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Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft

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Merkmale, Erfolgseinschätzungen und Gestaltungsansätze

16 sogenannte

16 sogenannte horizontale Netzwerke und die damit verbundene Offenheit und Bereitschaft zum Austausch sprechen aus soziologischer Sicht für die Organisation in derartigen Ökosystemen. Eine weitere entscheidende Besonderheit von unternehmerischen Ökosystemen ist, dass diese nicht durch externe Kräfte und Akteure gelenkt und gesteuert werden, sondern dass die Führungsrolle hierin den Entrepreneuren selbst zukommt, wohingegen die übrigen Akteure die unterstützende, wegbereitende Rolle sogenannter „Feeder übernehmen, die durch ihr Handeln dafür Sorge tragen, dass die Projekte der Entrepreneure in die Tat umgesetzt werden können (Feld, 2012). Dies wirkt sich insbesondere auf die Rolle und Stellung des Staates aus, der zur Förderung und zum Erhalt derartiger Systeme mit einer gesonderten Entrepreneurship-Politik beizutragen versucht. Im Rahmen des Projektes WindNODE liegt der Schwerpunkt der Analyse dabei auf den unternehmerischen Ökosystemen der Projektregion Nordostdeutschland und den damit verbundenen Implikationen für die Gründungsförderung seitens der beteiligen Akteure und Organisationen. 2.8 Ziele und Erfolgsindikatoren für Inkubationsprogramme und Start-ups Für die Identifikation geeigneter Erfolgsmessgrößen für Inkubatoren existieren in der Literatur ebenfalls eine Vielzahl von verschiedenartigen Erklärungsansätzen und Theorien. Die Konkretisierung aussagekräftiger Erfolgsindikatoren wird hierbei vor allem durch die bereits angesprochene Heterogenität des Inkubatorbegriffs erschwert (Heilmann et al., 2015). Einigkeit besteht lediglich dahingehend, dass das Ergebnis von Inkubationsprogrammen und Gründungsteams bzw. Start-ups sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Form bemessen werden kann. Darüber hinaus existieren, laut Heilmann et al. (2015), noch weitere Ansätze für die Kategorisierung von Erfolgsindikatoren. Neben der Unterscheidung nach harten und weichen Faktoren, wobei erstere monetäre Größen wie Erträge und Umsatz und letztere Einflüsse wie die Erfahrung des Personals oder den Bekanntheitsgrad des Unternehmens in sich vereinen, kann ihrer Meinung nach auch anhand des Bezugs der Indikatoren differenziert werden: • Indikatoren, die sich auf das Start-up beziehen: Profitabilität, Umsatzwachstum, Überlebenswahrscheinlichkeit, Anzahl geschaffener Arbeitsplätze, Output aus Forschung und Entwicklung, Anteil öffentlicher Förderung • Indikatoren, die sich auf den Inkubator beziehen: Anzahl der Mitarbeiter, Anzahl neu gegründeter Unternehmen, Image, Auslastungsrate, Inkubationszeit, Steueraufkommen • Indikatoren, die sich auf die Region beziehen: Anzahl neu gegründeter Unternehmen, Anzahl geschaffener Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Zuwachs bei den Steuereinnahmen, Umfang neuer Technik am Markt. Die genannten Indikatoren beziehen sich allesamt auf eine traditionelle ökonomische Betrachtung und beschränken sich auf wirtschaftliche Erfolgskategorien. Dies greift im Kontext von Green Economy und Energiewende deutlich zu kurz. Im Rahmen des WindNODE-Vorhabens ist zumindest auch zu fragen, inwieweit die Start-ups mit ihren Innovationsvorhaben und Geschäftsmodellen sowie die Inkubatoren, die sie unterstützen, zu den Zielen der Energiewende beitragen. Wie in Kapitel 1 dargelegt wurde, sollen die vom BMWi geförderten SINTEG-Vorhaben skalierbare Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie entwickeln und demonstrieren. Bei der Frage nach Zielen und Erfolgsindikatoren können mit Blick auf Inkubationsprogramme, die sich spezifisch auf Energielösungen und nachhaltiges Wirtschaften beziehen, drei zentrale Akteure differenziert werden: 1. Gründungsteams und Start-ups, die an Inkubationsprogrammen teilnehmen. 2. Träger und Manager von Inkubationsprogrammen, und 3. Politische Akteure, die in Bezug auf bestimmte geographische Räume (Kommunen, Regionen, Bundesländer etc.) und Technologiecluster, Förderprogramme oder Wirtschaftssektoren ein Interesse an der Wirksamkeit von Inkubatoren haben. Neben diesen drei Akteursebenen können die Zielsetzungen von Inkubationsprogrammen auch nach ökonomischen Zielsetzungen sowie umwelt- und gesellschaftspolitischen Zielsetzungen unterschieden werden. Beispiele für Zielsetzungen in den jeweiligen Feldern zeigt die folgende Tabelle.

Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft 17 Tabelle 1: Beispiele für Ziele und Erfolgsindikatoren für Inkubationsprogramme Start-ups Ökonomische Zielsetzungen • Gewinnung von Kapitalgebern • Proof of concept / Machbarkeitsnachweis • Umsetzungsfähiges Geschäftsmodell • Gewinnung erster Kunden/Vertriebspartner • Erfolgreicher Markteintritt • usw. Ökologische und gesellschafttliche Zielsetzungen • Innovative Energiesparlösungen • Beitrag zum Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien • Attraktive und faire Arbeitsbedingungen • Impact-Bewertung, Wirkungsmanagement • usw. Inkubatoren • Gewinnung attraktiver und passender Programmteilnehmer (Gründungsteams) • Auslastungsrate • Erfolgreiche Beteiligungen, profitable Exits • Überlebensrate • Anzahl der durch Start-ups geschaffene Jobs oder erzeugtes Steueraufkommen • usw. Beitrag der geförderten Start-ups.... • ... zur regionalen Energiewende • ... zu regionalen/nat. Klimaschutzzielen • ... zur Schaffung attraktiver, gut bezahlter und sicherer Arbeitsplätze • ... zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf • usw. Politik • Anzahl neu gegründeter oder neu angesiedelter Unternehmen • Anzahl geschaffener Arbeitsplätze • Wirtschaftswachstum und Zuwachs bei den Steuereinnahmen • Stärkung regionaler Wirtschaftscluster z.B. im Bereich Energie • usw. Beitrag der geförderten Start-ups.... • ... zur regionalen Energiewende • ... zu regionalen/nat. Klimaschutzzielen • ... zu nachhaltiger Mobilität • ... zu Smart Green-City-Konzepten • ... zur Schaffung attraktiver, gut bezahlter und sicherer Arbeitsplätze • usw. Quelle: Eigene Darstellung Es wird somit deutlich, dass sich Inkubationsprogramme durch eine komplexe Mehrdimensionalität auszeichnen, die aus verschiedenen Blickwinkeln definiert und bewertet werden kann, da sie das Resultat des Zusammenspiels unterschiedlichster Interessen, Faktoren und situativer Einflüsse darstellt, die im Rahmen erfolgreicher Förderpolitik in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden müssen (Milberg & Schuh, 2002). Als Fazit aus der Auseinandersetzung mit dem literarischen Verständnis des Erfolgskonzepts kann folgende Definition des unternehmerischen Erfolgs von grünen Start-ups formuliert werden: Ein (grünes) Start-up ist dann erfolgreich, wenn es seine unternehmerischen Ziele umsetzen, sich mit seinen Produkten oder Dienstleistungen am Markt etablieren, zu Nachhaltigkeitszielsetzungen beitragen und seinen Fortbestand dauerhaft aus eigener Kraft sichern kann. Die Erfolgseinschätzung der untersuchten Inkubationsprogramme beschränkt sich auf ausgewählte Indikatoren, welche literaturbasiert mit Blick auf Verfügbarkeit von Daten und Relevanz ermittelt wurden. Bei den quantitativen Indikatoren fokussiert die Untersuchung auf die Überlebensrate der am Programm teilnehmenden Start-ups und die Gesamtzahl der entstandenen Arbeitsplätze. Als Vergleichsgröße dient hierbei eine in der Literatur ermittelte durchschnittliche Überlebensrate zwischen 80 und 87 Prozent („Definition Inkubator - Gründerszene“, 2017; Molnar et al., 1997; Socaciu, 2015). Auf qualitativer Ebene wurden im Rahmen einer Umfrage und von Interviews Erfolgseinschätzungen der an den untersuchten Inkubationsprogrammen teilnehmenden Start-ups sowie der verantwortlichen Manager der Inkubationsprogramme erhoben. Die entsprechende Definition für den Erfolg von Inkubatoren kann demgegenüber folgendermaßen in Worte gefasst werden: Ein Inkubator kann dann als erfolgreich betrachtet werden, wenn er Start-ups auf ihrem Weg zur unternehmerischen Eigenständigkeit effektiv unterstützt, seine Finanzierung dauerhaft sichert und selbst gesteckte Ziele (z.B. Arbeitsplatzschaffung in der Region, Innovationserfolge oder Beiträge zur Energiewende) erreicht.

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