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Jahresbericht-2020

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HILFEN UND CHANCEN Von

HILFEN UND CHANCEN Von der Wirtschaftsförderung zur Hilfsorganisation Die Bewältigung der weltweiten Coronapandemie stellte die Berliner Wirtschaft im Jahr 2020 vor große und unerwartete Herausforderungen. Um den notwendigen Maßnahmen der ökonomischen Auswirkungen rasch und effizient zu begegnen, war flexibles und einfallsreiches Handeln erforderlich. 16.000 BERATUNGSGESPRÄCHE 50 PROJEKTE MIT DIREKTEM BEZUG ZUR PANDEMIE 14 TOWN HALL CALLS* * Im Zeitraum April bis Dezember 2020 Mit der Ankunft des Virus in Deutschland und Berlin im März 2020 wurde Berlin Partner über Nacht zur Hilfsorganisation für die Berliner Wirtschaft. „Wirtschaftsförderung in guten Zeiten ist leicht“, sagte Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner. „Aber wir sind in Zeiten der Krise für die Berliner Unternehmen da!“ Gesagt, getan. Die Berliner Wirtschaftsförderung half ab sofort aus, um Firmen rund um Unterstützungsangebote zu beraten und Jobs in der Coronakrise zu sichern. HOTLINES Um die kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch Selbstständige gezielter unterstützen zu können, haben sich landeseigene Unternehmen wie die Tourismusagentur visitBerlin, die Förderbank IBB und Berlin Partner verständigt, Telefon-Hotlines zur Krisenberatung zu schalten. In den Beratungsgesprächen wurden Modalitäten der Finanzierungshilfen, beispielsweise der Antrag auf Soforthilfe II des Landes oder als Bundeszuschuss, aber auch der Ausfall von Aufträgen, die Unterbrechung von Lieferketten und der Umgang mit Kurzarbeit, Krankmeldungen und Quarantäne behandelt. Das Ziel der Calls war ein individueller Maßnahmenplan zur Krisenbewältigung. Statt auf innovativen und hoch wertschöpfenden Unternehmen lag der Fokus in der Breite der Berliner Wirtschaft. Insbesondere Kleinstunternehmen und Soloselbstständige wurden unterstützt. In der Zeit von März bis Ende August 2020 wurden knapp 16.000 Gespräche über die Hotline geführt. Dabei waren bis zu sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Berlin Partner in der telefonischen Beratung eingesetzt. 4

POSITIVE ENTWICKLUNGEN IN DER KRISE Durch das Coronavirus hat sich die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft beschleunigt. „Social Distancing“ war das Gebot der Stunde. Viele Deutsche arbeiteten von zu Hause aus und nutzten dabei digitale Tools. Aber es gab auch neue kreative Ideen zum Umgang mit der Pandemie. Im Jahr 2020 nahmen fünfzig einzelbetriebliche Projekte von Unternehmen, die Berlin Partner betreute, direkt auf die Coronakrise Bezug. Die Neuansiedlung Delco International beispielsweise baute eine Produktionsstätte für Schutzmasken des Typs FFP2 auf. Das Berliner Traditionsunternehmen Neukölln Spezialpapier stieg in die Produktion von Vliesmaterialien ein und stellte eine Ökovariante der Mund- und Nasenbedeckung her. Der Schuhpflegehersteller COLLONIL reagierte auf die Coronakrise, indem er auf die Produktion von Desinfektionsmitteln umschwenkte. Die Mitarbeiter wurden so erfolgreich aus der Kurzarbeit geholt. TOWN HALL CALLS Berlin ist unsere Leidenschaft. In Krisenzeiten macht uns unser Netzwerk stark und lässt uns Chancen ergreifen. Gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern fand und realisierte Berlin Partner innovative Lösungen. Dabei wurden die Kompetenzen, das Engagement und die Kreativität unseres Teams genutzt, um die Berliner Wirtschaft zu unterstützen, zu vernetzen und aufzuklären. In insgesamt vierzehn Town Hall Calls informierte Berlin Partner die Wirtschaft der Stadt über Wirtschafts- und Überbrückungshilfen sowie über Möglichkeiten, mit Digitalisierung neu durchzustarten. Allein im November und Dezember waren mehr als 1200 Nutzer den digitalen Inforunden zugeschaltet. BEST PRACTICES AUS DEM BERLIN-PARTNER-NETZWERK In einer Videoreihe zeigte Berlin Partner, mit welchen kreativen Ideen und Lösungen sich die Unternehmen aus dem Berlin-Partner-Netzwerk der Situation stellten. Den Start machte Berlins erstes Anti-Corona-Hotel, gebaut von der BOB Immobilien-Gruppe. Im zweiten Best-Practice-Video erklärte der Partner Vattenfall, wie auch in Krisenzeiten die Versorgung von 1,3 Millionen Wohneinheiten mit umweltschonender Stadtwärme und Strom garantiert ist. Der dritte Best-Practice-Film präsentierte die Kooperation von SPRK.global und Optimahl. Zwei Unternehmen, die gemeinsam durch die Produktion von frischen, nachhaltigen Gerichten aus bestens genießbaren, überschüssigen Lebensmitteln eine Lösung gegen Lebensmittelverschwendung entwickelt haben. DIE GEWINNER DER KRISE ARBEITEN DIGITAL Die Gewinner der Krise sind die Gestalter der Digitalisierung. Die Innovationsstrategie von Berlin Partner setzt bereits seit Jahren auf Felder, die nach der Pandemie besonders gefragt sein werden, wie den Gesundheits-, den Energie- und den Mobilitätsbereich. Hier hat Berlin besonders starke Player in Wirtschaft und Wissenschaft. Die Lektionen des Virus sind: Krisenresilienz und Digitalisierung voranbringen und die Dekarbonisierung der Industrie zur Bekämpfung der Klimakrise rechtzeitig angehen. Die Berliner Wirtschaft wird genau dafür Lösungen anbieten können. 5

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