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Leichtbau in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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Branchenstruktur- und Standortanalyse für den Bereich Leichtbau in Berlin und Brandenburg

Potenzialanalyse

Potenzialanalyse Leichtbau 1. Management Summary Ziel der Branchenstruktur- und Standortanalyse „Leichtbau in der Hauptstadtregion“ ist es, die regionalen Potenziale des Leichtbaus zu erheben, strukturiert darzustellen, zu bewerten und erste Handlungsempfehlungen festzuhalten. Bei einer umfangreichen Recherche der Akteure aus Wirtschaft, Forschung und vorhandenen Netzwerken am Standort Berlin/Brandenburg wurden 530 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke bzw. Verbände mit Leichtbaubezug identifiziert. Diese Akteure wurden für eine Onlineumfrage kontaktiert, an welcher 100 Personen teilnahmen. Zusätzlich wurden sieben ausgewählte Leichtbauexperten aus Wirtschaft, Forschung und Netzwerken persönlich zu aktuellen Themen und zukünftigen Trends befragt. Die Analyse ergibt, dass in der Region eine vielfältige Leichtbauakteurslandschaft ansässig ist. Im Vergleich zu anderen Regionen mit erkennbaren Leichtbaukompetenzen sind jedoch nur wenige große Anwender zu verzeichnen, die zudem ihre Entwicklungszentren häufig nicht in der Hauptstadtregion haben. Es ist eine Schwerpunktbildung und ein hohes Marktpotenzial im Mobilitätssektor erkennbar (insbesondere Automotive und Schienenfahrzeuge), bestätigt durch anerkannte Branchenakteure. Regional besteht eine exzellente Forschungskompetenz im Leichtbau mit großer nationaler und internationaler Strahlkraft. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei in der Materialforschung (Metalle, Kunststoffe, Verbundmaterialien) erkennbar. Die Cluster- und Netzwerklandschaft in der Hauptstadtregion zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt an leichtbaurelevanten Organisationen aus. Informationsaustausch sowie Wissens- und Technologietransfer werden dabei von den Akteuren als entscheidende Vorteile bei Mitwirkung an Netzwerken und Clustern wahrgenommen. Laut Umfrage ergeben sich attraktive Marktchancen, die zum wirtschaftlichen Wachstum der Region beitragen können. Die wesentlichen Erkenntnisse aus der Befragung und den Experteninterviews zu Treibern, Hemmnissen und Bedarfen für den Einsatz von Leichtbautechnologien sowie zur Erschließung des Potenzials können wie folgt zusammengefasst werden: • Die wirtschaftliche Bedeutung des Leichtbaus wird zukünftig deutlich steigen. Wichtige Treiber für den Einsatz von Leichtbautechnologien sind Gewichtsreduktion, Energie- und Ressourceneffizienz sowie nachhaltige Wertschöpfungsketten. • Zukünftige Entwicklungsschwerpunkte sind neben neuen Werkstoffen und Materialien deren intelligente Kombination, innovative Produktionstechnologien wie bspw. die Additive Fertigung und die Funktionsintegration (bei welcher die Additive Fertigung ebenfalls vorteilhaft eingesetzt werden kann). • Zur Intensivierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten wollen die Leichtbauakteure Förderprogramme verstärkt nutzen. Vertiefte Kenntnisse über geeignete Förderprogramme in dieser Querschnittstechnologie werden daher als sehr wichtig eingestuft. • Unterstützung wird beim Zugang zu Kooperationspartnern und Kunden benötigt. Dem Kunden, insbesondere auf Ebene der Anwender, kommt eine besondere 3

Potenzialanalyse Leichtbau Bedeutung zu. Wertschöpfung entsteht, wo Anwender, getrieben durch ihre technologische Entwicklung, innovative Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette benötigen. Bei der Betrachtung weiterer wesentlicher Leichtbauregionen wurden die folgenden Kriterien für eine erfolgreiche Positionierung der Querschnittstechnologie Leichtbau abgeleitet: • starke Präsenz von Anwendern und/oder Anbietern • langfristig angelegte Initiativen und Technologiecluster • gezielte Förderinitiativen des Landes für Leichtbauthemen • exzellente Forschung mit starkem Transferanspruch Im Rahmen der Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT) wurde zusammenfassend herausgearbeitet, dass zahlreiche Unternehmen mit Leichtbaukompetenzen in der Region ansässig sind und eine Schwerpunktbildung im Bereich „Mobilität“ erkennbar ist. Die starke Leichtbau-/ Materialforschung sowie das gute Innovationssystem stellen ebenfalls nennenswerte Standortvorteile dar. Demgegenüber steht eine eher geringe Anzahl internationaler „original equipment manufacturers“, kurz: OEMs, mit konkreten Bedarfen an Leichtbauanwendungen sowie ein unzureichender überregionaler Bekanntheitsgrad hinsichtlich der gegebenen Leichtbaupotenziale. Gleichzeitig bietet der Leichtbau als Querschnittstechnologie einen Markt für neue Materialien (z. B. Verbundmaterialien) und Technologien (z. B. Additive Fertigung) und birgt somit zahlreiche Chancen für die regionalen Leichtbauakteure. Digitale Technologien wie z. B. die Automatisierung von Prozessketten in der Additiven Fertigung werden in der Region aktiv vorangetrieben und bilden die exzellente Basis für datenbasierte Entwicklungsmethoden (z. B. gemeinsame Nutzung von Fertigungsinfrastrukturen oder On-Demand-Fertigung von Ersatzteilen). Sowohl der Zugang zu Informationen und Fördermitteln als auch die Erfüllung spezieller Marktanforderungen (Zertifizierungen/Qualitätssicherung) ist für KMU mit signifikanten Hürden verbunden. Zudem sehen sich Unternehmen mit der Schwierigkeit konfrontiert, Fachkräfte mit Leichtbaukompetenz in die Region zu ziehen und dort langfristig zu halten. Die Ableitungen der SWOT-Analyse legen das Zukunftsbild einer „Hauptstadt der Digitalisierung im Leichtbau“ nahe. Dabei stellen die digitalen Technologien bei der Umsetzung dieser Vision einen zentralen Hebel dar. Des Weiteren können gezielt Impulse in Richtung „neuer“ Leichtbauthemen gesetzt werden (z. B. Additive Fertigung, neue Materialien, Funktionsintegration), um sich von bereits etablierten Leichtbauregionen hervorzuheben. Die Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Leichtbaus setzen den Fokus auf folgende Bereiche: a. Vernetzung der Leichtbauakteure und flankierende Öffentlichkeitsarbeit b. gezielte Unterstützung von Schwerpunktbildung hinsichtlich der Kriterien: • Branche (Mobilität und Medizin) • Material (Kunststoff, Metall, Verbundwerkstoffe) • Technologie (Additive Fertigung) c. Ansiedlung großer Unternehmen mit Leichtbaubezug 4

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