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Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015

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Abschätzungen für die bisherige und zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus in Berlin-Brandenburg

4. Markt und Wettbewerb

4. Markt und Wettbewerb 4.1. Identifikation und Analyse relevanter Quellmärkte Laut Vereinbarung steht der Nicht-EU-Quellmarkt im Zentrum der Potenzialanalyse, dabei insbesondere die beiden wichtigsten Regionen für die Patientenakquisition: der GUS-Raum und die GCC-Staaten. Patienten aus diesen Ländern sind zumeist Selbstzahler oder werden von institutionellen Kostenträgern wie Botschaften, Ministerien oder Versicherungen betreut. Sie liefern sowohl den zentralen Anteil an extrabudgetären Erlösen durch elektive Patienten der Kliniken als auch an den sonstigen Ausgaben dieses touristischen Segments, bspw. für Hotelübernachtungen oder im Handel. Anhand der Anzahl der Patienten, die sich aus diesen Ländern in Deutschland behandeln lassen, erfolgt eine Konzentration auf die jeweiligen Top-3 Länder. Dies sind Saudi Arabien, die VAE und Kuwait sowie Russland, die Ukraine und Kasachstan. Diese Länder sind seit Jahren stabile Nachfrager nach medizinischen Leistungen in Deutschland. Aufgrund der positiven Entwicklung im chinesischen Tourismus-Incoming-Markt wird geprüft, ob Patienten aus China ebenfalls ein Marktsegment sein könnten. Der Markt der EU-Patienten wird nicht betrachtet, da zum einen aufgrund von Krankheitsbildern und Abrechnungsmöglichkeiten die Erlöse für die Kliniken deutlich geringer ausfallen. Zum anderen werden weniger Ausgaben im nicht-medizinischen Bereich getätigt. Außerdem bereitet die Umsetzung der EU- Patientenrichtlinie in einem stark reglementierten europäischen Markt große Schwierigkeiten. Insbesondere negative Entwicklungstendenzen bei der Abrechnung und Vergütung von erbrachten Leistungen sind hierbei anzuführen. Deutlich längere Wartezeiten auf die Kostenerstattung bei der Behandlung von EU-Patienten sowie mögliche Zahlungsausfälle durch eventuelle höchstrichterliche Entscheidungen des EuGH zur Zahlungsverpflichtung von ausländischen Kostenträgern verringern die Chancen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung beträchtlich. 4.1.1. VAE Patienten der arabischen Halbinsel suchen bereits seit Jahrzehnten Kliniken in Deutschland auf. Ein hervorragendes Gesundheitssystem mit einer qualitativ hochwertigen Medizin, eine sehr gute medizinische und nicht-medizinische Infrastruktur sowie das im Vergleich zur Heimatregion angenehme Klima locken vor allem in den Sommermonaten tausende Medizintouristen aus den Golfstaaten in die deutschen Metropolen. Eine Konzentration der Patienten erfolgt dabei insbesondere in der Umgebung des Sitzes von Botschaften und Konsulaten, da diese sowohl das Patienten-management als auch die Kostenabwicklung vornehmen. Städte wie München, Berlin oder Bonn partizipieren deshalb in großem Maße vom Medizintourismus aus den GCC-Staaten. Schätzungs-weise 17.000 stationäre und 30

ambulante Patienten aus der Golfregion kamen 2013 nach Deutschland, die meisten dabei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (vgl. Abb. 6). Abb. 6: Stationäre Patienten aus den Top-3-Golfstaaten Quelle: Eigene Darstellung, Daten des Statistischen Bundesamtes 2015 Laut einer Studie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gaben 68% der befragten Kliniken an, Patienten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu behandeln. 24 Insbesondere die Emirate Dubai und Abu Dhabi zählen zu den primären Quellmärkten deutscher Krankenhäuser. Für die einheimische Bevölkerung (etwa 17% der Gesamtbevölkerung), übernehmen diverse staatliche Stellen über eine Krankenversicherung die medizinische Behandlung – auch im Ausland. Für diese Auslandsbehandlungen gibt die Regierung der VAE jährlich hunderte Millionen Euro aus. Neben Deutschland präferieren die Emiratis dabei Länder wie die Schweiz, die USA, Jordanien, die Türkei, Großbritannien sowie den südostasiatischen Raum. Zwar bauen die VAE noch mehr als die meisten anderen Golfstaaten ihre medizinische Infrastruktur aus, aber der Mangel an Fachärzten sowie Pflegepersonal und dem damit verbundenen medizinischem Know-how bremst diese Entwicklung enorm. 25 Mittelfristig ist demzufolge nicht mit einem rapiden Rückgang der Behandlungszahlen im Ausland zu rechnen. 24Vgl. Juszczak/Beyer 2014, S. 34 25vgl. Voigt 2009 31

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