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Länderübergreifender Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2015

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92 Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2015 – Anhang

93 8. Gegenüberstellung der Ergebnisse Der länderübergreifende Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg zeichnet sich vor allem durch das integrative Konzept aus: So werden nicht nur die beiden Bundesländer im Zusammenhang analysiert, es werden vor allem auch die relevanten Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt und in Beziehung gesetzt. Standen bereits im Vorgängerbericht die Daten zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen und zu den Frühberentungen zur Verfügung, so wird die Analyse nun erstmals auch um Informationen der Unfallversicherungsträger zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in Berlin-Brandenburg erweitert. Das große Thema der Gesundheit der Bevölkerung im beruflich aktiven Altersspektrum wird damit aus unterschiedlichen Blickwinkeln für vertiefende Analysen zugänglich gemacht. Die Beteiligten aus den drei Sozialversicherungszweigen der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung erhalten eine gemeinsam nutzbare Datenbasis sowie Erkenntnisse, die eine engere Abstimmung und Koordination der jeweiligen Aktivitäten zur Prävention, Gesundheitsförderung und Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren ermöglichen. In der Zusammenschau der Ergebnisse aus den Einzelanalysen zeichnen sich mehrere Schwerpunkte und potenzielle Themenfelder ab, die von den Initiatoren dieses länderübergreifenden Gesundheitsberichts, insbesondere den beteiligten Sozialversicherungsträgern und den Betrieben, im Sinne einer integrierten Präventionspolitik für die Region aufgegriffen werden sollten. Als Anknüpfungspunkt bieten sich sowohl besonders auffällige Krankheiten und Gesundheitsstörungen als auch bestimmte Branchen an: Muskel-Skelett-Erkrankungen Die Analysen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen be stätigen die noch immer dominierende Rolle der Muskel-Skelett- Erkrankungen. Innerhalb dieser Krankheitsgruppe sind Rückenschmerzen (ICD-10-Code M54) in beiden Bundesländern die wichtigste Diagnose. Auch bei den Neuzugängen zu den Erwerbsunfähigkeitsrenten spielen die Muskel-Skelett-Erkrankungen nach wie vor eine sehr wichtige Rolle. In Brandenburg stehen sie an zweiter, in Berlin an vierter Stelle. In Brandenburg ist die Diagnose Rückenschmerzen (M54) die vierthäufigste Einzeldiagnose bei den EM-Rentenzugängen. Arbeitsunfähigkeiten wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen treten ferner in den Branchen überdurchschnittlich stark auf, die auch durch einen insgesamt überdurchschnittlichen Krankenstand gekennzeichnet sind: In Brandenburg weist die Branche „Verkehr und Lagerei“ im Jahr 2013 mit 6,7 Prozent einen um etwa 26 Prozent über dem Landeswert (5,3 Prozent) liegenden Krankenstand auf. Betrachtet man nur die Fehl tage wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen, so liegen in dieser Branche die Fehltage wegen dieser Diagnosen um 76 Prozent über dem Landeswert (827 Tage/100 Versicherte gegenüber 468 Tage/100 Versicherte). Die Prävention von Rückenschmerzen und anderen Muskel- Skelett-Erkrankungen muss auch in Zukunft einen Schwerpunkt des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bilden. Dies umso mehr, als es zahlreiche Hinweise gibt, dass arbeitsbedingte Ursachen einen erheblichen Anteil an der Entstehung dieser Krankheiten und Beschwerden haben (vgl. dazu die Ausführungen in Kapitel 1). Psychische und Verhaltensstörungen Auf die starke Zunahme von Diagnosen aus dieser Krankheitsgruppe bei den Ursachen von Arbeitsunfähigkeiten ist bereits im letzten Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg hingewiesen worden. Im jetzt analysierten Betrachtungszeitraum 2012 bis 2013 ist nur noch in Brandenburg eine leichte Zunahme zu beobachten. Auch für diese Krankheitsgruppe gilt, dass sie ein gemeinsames prioritäres Handlungsfeld von Krankenkassen und Rentenversicherung darstellt. Psychische Erkrankungen sind die mit Abstand bedeutendste Ursache für Frühberentungen. Ein Teil der Frühberentungen ist auf sehr schwere psychische Krankheiten zurückzuführen, die sich durch Prävention und Gesundheitsförderung bis heute nicht nennenswert beeinflussen lassen. Daneben gibt es jedoch einen Bereich von Krankheitsfällen, in denen Maßnahmen zum Abbau von arbeitsbedingtem Stress und anderen Ursachen für psychische und Verhaltensstörungen sowohl den Krankenstand, als auch für das Frühberentungsrisiko beeinflussen können.

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