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Berlin to go - Ausgabe 2.2015

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STARTUP Herr Samwer, was

STARTUP Herr Samwer, was bedeutet Geld für Sie? Mit Geld assoziiere ich geprägte Freiheit. Geld an sich besitzt keinen materiellen Wert, sondern die Dinge, die sich mit Geld realisieren lassen. Für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Lendico steht für Transparenz und Fairness. Im Gegensatz zur „Blackbox“­Bank kann bei Lendico jeder Anleger selber bestimmen, welches Kreditprojekt er unterstützt. Hinter jedem Projekt steht ein Unternehmen oder eine Privatperson. Da wir kein teures Filialnetz besitzen und auf fortschrittliche Technologie setzen, ist Lendico schlanker und effizienter als traditionelle Banken aufgestellt. Wir geben diese Kostenvorteile in Form von günstigen Krediten und attraktiven Renditen an unsere Kunden weiter. Wie werden sich Ihrer Meinung nach die Finanzmärkte entwickeln? Da fragen Sie mich nach einem Blick in die Glaskugel. Im Moment ist politisch gewollt sehr viel Geld im Umlauf, was sich unter anderem in steigenden Immobilienpreisen spiegelt. Lendico ermöglicht ein Investment in die älteste Anlageklasse der Welt: Kredite, sowohl für Privatleute als auch für Unternehmen. Diese Anlageklasse hat ein sehr gutes Risiko­Ertrags­Verhältnis. Kein Wunder, dass Banken diese gerne für sich behalten würden. Wird es in 50 Jahren noch Banken geben? Niemand möchte, jeder muss sich mit Finanzen auseinandersetzen. Im letzten Jahrzehnt waren Banken nur mit sich beschäftigt, d. h. mit Kosteneinsparungen, Regulatorik und Skandalaufarbeitung. Sie haben vergessen, wer am Ende für ihre Leistung zahlt. Banking muss wieder einen spürbaren Mehrwert für den Kunden haben. Auch in Zukunft wird es immer Banking geben. Die Frage ist eher, wer diese Dienstleistungen für den Kunden erbringen wird – traditionelle Banken oder neue Spieler? Ganz sicher ist, dass die Banken von morgen nicht wie die von heute aussehen werden. Man wird sie in der Hosentasche mit sich rumtragen. Welche Chancen sehen Sie im digitalen Markt? Die Digitalisierung schnappt sich Branche für Branche. Selbst die hoch regulierte Finanzindustrie steht vor einer Revolution, da sie von innen heraus keine wahren Innovationen treibt. Stellen Sie sich vor, dass nach der ersten Halbzeit statt Fussball plötzlich Handball gespielt wird. Manche Banken und „Fintechs“ können sich viel schneller auf das neue Spiel einstellen als große Filialbanken. Der einstige Vorteil einer breiten regionalen Verankerung wird zum Klotz am Bein. Wo können Sie vom Know-how des traditionellen Kreditinstituts profitieren? „Fintechs“ könnten von dem gesammelten Wissen über das Kundenverhalten profitieren, um darauf basierend noch schneller bessere Services zu entwickeln. In diesem Feld machen Kooperationen Sinn. Zugleich kann man aus den Fehlern der Kreditinstitute lernen: Komplexe Produkte, ineffiziente Prozesse und moralisch problematische Geschäfte sind ein tabu. Interview Gabriele Schulte-Kemper EINE FRAGE ZWEI UNTERSCHIEDLICHE UNTERNEHMEN, VIELE IDEEN, EIN MARKT UND DIE FRAGE: WIE SIEHT DIE FINANZWELT VON MORGEN AUS? Das Startup Lendico will die Finanzwelt mit unkonventionellen Geschäftsmodellen revolutionieren. Die Berliner Volksbank schafft Vertrauen durch Tradition und setzt auf Unternehmenssteckbrief: Lendico Lendico bringt als digitaler Kreditmarktplatz für Privatund Unternehmenskredite Kreditnehmer und Anleger direkt zusammen. Die Kreditvergabe erfolgt vollständig online ohne Filialnetz und setzt auf modernste Technologie, um bei geringen Kosten die beste Kundenerfahrung sicherzustellen. Durch diesen Vorteil kann Lendico Kreditnehmern günstige Kredite und Anlegern attraktive Renditen bieten. Seit der Gründung im Dezember 2013 hat Lendico das Vertrauen von über 250.000 Nutzern gewonnen und wurde mehrfach als bester Kreditmarktplatz in Deutschland ausgezeichnet. Was trifft auf Sie zu … Sicherheit oder Risiko? Sicherheit Bargeld oder Kreditkarte? Kreditkarte Teamplayer / Alleinentscheider? Teamplayer Anzug oder Jeans? Jeans Stadt oder Land? Stadt Christoph Samwer Porträt: Lendico / Claudia Georgi 38 BERLIN TO GO

