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Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft

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Merkmale, Erfolgseinschätzungen und Gestaltungsansätze

26 zu erachten. Typische

26 zu erachten. Typische kurze Akzeleratoren-Programme mit wenigen Monaten Laufzeit seien eher ungeeignet, um die komplexeren Produktentwicklungen in dieser Branche sinnvoll zu unterstützen. Als wichtigster Punkt für Verbesserungen wurde der Zugang zu Investoren genannt. Nach Aussage der Gründerteams ist dieser besonders für Start-ups aus dem Bereich Energie sehr wichtig, da viele „normale“ Investoren vor der Komplexität und der gesetzlichen Regulierung in dieser Branche zurückschrecken. Den Programmen wurde hier ein sichtbares Bemühen zugestanden, jedoch wäre hier laut Angabe der Gründer ein weiterer Ausbau des Kontaktnetzwerkes wünschenswert. 4.5 Diskussion der Ergebnisse In dieser Studie wurde der Versuch unternommen, Ausprägung und Faktoren des Erfolgs von Inkubationsprogrammen in Deutschland zu untersuchen und somit ein Bild der aktuellen Landschaft im Bereich Energie und Green Economy zu zeichnen. Hierbei lassen sich insbesondere einige interessante Vergleiche zwischen der literaturbasierten Analyse und den Befragungen der betrachteten Inkubationsprogramme ziehen. Entgegen der auf dem in der Literatur vorgestellten Konzept eines Inkubators basierenden Erwartung, dass sich die untersuchten Förderprogramme überwiegend durch die Übernahme von Unternehmensanteilen finanzieren würden, kam die Befragung zu dem Ergebnis, dass lediglich ein unerwartet geringer Teil der Inkubationsprogramme Minderheitsbeteiligungen als Gegenleistung für die Bereitstellung finanzieller Mittel verlangt. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der Verteilung der Förderprogrammtypen überraschend, da davon auszugehen war, dass sich speziell privat geführte, unabhängige Förderprogramme und firmeninterne Inkubatoren Anteile zusichern lassen würden, die zusammen zwei Drittel der analysierten Programme stellen. Diese Annahmen basieren auf dem Konzept der Eigenkapitalvergabe und der Theorie, dass sich unabhängige Programme überwiegend aus den erzielten Renditegewinnen aus der späteren Veräußerung ihrer erworbenen Geschäftsanteile finanzieren und firmeninternen Inkubatoren ein gesteigertes Interesse am Erwerb von Patenten beziehungsweise der Akquisition der Start-ups ins Betreiberunternehmen nachgesagt wird. Deshalb konnte davon ausgegangen werden, dass sich vor allem diese beiden Inkubatortypen Minderheitsbeteiligungen an den geförderten Start-ups zusichern lassen würden. Stattdessen zeigt sich, dass sich die Förderprogramme hauptsächlich aus Zuwendungen ihrer Betreibergesellschaften und verbundener Förderpartner finanzieren. Aus der Befragung der Start-ups geht hervor, dass der dringendste Verbesserungsbedarf der angebotenen Leistungen in der engeren Vernetzung mit Unternehmen aus der Industrie