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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

Untersuchung,

Untersuchung, psychiatrische Beurteilungen oder ophthalmologische Untersuchungen finden auf diese Weise statt. 42 5.4. Schaffung einer digitalen Infrastruktur Es sollten spezifische Anwendungen angeboten werden, um einen konkreten Wettbewerbsvorteil Berlins zu erhalten. Insbesondere eine einheitliche Plattform für die vorgelagerte Übermittlung von Patientendaten, eine Online-Vorstellung des behandelnden Arztes/Therapeuten und eine Einführung in das geplante Behandlungsprozedere sollten eingerichtet werden. Dies würde einen deutlich strukturierteren Ablauf des Aufenthaltes und eine Optimierung der Behandlung auf Grundlage der vorherigen Behandlungen (Stichwort: Elektronische Fallakte) ermöglichen. Als zweites Ausbaufeld sollten Spezialdienstleistungen, wie zum Beispiel eine Genanalyse für Privatzahler zur Optimierung der Medikation oder des gesundheitsorientierten Lebensstils überdacht werden. Derartige Anwendungen können eine Leuchtturmwirkung des „Schaufenster Berlin“ erzeugen, sofern sie als exklusive Dienstleistung bei den Spezialkliniken eingebracht werden. Insbesondere russischsprachige und arabische Patienten können als Zielgruppe für derartig weltweit führende Anwendungen dienen, sofern ihnen der Mehrwert und die Einzigartigkeit der Dienstleistung klar vermittelt werden. Der Erfolg lässt sich an bisherigen Einsätzen in Präventivzentren abschätzen. Des Weiteren spielt die Nachbetreuung eine wichtige therapeutische und psychologische Rolle. Eine standardisierte Nachbetreuung durch ein Videokonferenzsystem sowie das Monitoring behandlungsrelevanter Vitalparameter würde zu höherer Patientenzufriedenheit und somit einer direkten „Wertsteigerung“ der Behandlungserfahrung beim Patienten führen. Es wird davon ausgegangen, dass sich somit auch deutlich effizienter weitere Patienten für den Gesundheitstourismus in Berlin gewinnen lassen. Die Verbindung der genannten Alleinstellungsmerkmale mit dem bewährten „deutschen Qualitätssiegel“ könnten Investitionen in e-Health-Anwendungen durch langfristige Patientenströme bereits kurzfristig amortisieren. Die bisherige Aufstellung und Entwicklungsmöglichkeiten durch die Implementierung von e-Health Anwendungen wurden in einer SWOT-Tabelle zusammengestellt: 42 vgl. Asa, 2013 60

Abb. 21: SWOT Analyse im e-Health Bereich Quelle: Eigene Darstellung Es lässt sich schlussfolgern, dass Berlin eine sehr gute Ausgangsbasis für die Nutzung von Wachstumschancen mit e-Health besitzt. Es sollte durch konkrete Lösungen eine klare Abgrenzung vom nationalen und internationalen Wettbewerb eingerichtet werden. Die beschriebenen Lösungen werden sowohl für die präoperative Behandlung als auch die Nachversorgung verwendet. Follow-up als eine der größten Sorgen für ausländische Patienten sollte dem Patienten somit automatisch angeboten werden. Ein einfaches 10-20 Minuten Training mit der Software sollte ausreichen, um dem Patienten die Idee zu vermitteln und ihm zu erklären, wie er Bilder versendet und die Verbindung mit Experten einrichtet. Diese Kundenbindung wäre einzigartig im Gesundheitstourismus und da die meisten Anbieter im Gesundheitswesen von Mund-zu-Mund- Marketing abhängen, würde eine Win-Win-Situation eintreten. Als ein erfolgreiches Beispiel dient die „Teleassistierte Nachsorge für nierentransplantierte Patientinnen und Patienten“ der Universität Freiburg. Dabei werden Patienten, die am Freiburger Klinikum die Niere eines Spenders mit einer ungleichen Blutgruppe erhalten haben, in ihrer häuslichen Umgebung versorgt. Bei auffälligen Befunden wird im Transplantationszentrum ein Alarm ausgelöst und außerdem können Patienten bei jeglichem Bedarf direkt Kontakt mit den Ansprechpartnern im Transplantationszentrum aufnehmen. Direktes Resultat sind Zeit und Kosteneinsparungen (Patient: Optimierte Behandlung; Krankenhaus: Entlastung der Einrichtung) sowie eine starke Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Die Lösung lässt sich direkt auf Auslandspatienten und weitere Anwendungsgebiete übertragen und zeigt, dass ein sehr zügiger und fokussierter Handlungsbedarf für e-Health Anwendungen besteht, um in Berlin eine Führungsrolle zu übernehmen. 61

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