STARTUP Herr Jung, was bedeutet Geld für Sie? Geld ist für mich langfristig hauptsächlich ein Zahlungsmittel und bedeutet Sicherheit. Durch die breit aufgestellte strukturelle Verfügbarkeit kann man zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort Geld erhalten oder transferieren. DES GELDES ihre genossenschaftlichen Prinzipien. Kommen konventionelle Banken in Zukunft noch an der digitalen Ausrichtung ihrer Geschäftsbereiche vorbei, oder sind die neuen „Fintech“­Unternehmen nur temporär am Markt? Berlin to go sprach mit Dr. Christoph Samwer, Firmengründer von Lendico, und Carsten Jung, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank. Ein Disput. Unternehmenssteckbrief: Volksbank Die Berliner Volksbank ist eine der größten Genossenschaftsbanken in Deutschland und betreut Privat- und Firmenkunden in Berlin und Brandenburg. Dem genossenschaftlichen Grundgedanken der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und der Selbstverantwortung – ohne Staatshilfe – fühlt sich das Unternehmen auch heute noch uneingeschränkt verpflichtet. Als Finanzexperten und Förderer des Mittel standes, engagiert sich das Unternehmen persönlich für die Mitglieder und Kunden. Fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist Mitglied einer Volksbank oder Raiffeisenbank. Was trifft auf Sie zu … Sicherheit oder Risiko? Beides macht Sinn Bargeld oder Kreditkarte? Kreditkarte Teamplayer / Alleinentscheider? Beides Anzug oder Jeans? Tageszeitabhängig Stadt oder Land? Stadt Carsten Jung Porträt: Berliner Volksbank / Peter Adamik; Foto: iStock/ppart Für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Die Philosophie unserer Bank beruht auf einem Geschäftsmodell, das vor über 160 Jahren von Handwerkern und Gewerbetreibenden gegründet wurde und unverändert Bestand hat. Ein nachhaltiges Modell mit einem hohen Maß an Bodenständigkeit also. Es verkörpert Werte, die heute aktueller sind denn je: Fairness, Kompetenz, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Was uns vorantreibt und erfolgreich bleiben lässt, ist das Prinzip der Mitgliedschaft sowie eine gesunde Portion Neugier und Mut, neue Trends und innovative Entwicklungen in der Wirtschaft aktiv mitzugestalten. Wie werden sich Ihrer Meinung nach die Finanzmärkte entwickeln? Im Hinblick auf die digitale Revolution werden sich die Finanzmärkte wahrscheinlich dahingehend verändern, dass sie mit noch höherer Transparenz und Schnelligkeit handeln sowie ein hohes Maß an Informationsfreiheit für jeden darstellen. Wird es in 50 Jahren noch Banken geben? Ja, aber mit veränderten Geschäftsschwerpunkten. „Fintechs“ werden den Banken nicht das gesamte Geschäft abnehmen, sondern punktuell die Themen ergänzen. Denn auch diese Unternehmen werden der Regulatorik unterliegen, insbesondere der Datenschutz und der Verbraucherschutz werden das Geschäftsmodell erschweren. Die Bankenlandschaft wird sich neu ausrichten. Welche Chancen sehen Sie im digitalen Markt? Im digitalen Markt sehe ich Chancen für jede Bank, wenn sie sich zeitnah auf die Bedürfnisstruktur ihrer Kunden einstellt. Dazu zählen auch zeitgemäße Zahlungsverkehrssysteme. Im Herbst diesen Jahres wird Paydirekt an den Start gehen, die Bezahllösung der deutschen Kreditwirtschaft, die ein mit PayPal vergleichbares, aber in vielen Dingen sichereres Leistungsangebot zur Verfügung stellt. Wir begleiten den Startup­Markt schon länger. Nach ersten Finanzierungsrunden, die wir als Fremdkapitalgeber strategisch begleitet haben, werden wir zukünftig auch Eigenkapital zur Verfügung stellen. Wo können Sie vom Know­how der innovativen Startups profitieren? „Fintechs“ könnten das Leistungsportfolio sinnvoll ergänzen, insbesondere weil sie in der Regel deutlich schneller sind, flexibler agieren und eine kürzere Produkteinführungszeit haben. Banken stellen zunächst einen Businessplan auf und treten gefühlt Lichtjahre später auf den Markt. „Fintech“­Unternehmen hingegen stellen das Produkt schnell bereit, anfangs auch unperfekt, mit dem einen oder anderen Makel. Es geht darum, schnell zu wissen, wie Kunden auf neue Produkte reagieren und ob sie diese annehmen. Interview Gabriele Schulte-Kemper BERLIN TO GO 39

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