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Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft

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Merkmale, Erfolgseinschätzungen und Gestaltungsansätze

14 2.4 Abgrenzung Fokus

14 2.4 Abgrenzung Fokus Green Economy Das wirtschaftspolitische Konzept der Green Economy steht spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung im Jahre 2012 in Rio de Janeiro im Fokus wirtschaftsbezogener Nachhaltigkeitsdebatten. Die UNEP definiert „Green Economy“ als Wirtschaftsform, „die zu mehr Wohlfahrt und sozialer Gleichheit führt und dabei Umweltrisiken und ökologische Knappheiten deutlich reduziert“ (United Nations Environment Programme, 2011, S. 16, übersetzt durch die Verfasser). „Green Economy“ lässt sich angesichts der beschriebenen ökologischen Megatrends als eine innovationsorientierte Volkswirtschaft verstehen, die • „schädliche Emissionen und Schadstoffeinträge in alle Umweltmedien vermeidet, • die Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt und regionale Stoffkreisläufe soweit wie möglich schließt, • den Einsatz nicht erneuerbarer Ressourcen weiter (absolut) senkt, • eine noch effizientere Nutzung von Energie, Rohstoffen und anderen natürlichen Ressourcen erreicht, • nicht erneuerbare Ressourcen durch nachhaltig erzeugte erneuerbare Ressourcen kontinuierlich ersetzt, • langfristig eine ausschließlich auf erneuerbaren Energien basierende Energieversorgung erreicht, • grundsätzlich im Einklang mit Natur und Umwelt agiert und dabei die biologische Vielfalt sowie Ökosysteme und ihre Leistungen erhält und wiederherstellt“ (BMU, 2012) Das Konzept der „Green Economy“ ist nicht mit dem Leitkonzept einer nachhaltigen Entwicklung gleichzusetzen, sondern vielmehr als eine wirtschaftsbezogene Teilstrategie einer Nachhaltigkeitspolitik zu verstehen. Diese Definition spiegelt sich in der zur Green Economy verfassten Forschungsagenda des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wider, die vor dem Hintergrund anerkannter ökologischer Grenzen vor allem die positive Verknüpfung von Ökonomie und Ökologie zur Schaffung einer umwelt- und sozialverträglichen, international wettbewerbsfähigen Wirtschaft in den Vordergrund stellt. Ziel soll hierbei die Entwicklung eines umweltverträglichen, qualitativen Wachstums sein, das mit Hilfe nachhaltiger Produktions- und Konsumweisen zur Sicherung zukünftigen Wohlstands und der Lebensqualität nachfolgender Generationen beiträgt (BMBF, 2016). Für die Umsetzung und den Weg hin zu einer Green Economy sind wiederum verschiedene innovative Strategien und Handlungsansätze unabdingbar. Beispielhaft hierfür sind Technologien zur Nutzung klimafreundlicher Ressourcen und ein Umdenken hin zu kohlenstoffärmeren Energieträgern, die Förderung sogenannter grüner Arbeitsplätze oder das Implementieren umfassender, effektiver Recyclingstrategien (Brand, 2012). Das Projekt WindNODE bietet dabei den Rahmen, um innovative Handlungsansätze der Green Economy im Bereich der Energiewirtschaft zu erproben. 2.5 Die Green Economy im Rahmen des Projektes WindNODE Basierend auf dem beschriebenen Verständnis, wurden die in Abbildung 1 und Abbildung 3 dargestellten Handlungsfelder der Green Economy identifiziert: Diese umfassen demnach die Erforschung und Erzeugung erneuerbarer Energien und Ressourcen, die Arbeit an effizienzsteigernden Möglichkeiten hinsichtlich des Energie- und Ressourcenverbrauchs, die Suche nach Lösungen zur Emissionsvermeidung sowie die Bestrebungen zur Implementation effektiver Kreislaufwirtschaft und Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Ökosystemen und der Biodiversität. Die hier verwendeten Fokusfelder bauen auf der von OECD und europäischem Statistikamt EUROSTAT entwickelten Methode des „Environmental Goods and Services Sector“ (EGSS) auf (EUROSTAT, 2015). Auf dieser Basis werden Gründungen hier als „grün“ charakterisiert, wenn die Produkte und/oder Dienstleistungen eines Gründerunternehmens zu den Umweltschutzzielen einer Green Economy beitragen. Abbildung 3: Fokusfelder Green Economy Erneuerbare Energien Energieeffizienz Emissionsvermeidung Kreislaufwirtschaft Quelle: Eigene Darstellung Erneuerbare Ressourcen Ressourceneffizienz Biodiversität und Ökosysteme

Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft 15 Das Innovations- und Wachstumspotential der Green Economy spiegelt sich unter anderem in der Gründungsaktivität in diesem Bereich wider. So weisen grüne Gründungen im langjährigen Mittel (2006 bis 2016) einen Anteil von 14,5% an allen Gründungen auf. Grüne Gründungen haben damit einen bedeutenden Anteil an den Betriebsgründungen in Deutschland. Von den 36.400 grünen Unternehmen, die 2015 und 2016 in Deutschland gegründet wurden, haben 40% ihren Schwerpunkt im Bereich Energieeffizienz und 13% im Bereich erneuerbare Energien. Zusammengenommen machen die energiebezogenen Fokusfelder der grünen Betriebsgründungen somit 53% aller Gründungen in der Green Economy aus (Trautwein, Fichter & Bergset, 2017). Gründungen in der Green Economy wirken sich jedoch nicht nur positiv auf die Gesellschaft und Umwelt aus, sondern steigern darüber hinaus auch die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland (BMBF (Hrsg.), 2016). Aktuelle energiepolitische Themen, wie die Steigerung der Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer, sauberer Energien, repräsentieren folglich einen wichtigen Teil des Weges zu nachhaltigem, grünem Wachstum (Barbier, 2011) im Zuge dessen es vor allem auf das Zusammenspiel treibender Kräfte aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit mit den Akteuren aus Industrie und Wirtschaft ankommt (Bina, 2013). Die Protagonisten dieser grünen Gründungsdynamik, in Gestalt von innovativen Start-ups auf der einen und den im Bereich der Green Economy tätigen Unterstützungsprogramme auf der anderen Seite, werden in dieser Studie eingehender betrachtet und dargestellt. 2.6 Auswahl energiespezifische Fokusfelder Neben der Gesamtbetrachtung von Gründungsfeldern der Green Economy umfasst die Analyse in dieser Studie auch spezielle energiespezifische Themen aus dem Projekt Wind- NODE. Auf Basis der Vorhabensbeschreibung und der Ziele des Projektes wurden fünf elementare Fokusfelder ermittelt. Diese sollen dazu dienen, die Start-ups und ihre Aktivitäten zu gruppieren und einen Überblick darüber zu bekommen, in welchen Bereichen und Technologien derzeit Entwicklungen stattfinden. Abbildung 4 veranschaulicht die fünf Fokusfelder Flexible Erzeugung und Verbrauch, Speicherung, Sektorenkopplung, Transport & Verteilung sowie Energie & Daten. 2.7 Bedeutung unternehmerischer Ökosysteme Neben Start-ups und Inkubatoren bildet auch die Ebene des unternehmerischen Ökosystems (entrepreneurial ecosystem) eine wichtige Komponente dieser Analyse. Mason und Brown (2014, S. 5) beschreiben ein unternehmerisches Ökosystem beispielsweise als „a set of interconnected entrepreneurial actors, entrepreneurial organisations, institutions and entrepreneurial processes which formally and informally coalesce to connect, mediate and govern the performance within the local entrepreneurial environment“. Die Rede ist hierbei vom Aufeinandertreffen verschiedener Akteure und Faktoren des Entrepreneurships, welche das Unternehmertum einer Region durch Zusammenspiel maßgeblich beeinflussen. Dabei treffen sowohl wirtschaftliche Akteure, wie Unternehmer, Zulieferer und Abnehmer, als auch unterstützende Organisationen und rahmengebende Institutionen, wie beispielsweise Universitäten, Forschungsinstitute oder Rechts- und Wirtschaftsberatungen aufeinander (Cohen, 2006). Entrepreneure unterhalten hierbei nicht nur Beziehungen zu unterstützenden Organisationen und anderen Entrepreneuren. Miteinander ebenfalls in Verbindung stehende Institutionen halten oftmals offene Events und Netzwerkveranstaltungen ab, die für Entrepreneure enormes Potenzial bieten, wenn es darum geht, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen (Motoyama & Watkins, 2014). Wodurch unternehmerische Ökosysteme determiniert werden, beschreibt Isenberg (2010) in seinem etablierten Modell „Domains of Entrepreneurship Ecosystems“, in welchem er sechs grundlegende Bereiche identifiziert: Die grundsätzlichen, politischen und unternehmensstrategischen Rahmenbedingungen, die Verfügbarkeit finanztechnischer Institutionen, das kulturelle Umfeld, das Unterstützungsangebot in rechtlichen, finanziellen oder operativen Angelegenheiten, das verfügbare Humankapital und die Beschaffenheit der lokalen Märkte. Die Organisation von Entrepreneuren in unternehmerischen Ökosysteme bringt einige entscheidende Vorteile mit sich (im Folgenden nach Feld, 2012). Zum einen lassen sich aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht, in Anlehnung an Michael Porters und Alfred Marshalls Theorien, Skaleneffekte und Agglomerationsvorteile durch die gemeinsame Nutzung bestimmter Leistungen und Strukturen erzielen. Auch Abbildung 4: Fokusfelder Energie Flex. Erz. & Verbrauch Speicherung Sektorenkopplung Transport & Verteilung Energie & Daten Quelle: Eigene Darstellung

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