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Wirtschaftsmetropole Berlin

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8 Industrie mit starkem

8 Industrie mit starkem Mittelstand Technik aus Berlin Fast in jedem Wohnzimmer steckt ein Stück Berlin. Bei India-Dreusicke werden seit 1929 Kunststoffgehäuse hergestellt. Aktuell unter anderem die für die Internet- Router FRITZ!Box der Berliner Firma AVM und Geräte der Deutschen Telekom. Vier bis sechs Millionen Stück jährlich werden von den etwa 60 Mitarbeitern produziert. D ie Berliner Wirtschaft wächst – im Durchschnitt deutlich mehr als im restlichen Deutschland. Das ist vor allem dem unternehmerischen Mittelstand zu verdanken. Die 180.000 Betriebe sind das ökonomische Herz der Hauptstadt. Zuversichtlich sind die Firmenchefs: 73 Prozent von ihnen beurteilen ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut – eine Steigerung um rund vier Prozent zum Vorjahr 2017 –, so das Ergebnis einer Umfrage der Investitionsbank Berlin und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Damit sind die Unternhemen deutlich positiver gestimmt als im Bundestrend – da liegt die Quote nur bei 69 Prozent. 2017 konnte mehr als jedes zweite mittelständische Unternehmen Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Und der Personalbedarf im Mittelstand wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Fast jedes dritte Unternehmen beschäftigte mehr Mitarbeiter als im Jahr zuvor. Ein Grund für die gute Lage: Berliner Unternehmen sind innovativ und kooperieren eng mit Wissenschaftseinrichtungen. Die Stadt ist für gut qualifizierte Fachkräfte hoch attraktiv. Das Gehaltsniveau ist moderat, aber auf das Preisniveau bezogen relativ hoch. Und die Internationalität der Stadt macht sie zu einem bevorzugten Standort für Unternehmen, die ihre Leistungen und Produkte weltweit vertreiben. Digitale Transformation. Auch bei den Chancen durch die Digitalisierung der Wirtschaft liegt Berlin vorne. Ein Sanitärbetrieb schickt seinen Monteur dank Auswertung aktueller Verkehrsdaten schneller zum Kunden, ein Möbelbauer tauscht mit seinem Kunden Entwürfe via Cloud aus und der Geschäftsführer einer Kunststofffirma kann auf seinem Smartphone die Arbeit seiner Maschinen einsehen: Berliner Betriebe profitieren von den digitalen Pionier leistungen der vielen IT- und Softwareunter nehmen. Dank der guten Vernetzung von Inkubatoren und Startup-Hubs bietet die Hauptstadt das Knowhow, um Produkte, Prozesse und Vermarktung mit Digitalisierung zukunftsfähig zu verbessern.

Wirtschaftsmetropole – Impulse 9 Industriestandort Berlin Gerade der Mittelstand mit seinen flexiblen Strukturen kann die Chancen der Digitalisierung schnell für sich nutzen. Industrie 4.0. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten in Berlin gemeinsam daran, smarte Lösungen für das „Internet der Dinge“ zu entwickeln. In anwendungsnahen Projekten vernetzen sie die Produktion, machen sie intelligent und flexibel. Zu den Vorreitern einer umfassenden Implementierung von Industrie- 4.0-Technologien zählen unter anderem die Bundesdruckerei und das Mercedes-Benz-Werk in Berlin. Auch der amerikanische Konzern GE ist von Berlin als Standort für den digitalen Wandel überzeugt: 2015 eröffnete das Unternehmen sein „Global Technical Learning Center.“ Das 2.500 Quadratmeter große Trainingszentrum dient internen GE-Fortbildungen und auch externen Schulungen. Es entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Werk von GE Power Conversion, einem der größten Standorte von GE in Deutschland. Bilder: Thinkstock.de | iStock | Wavebreakmedia, Investitionsbank Berlin, Unternehmen Der Berliner Mittelstand ist das Herz der wirtschaftlichen Dynamik. Dieses pulsierende Herz muss sich in den kommenden Jahren einer digitalen Transformation unterziehen, damit Berlin seinen atemberaubenden Aufholprozess weiterführen kann. Dr. Jürgen Allerkamp Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin Neben jungen Startups prägt die Berliner Wirtschaft auch eine starke Industrie. Siemens ist besonders fest in der Hauptstadt verwurzelt. In Moabit werden unter anderem Gasturbinen gefertigt, in der Siemensstadt Motoren und Windkraftanlagen. In dem weltgrößten Siemens-Produktionsstandort arbeiten 12.000 Menschen. 2018 hat der Konzern entschieden, 600 Millionen Euro in einen Innovationscampus zu investieren. Im BMW-Werk Berlin-Spandau werden seit 1967 Motorräder gebaut. Über 110.000 Maschinen verlassen jährlich das Werk. Daimler setzt ebenfalls auf Berlin. In dem 1902 gegründeten Werk in Marienfelde arbeiten rund 2.500 Mitarbeiter an klimafreundlichen Motoren der Zukunft. Insgesamt beschäftigt Daimler über 7000 Menschen in Berlin. Namhafte Hersteller Weitere Schwergewichte der Berliner Industrielandschaft: Der US-Konzern Procter & Gamble fertigt in seinem Gilette-Werk in Berlin-Marienfelde Nassrasiersysteme. Die Beiersdorf AG produziert ihre Nivea-Produkte am Berliner Standort. Berlin Chemie produziert mit rund 5000 Mitarbeitern Arzneimittel im Wert von rund 1,5 Mrd. Euro pro Jahr. Fahrstühle und Fahrtreppen baut das Schweizer Unternehmen Schindler. Bereits 1906 wurde die Niederlassung in Berlin gegründet. Traditionsmarken Musikalisch anspruchsvoll geht es in der C. Bechstein Pianofortefabrik AG zu: Seit 1853 fertigt das Unternehmen hochwertige Flügel für Spitzenmusiker in aller Welt. Die Königliche Porzellan- Manufaktur Berlin (KPM) wurde 1763 von Friedrich dem Großen in Berlin gegründet. Sie ist auch heute noch eine Manufaktur, die Porzellane in Handarbeit fertigt und die Dekore in Freihandmalerei herstellt.

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