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Berlin to go - Ausgabe 2.2015

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Das Magazin von Berlin Partner. Aktueller Schwerpunkt: Gesundheitswirtschaft

DISKURS „BERLIN IST

DISKURS „BERLIN IST DIE PERFEKTE SCHNITTSTELLE“ Industrie 4.0 ist das Wort der Stunde, auch im Krankenhaus – Ein Berliner Unternehmen bringt die Zukunft in die Kliniken dieser Welt Kaum eine andere Branche erfordert so komplexe Technik wie die Gesundheitswirtschaft, aber die meisten Hersteller bieten selten wirkliche Komplettpakete für die OP- Säle dieser Welt an. S-Cape möchte das ändern – auch deswegen verlegte das innovative Unternehmen seinen Sitz nach Berlin. Warum Softwareentwickler die deutsche Hauptstadt lieben und Berlin die Basis für die Expansion des Unternehmens werden soll, verrät Geschäftsführer Björn von Siemens. Herr von Siemens, first things first: Was genau macht S-Cape? Björn von Siemens (BvS): Wir waren ursprünglich ein IT- Unternehmen, das im OP-Saal Visualisierungslösungen und IT-Schnittstellen angeboten hat, und entwickeln uns jetzt hin zu einem Unternehmen, das Industrie 4.0 in den OP-Saal bringt – im Endeffekt der zentrale Informationsknotenpunkt im OP-Bereich. Mit unseren Lösungen, vom medizinischen PC in der einfachsten bis zum vollintegrierten System in der komplexesten Variante, kann nicht nur der Operateur schnell und unkompliziert auf alle relevanten Informationen zugreifen, sondern auch die Administration des Krankenhauses oder ein Experte von außerhalb. Das verschlankt die Abläufe, spart Zeit und Geld und ermöglicht – und das ist der wichtigste Aspekt – eine effizientere, sichere und zielgerichtetere Behandlung der Patienten. S-Cape hat mittlerweile mehr als 5000 OP-Lösungen in über 1000 Kliniken in 50 Ländern installiert. Das klingt beeindruckend. Wie groß ist S-Cape denn nun tatsächlich? BvS: Wir sind ein wachsendes Unternehmen und beschäftigen mittlerweile über 50 spezialisierte Mitarbeiter, Tendenz steigend. Damit sind wir in unserer Nische Marktführer, auch wenn es wesentlich größere Unternehmen gibt, die quasi nebenbei in unserem Zweig Teams beschäftigen. Unsere Spezialisierung und offene Plattform ist allerdings unser größter Trumpf und wird von unseren Kunden goutiert. Es gibt eine ganze Reihe von Konzernen, die nicht nur ein Vielfaches Ihrer Mitarbeiterzahl haben, sondern sehr kreativ in der Erschließung neuer Geschäftsfelder sind. Warum stoßen die nicht in so einen lukrativen Bereich wie die Gesundheitswirtschaft vor? BvS: Es gibt tatsächlich nicht nur ein großes Softwareunternehmen, das daran interessiert wäre, mit seinen jeweiligen Softwarelösungen eine Rolle zu spielen – allerdings ist das Umfeld so speziell und die Anforderungen so hoch, dass es gar nicht so einfach ist, diesen Markt zu erschließen. Es zählt eben nicht nur gute Software, sondern auch robuste Hardware, die auf die anspruchsvolle OP-Umgebung abgestimmt ist. Eine OP-Konsole muss nicht nur ständige Reinigung mit aggressiven Reinigungsmitteln ertragen, son­ Fotos oben: S-Cape 16 BERLIN TO GO

Portrait: Gerhard Blank dern auch die Kollision mit einem Besteckwagen unbeschadet überstehen und als Medizinprodukt klassifiziert sein. Ein Gesamtpaket für den OP-Bereich kann nur anbieten, wer wie wir völlig neutral von großen Herstellern bleibt. Der Chirurg kann so die jeweils beste Medizintechnik herauspicken und miteinander kombinieren. Viele Systeme, die auf dem Markt sind, können nur effizient mit Systemen kommunizieren, die aus der eigenen Firma kommen – das ist in etwa so, wie einen Computer zu kaufen, der nur mit dem USB-Stick, der Kamera oder der Tastatur desselben Herstellers funktioniert. Ein zentraler Punkt im Portfolio von S-Cape ist eine Reihe von preisgekrönten Integrationslösungen, die modulartig aufgebaut sind. Können Sie ein Beispiel nennen? BvS: Caresyntax ® ist eine neue Marke, die wir auf unserem Weg hin zu Industrie 4.0 für den OP etabliert haben. Dahinter stehen einerseits größere Projekte, bei deren Abschluss sehr anspruchsvolle Lösungen entstehen, andererseits neue Softwaretechnologie und eine Benutzeroberfläche, die die Integration dieser Lösungen ermöglichen. Es gibt eine gewaltige Anzahl an unterschiedlichen Schnittstellen im OP: Um die alle unter einen Hut zu bringen, brauchen Sie sehr gute Softwareentwickler, die wir hier auch an Bord geholt haben, um ein sogenanntes „operating system for the operating room“ zu entwickeln. Klingt, als wäre es gar nicht so einfach, fähige Entwickler für medizinische Informationstechnik zu bekommen. Wie entscheidend ist der Standort bei der Mitarbeitergewinnung? BvS: Im Fall von Berlin: enorm entscheidend. Die Möglichkeit, hier in der Stadt Talente zu finden, ist so groß wie fast nirgendwo sonst. Das liegt einerseits an der Masse an bestens ausgebildeten Studenten an den Universitäten in der Stadt selbst, andererseits an der Bereitschaft, nach Berlin zu ziehen, die ungebrochen groß ist. Wir haben beispiels­ weise einen erfahrenen Projektmanager aus Lettland, der nicht nur für seine Arbeit nach Berlin gezogen ist, sondern auch, weil ihn hier eine der spannendsten Städte der Welt erwartet. Für uns ist das ein enormer Glücksfall, weil es so schwer ist, Spezialisten zu finden, die sich in Medizintechnik und IT gleichermaßen auskennen. Es sind also die Soft Skills, die Berlin so interessant machen? BvS: Es ist noch mehr als das. Abgesehen von Talentsuche und Kundenbindung ist für uns als Medizintechnikunternehmen Berlin interessant, weil die Stadt über eine große und vielfältige Kliniklandschaft verfügt. An der Charité statten wir in diesem Jahr zehn OP-Säle aus und haben Geschäftsführer Björn von Siemens insgesamt schon über 100 im Gespräch mit Berlin to go. Geräte in den unterschiedlichen Häusern. Die Nähe zum Kunden ist eben ein sehr wichtiger Faktor, vor allem, was Feedback betrifft. Oder, um es in der Sprache von S-Cape zu sagen: Berlin ist die perfekte Schnittstelle zwischen Gesundheits- und IT-Wirtschaft. Nicht zuletzt erhoffen wir uns in Berlin auch eine gewisse politische Unterstützung. Bislang war die Zusammenarbeit sehr fruchtbar, und wir hoffen natürlich auch, dass das so weitergeht. Zu guter Letzt war ausschlaggebend, dass wir große Ambitionen haben, in Asien und den Amerikas zu wachsen, und unsere internationalen Kunden ihren Weg einfacher nach Berlin finden. Berlin ist sozusagen eine wichtige Basis für die Expansion unseres Unternehmens. Vielen Dank für das Gespräch. Interview Julian Vetten BERLIN TO GO 17

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