug des neuen Gebäudes für Ihr Unternehmen? HK: Wir haben hier endlich ausreichend Platz, und keiner muss im Stehen arbeiten, wenn die Mannschaft vollzählig ist! Das Besondere an unserer neuen frei tragenden Halle ist ihre Flexibilität. Roboterprogrammierung, der Anlagenaufbau und die Probe-Inbetriebnahme von Anlagen gehören zu unserem Kerngeschäft. Dazu braucht man Platz und muss die vorhandenen Räumlichkeiten auftragsspezifisch Fotos: Klero 24 BERLIN TO GO

SERVICE einrichten können. Der Clou ist, dass wir das Gebäude inklusive Kranbahn bei Bedarf durch eine Verlängerung ohne großen Aufwand erweitern können. Und in seiner Modularität ist der Raum zudem prädestiniert für Events, Hausmessen oder Kundenschulungen. Wie lange hat es von der ersten Planung bis zur Eröffnung des neuen Standorts gedauert? HK: Von der Suche bis zur Vertragsunterzeichnung zum Erwerb des Grundstücks vergingen rund zwei Jahre. Weil es sich beim hiesigen Grund um eine Landesfläche handelte, haben wir von der Direktvergabeempfehlung bis zum finalen Zuschlag ein aufwendiges Prozedere durchlaufen. Berlin Partner hat uns im Vorfeld des Erwerbs sowie bei den Behörden- und Genehmigungsprozessen im Zuge des Neubaus maßgeblich unterstützt. Aktuell schließen wir nach ca. einem Jahr Bautätigkeit die erste Bauphase mit den Außenarbeiten ab. Eine zweite Bauphase, bei der die Büroräume in einem Vorbau ausgegliedert werden, ist in Planung. Was haben Sie sich für den neuen Standort vorgenommen? HK: Wir sind an regional wichtigen Innovationsvorhaben der Industrie beteiligt. Wir bringen uns in verschiedene Forschungsprojekte ein, etwa bei der Entwicklung eines Laborroboters für die TU Chemnitz, und wir treiben zeitgleich unsere internationalen Aktivitäten voran. Dazu gehören Projekte, bei denen wir mit deutschen Anlagenbauern für den internationalen Markt Produktionsanlagen mit Industrierobotern entwickeln und programmieren. Unser primäres Ziel vor Ort aber ist es deshalb, noch stärker als Kompetenzzentrum für industrielle Robotertechnik und -automation in Berlin-Brandenburg und als einer der führenden Anbieter für Automatisierungslösungen wahrgenommen zu werden. Sie werden in diesem Jahr ein umfangreiches EU-Projekt abschließen. Wie lief diese internationale Kooperation ab? HK: Gemeinsam mit Kollegen hatten wir die Idee, eine neue Roboterzelle für die künstlerische Bearbeitung von Steinoberflächen zu entwickeln. Eine interessante Alternative zur manuellen Bearbeitung in Steinmetzbetrieben. Im Rahmen des EU-Forschungsaufrufs „Research for SMEs“ haben wir uns 2013 gemeinsam mit Partnern aus Italien, Österreich, England und der Türkei um EU-Fördergelder beworben. Unser Projekt erhielt den Namen „Arosu – Artistic robotic surface procession for stone“. Uns fiel dabei die Rolle als Projektkoordinator zu. In unserer Hand lagen somit unter anderem die Gesamtkoordination, die Überwachung des Projektfortschritts, die Verteilung der Fördergelder sowie die Verantwortung für definierte projektinterne Aufgaben. Aktuell stehen wir vor der offiziellen Abschlussbewertung. Was waren die größten Herausforderungen, und wie lautet Ihr Fazit? HK: Generell waren strukturelle Aspekte wie die Klärung administrativer oder steuerrechtlicher Fragen zu meistern. Allein die Antragsstellung ist mit einem immensen Aufwand verbunden. Unser italienischer Projektpartner hatte bereits Erfahrung mit EU-Projekten. Das kam uns sehr zupass. Zusätzlich haben wir auf die Unterstützung von Berlin Partner zurückgegriffen – in administrativen Dingen genauso wie bei der Partnersuche war das für uns erfolgsentscheidend. Mein Fazit: Wir haben unseren unternehmerischen wie interkulturellen Horizont immens erweitert und bewiesen, was wir gemeinsam leisten können. Natürlich freuen wir uns, dass das auch in der Branche wahrgenommen wird. Worauf sollten Unternehmen Ihrer Erfahrung nach achten, die sich im Rahmen von EU-Projekten international vernetzen möchten? HK: Auf die Zusammenarbeit mit einem EU-erfahrenen Projektpartner, auf klar gesteckte, erreichbare Projektziele und darauf, einen Mitarbeiter für die Projektadministration abzustellen. Das neue Rahmenförderprogramm Horizon 2020 wurde EU-seitig mit Blick auf die administrativen Vorgaben optimiert. Das macht es auch für uns attraktiv, über ein zweites EU-Projekt nachzudenken. Allerdings nur mit der Unterstützung von Berlin Partner! Was sind Ihre nächsten Ziele? HK: Wir konzentrieren uns aktuell neben Industrieaufträgen und zwei nationalen Forschungsthemen auf neue Anwendungen im Event- und im Bildungsbereich. Bereits in den letzten Jahren haben wir bei verschiedensten Veranstaltungen Roboter mit ihrem Können in alltäglicher Umgebung gezeigt. Sei es als Schuhverkäufer bei der FashionWeek oder als Tänzer auf der CeBit. Das Spektrum, mit dem wir künftig ein noch breiteres Publikum adressieren möchten, reicht somit von der Kulturveranstaltung über den Messeauftritt bis zum Lernroboter an Berliner Schulen. Herzlichen Dank für das Gespräch! Interview: Ines Hein Holger Klempnow von der Berliner KleRo GmbH entwickelt Roboter, die in der industriellen Fertigung zum Einsatz kommen. BERLIN TO GO 25

Publications in English

Publikationen auf deutsch

Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik
Schienenverkehrstechnik
Verkehrstelematik
Logistik
Automotive in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Aerospace Industrie
Biotech- und Pharmaindustrie
Forschung für die Gesundheit
Gesundheitsversorgung und Prävention
Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015
Clusterbroschuere Gesundheitswirtschaft
Prävention und Gesundheitsförderung
Rehabilitation in Berlin und Brandenburg
Games Industrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Digitale Wirtschaft in Berlin
Fernsehen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Fashion in Berlin
Best Practice Wireless in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Medien und Kreativwirtschaft in Berlin-Brandenburg
Turbomaschinen und Kraftwerkstechnik
Energienetze und -speicher in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Kreislaufwirtschaft in Berlin
Wasserwirtschaft in Berlin
Energietechnik in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft
Service Packages für Unternehmen in Berlin
Unternehmensservice in den Berliner Bezirken
Berlin Partner: Unser Service fuer Sie