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Länderübergreifender Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2015

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16 Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2015 – Betriebliche Gesundheitsförderung und -management Abbildung 2: Gesundheit in der Arbeitswelt, nur gesetzlich regulierte Bereiche Gesundheit in der Arbeitswelt Arbeits-und Gesundheitsschutz Arbeitsschutzgesetz, ASiG, SCG VII, BetrVG; BPersVG und Landespersonalvertretungsgesetze Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) : Krankenkassen unterstützen tüt nach § 20 a SGB V Betriebliches Eingliederungsmanagement: § 84 Abs. 2 SGB IX Verknüpfung im betrieblichen Gesundheitsmanagement Quelle: GKV Spitzenverband (2014): Leitfaden Prävention, S.79. Anmerkung: Seit Inkrafttreten des Präventionsgesetztes ist § 20 a SGB V zu §20 b geworden. förderliche Gestaltung von Arbeit, Organisation und dem Verhalten am Arbeitsplatz zum Ziel haben und den Beschäftigten wie dem Unternehmen gleichermaßen zugutekommen“ (vgl. auch Lenhardt und Rosenbrock 2010). Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) meint darüber hinaus auch die systematische Berücksichtigung gesundheitsbezogener Kriterien und Verfahren in unternehmerischen (Gesamt-) Managementsystemen, die Verankerung von Gesundheit als betriebliches Ziel unter Inanspruchnahme von Managementstrategien (Rosenbrock und Hartung 2015). Im Leitfaden Prävention (GKV Spitzenverband 2014) wird dagegen unter betrieblichem Gesundheitsmanagement die Verknüpfung der (gesetzlich geregelten) Bereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliches Eingliederungsmanagement verstanden (vgl. Abbildung 2). Für die gesetzliche Unfallversicherung umfasst ein Betriebliches Gesundheitsmanagement die systematische Entwicklung und Steuerung betrieblicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeit und Organisation sowie die Befähigung zum gesundheitsfördernden Verhalten zum Ziel haben. Betriebliches Management für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb ist ein weitergehender Ansatz, der das Betriebliche Gesundheitsmanagement mit einschließt. Es ist Führungsaufgabe und umfasst alle Aspekte, die die Sicherheit und Gesundheit beeinflussen. Es soll nachhaltig dazu beitragen: • die Arbeit so zu gestalten, dass die Beschäftigten gesund, leistungsfähig und leistungsbereit bleiben, • die gesunderhaltenden Ressourcen der Beschäftigten zu stärken und ihre gesundheitlichen Handlungskompetenzen zu erweitern,

Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2015 – Betriebliche Gesundheitsförderung und -management 17 • Sicherheit und Gesundheit in die betrieblichen Abläufe zu integrieren, als Gestaltungsprozess systematisch zu betreiben und kontinuierlich zu verbessern, • die Wirtschaftlichkeit zu erhalten bzw. zu verbessern. Das betriebliche Management für Sicherheit und Gesundheit kann mit bereits bestehenden Managementsystemen in der Organisation vereinbar sein oder in diese Systeme integriert werden. 5 3.2 Nutzen von betrieblicher Gesundheitsförderung für Beschäftigte und für Unternehmen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention haben positive Effekte auf die Gesundheit der Beschäftigten. Es kann vielfach gezeigt werden, dass sich die körperliche und psychische Verfassung verbessert und dass arbeitsorganisatorische und arbeitsplatzbezogene Zielgrößen positiv beeinflusst werden (Pieper und Schröer 2015). Aus der Perspektive der Beschäftigten besteht die Chance, durch betriebliche Gesundheitsförderung die eigene Arbeit als sinnstiftend und weniger als eine Belastung sowie den Arbeitgeber als fürsorglich zu erleben (Bundesministerium für Gesundheit 2014). Ebenso belegbar ist der ökonomische Nutzen für Unternehmen. Dieser besteht v. a. in der Reduktion von krankheitsbedingten Fehlzeiten und Gesundheitskosten. Ökonomische Vorteile für Unternehmen ergeben sich darüber hinaus aus der Reduktion von Produktivitätsverlusten aufgrund von Präsentismus (die Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Krankheit) sowie aus Produktivitätsgewinnen durch gesündere und motiviertere Mitarbeiter (Pieper/Schroer 2015, S68; BMG 2015a). Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten, die häufig auf chronische Erkrankungen zurückgehen und einen sehr hohen Anteil an den krankheitsbedingten Fehlzeiten ausmachen. Im Einzelnen konnte z. B. die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Burnoutprävention besonders gut nachgewiesen werden, wobei v. a. solche Interventionen erfolgreich waren, die eine Kombination von organisationalen und individuellen Maßnahmen verfolgten. Die Evidenzlage zur Wirksamkeit von Interventionen gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates dagegen ging aus der Zusammenschau von Pieper und Schröer (2015) nur mit „uneinheitlicher Evidenzlage“ hervor. Mit moderater Evidenz ist zumindest für körperliche Bewegungs- und Kräftigungsprogramme eine Wirksamkeit belegt. Dies sollte jedoch nicht dazu verleiten, nur noch verhaltenspräventive Programme zu verfolgen, denn die Abwesenheit von Evidenz bedeutet nicht den Nachweis der Unwirksamkeit. Die Wirksamkeit von verhältnispräventiven Maßnahmen nachzuweisen ist in den konkreten betrieblichen Settings wegen deren Komplexität einfach ungleich schwerer. Bei allen Schwierigkeiten der Messbarkeit besteht ein großer Konsens bezüglich der im Großen und Ganzen nachgewiesenen Wirksamkeit betrieblicher Gesundheitsförderung: „Mit betrieblicher Gesundheitsförderung lassen sich die in der Arbeit liegenden positiven gesundheitlichen Potentiale stärken, Erkrankungsrisiken von Beschäftigten senken, ihre gesundheitlichen Kompetenzen verbessern sowie ihre Arbeitsfähigkeit langfristig sichern. Die vorliegenden in- und ausländischen Evaluationsstudien zeigen, dass durch betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen erkrankungsbedingte Fehlzeiten und Behandlungskosten reduziert werden können“ (Sockoll et al. 2008). Dabei kommt das durch BGF erreichte verbesserte gesundheitliche Wohlbefinden (Arbeitszufriedenheit, Motivation, Einsatzbereitschaft) auch dem Unternehmenserfolg zugute (GKV Spitzenverband 2014). „Somit ist die betriebliche Gesundheitsförderung sowohl aus der Perspektive der Beschäftigten, als auch aus der Perspektive der Unternehmen ein Schlüsselfaktor, um sich den betrieblichen Herausforderungen zu stellen“ (Bundesministerium für Gesundheit 2014). Die Folgen gelungener BGF sind höhere Arbeitszufriedenheit, bessere Produktivität, größere Innovationsoffenheit, erheblich weniger 5 Gemeinsames Verständnis zur Ausgestaltung des Präventionsfeldes „Gesundheit im Betrieb“ durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungsträger und der DGUV, September 2011

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