gesehen wird. Außerdem wünschen sich die teilnehmenden Start-ups fachliche Betreuung durch Berater, die selbst schon gegründet oder Erfahrungen in den jeweiligen Branchen gesammelt haben. Ferner besteht im Bereich der Beratung bei Rechtsfragen ihrer Meinung nach noch Nachbesserungsbedarf. An anderer Stelle kam des Weiteren der Wunsch nach mehr finanzieller Unterstützung und Hilfe bei der Gewährleistung von Anschlussfinanzierungen nach der Betreuung beziehungsweise der Bereitstellung von Informationen über das komplette zur Verfügung stehende Förderprogrammangebot auf. Vereinzelt wurde ebenso der Wunsch nach längeren Förderzeiträumen von bis zu 24 Monaten oder mehr Öffentlichkeitsarbeit geäußert. Wie auch in der Literatur beschrieben, bieten Inkubatoren ein breites Spektrum an Unterstützungsleistungen an. Neben der Bereitstellung von Räumlichkeiten und finanzieller Unterstützung bieten alle befragten Inkubatoren den an ihrem Förderprogramm teilnehmenden Start-ups eine Art Gesamtpaket an Unterstützungsleistungen an. Dies drückt sich auch in der Erwartungshaltung von Start-ups aus, mit der diese die für sie in Frage kommenden Programme auswählen. Das Angebot eines derartigen Gesamtpakets an Leistungen wurde als Antwort auf die entsprechende Frage am häufigsten genannt. Darüber hinaus stellen der Branchenbezug des Programms sowie die Höhe der zur Verfügung gestellten finanziellen Unterstützungen und der Grad der Vernetzung der Inkubatoren die maßgeblichen Auswahlkriterien aus Sicht der Start-ups dar. Start-ups messen jedoch nicht jedem der verfügbaren Leistungsangebote den gleichen Nutzen für ihre Unternehmung bei. Auf die Frage hin, welche Unterstützungsleistungen sie als am nützlichsten empfinden, wurden der Vermittlung von Netzwerken, der finanziellen Unterstützung und der individuellen Beratung die größte Bedeutung zugeschrieben. Die Befragten geben an, dass ihre Aussichten auf Erfolg vor allem durch die Teambeschaffenheit, die finanzielle Ausstattung, den Zugriff auf professionelle Netzwerke und die Beratung und Kenntnis in Bezug auf markt- und kundenspezifische Aspekte beeinflusst werden. Diese Ansicht deckt sich weitgehend auch mit den Antworten der Inkubatoren auf die Frage, wo ihrer Einschätzung nach die Erfolgsfaktoren von Start-ups zu verorten sind. Interessanterweise findet die Gestaltung und Qualität der fachlichen Beratungsleistungen keine Erwähnung, wenn Inkubatoren nach ihren Erfolgsfaktoren gefragt werden. Für Start-ups ist dieses Kriterium jedoch von ganz entscheidender Bedeutung und ihrer Erfahrung nach besteht in diesem Bereich auch noch ein nicht unerheblicher Verbesserungsbedarf. Bei der Auswahl von Start-ups für die Aufnahme in ein Förderprogramm ist es den Inkubatoren nicht nur wichtig, dass die Geschäftsidee einen hohen Innovationsgrad aufweist und von ihrer Ausrichtung zum Fokus des Programms passt, sondern auch, dass von Seiten der Start-ups die Bereitschaft mitgebracht wird, für die Dauer

Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft 27 der Betreuung an den Standort des Inkubators zu ziehen, um eine intensive und persönliche Betreuung und Beratung gewährleisten zu können. Die Beschaffenheit des Start-up-Teams hinsichtlich dessen Zusammensetzung, Qualifikation und Erfahrung steht jedoch auch in diesem Zusammenhang wieder an erstgenannter Stelle. Im Zuge der Befragungen der Programmverantwortlichen wurde vermehrt deutlich, dass die Eigenheiten der Gründerperson beziehungsweise die Beschaffenheit des Teams den wohl bedeutendsten Erfolgsfaktor für Start-ups repräsentiert. Da jedoch von Seiten der Inkubatoren in der Regel kein Einfluss auf dessen Zusammensetzung oder die damit verbundenen persönlichkeitsbezogenen Faktoren möglich ist, ist die Einschätzung der verantwortlichen Entscheidungsträger des Inkubators und die sorgfältige Auswahl von Start-ups im Vorfeld der Betreuung umso entscheidender, wenn die Förderung erfolgreich verlaufen soll. Die positive Geschäftsentwicklung und der Erfolg von Start-ups beeinflusst darüber hinaus auch das Erfolgsverständnis von Inkubatoren. Auf Basis der Literatur stellt sich der Erfolg aus Sicht der Inkubatoren dann ein, wenn Start-ups erfolgreich unterstützt und gefördert und dabei der Fortbestand des Inkubators weiterhin gewährleistet werden kann. Die Vertreter der Inkubatoren bringen dies dadurch auf den Punkt, indem sie ein Förderprogramm dann als Erfolg verbuchen, wenn die darin betreuten Start-ups ein entsprechendes Wachstum aufweisen und die Überlebensquote dementsprechend hoch ausfällt. Der unternehmerische Erfolg von Start-ups ist somit im Interesse aller Beteiligten. Doch obwohl die in der Befragung ermittelte durchschnittliche Überlebensquote mit 94 Prozent sehr hoch ausfällt und Start-ups mit den von ihnen durchlaufenen Förderprogrammen insgesamt sehr zufrieden sind, gibt es an diversen Stellen noch Verbesserungsmöglichkeiten. zu den praktischen Modulen besteht die Chance auf einen Geldpreis in Höhe von 200.000 USD. Der Sieger des finalen Hauptpreises kann neben dem Preisgeld auch den Titel ‘World’s Best Energy Startup’ für sich reklamieren. Mit der Teilnahme ist keine Abgabe von Unternehmensanteilen verbunden. Nach eigenen Angaben haben sich insgesamt über 450 Start-ups aus 51 Ländern im Jahr 2017 für den ersten Durchgang beworben. Die Bewerbung ist in neuen thematischen Kategorien möglich: clean energy, smart grids, energy efficiency, energy management, e-mobility, customer experience, business model innovation, IoT & digitization und energy access. 50 internationale Netzwerkpartner haben die Suche nach passenden Teams unterstützt und damit auch die Sichtbarkeit des Formats erhöht. Neben dem außergewöhnlichen Zusammenschluss der Initiatoren ist das umfangreiche und vielfältige Programm das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu den bisherigen Akteuren. Die Kombination aus verschiedenen internationalen Arbeitsaufenthalten gemischt mit der Chance auf Preisgelder stellt im Bereich der Energiewirtschaft eine Neuheit dar. Im Rahmen der für diese Studie befragten Teams wurde auch auf das Programm hingewiesen. Eines der Gründerteams visiert nach eigenen Angaben eine Bewerbung für eine zukünftige Neuauflage an. Im Vergleich zu den analysierten Programmen bewertet das Team dabei besonders die internationale Komponente als sehr relevant. Gerade für den stark regulierten Energiesektor stellt die Expansion ins Ausland eine große Hürde da. Das Programm mit seinen vielfältigen und einflussreichen Partnern erscheint dem befragten Start-up hierbei als attraktiver Wegbereiter für den Ausbau der eigenen Geschäftstätigkeit. 4.6 Spotlight neue Ansätze: Free Electrons Die zunehmende Vielfalt im Bereich der Inkubations- und Accelerationprogramme zeigt sich im Energiesektor auch durch neue Formate, welche Komponenten der bisherigen Förderlandschaft mischen und ergänzen. Das Programm Free Electrons bietet sich hier als besonderes Fallbeispiel an und soll die Analyse der Inkubationsprogramme erweitern. Initiatoren des Programmes sind acht große internationale Energieversorger, welche insgesamt in 40 Ländern mit über 70 Millionen Kunden aktiv sind. Erstmalig durchgeführt wurde das Programm im Jahr 2017, eine zweite Auflage ist für 2018 geplant. In drei internationalen Modulen werden die teilnehmenden zwölf Teams mit unterschiedlichen lokalen Akteuren der Gründerszene sowie Energieunternehmen in Verbindung gebracht. Lokale Mentoren und Netzwerkpartner sollen dabei garantieren, dass die Teilnehmer schnell Partnerschaften aufbauen können und somit aktiv ihr Geschäft weiterentwickeln und Pilotprojekte realisieren. Zusätzlich

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