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Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft

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Merkmale, Erfolgseinschätzungen und Gestaltungsansätze

12 In ihrer Übersicht

12 In ihrer Übersicht der verschiedenen Typen-Kategorien von Inkubatoren deuten die Autoren der acatech-Studie (Spath & Walter, 2012) bereits an, dass auch die Zielsetzung von Inkubationsprogrammen stark von deren Typisierung beeinflusst wird. Denn obwohl allen Inkubatoren das Ziel der Start-up-Förderung und -unterstützung gemein ist, unterscheiden sie sich doch in ihrer Intention, die sie mit der Stärkung innovativer Neugründungen verfolgen. Diese Intentionen oder Ziele, die dabei von der Realisierung von Renditeauszahlungen bis hin zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft reichen können (Scaramuzzi, 2002), lassen sich in ihren unterschiedlichen Ausprägungen den verschiedenen Typen von Inkubationsprogrammen zuordnen (im Folgenden nach Heilmann et al., 2015; Klostermann & Kraus, 2010; Lalkaka, 2000). • Akademische Inkubatoren erhoffen sich durch die Förderung der Start-ups zum einen die Kommerzialisierung respektive den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Zum anderen geht es Hochschulinkubatoren auch darum, Innovationen voranzutreiben und ihren Absolventen damit den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen und so neue Arbeitsmöglichkeiten und -plätze zu schaffen. • Öffentliche Förderprogramme arbeiten in der Regel auf die Verbesserung regionaler Wirtschaftsstrukturen hin. Durch die Förderung von Existenzgründungen sollen somit nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern auch das Image der Region als Wirtschaftsstandort und die regionale Innovationskraft gestärkt werden. • Unabhängige, privat agierende Inkubatoren müssen in erster Linie die Renditeerwartungen ihrer Investoren erfüllen. Ihr Fokus liegt damit auf der Erwirtschaftung möglichst hoher Erträge aus der Veräußerung ihrer durch die Investition erworbenen Geschäftsanteile. • Das Interesse unternehmensgebundener Inkubationsprogrammen ist ebenfalls gewinnorientiert, richtet sich darüber hinaus jedoch ebenso auf die Übernahme innovativer Patente und Technologien, den Aufbau potentieller Abnehmer oder Zulieferer und insbesondere auf die Förderung eigener Spin-Offs. Generell fördert die Teilnahme an Inkubationsprogrammen die Wahrscheinlichkeit unternehmerischen Erfolgs erheblich (Molnar et al., 1997). Das Erzielen einer möglichst hohen Überlebensrate der Gründerteams im Portfolio kann als eines der wichtigsten Ziele eines jeden Inkubatortyps angesehen werden, da sie maßgeblich die Reputation der Einrichtungen beeinflusst (Al-Mubaraki & Busler, 2010). Das Leistungsangebot von Inkubationsprogrammen lässt sich in vier Kategorien unterteilen: 1. Viele Inkubatoren investieren ihr Kapital in die Unternehmen, um im Austausch Minderheitsbeteiligungen zu erhalten, die später mit Gewinn und Renditeerträgen wieder veräußert werden sollen. Derartige finanzielle Unterstützungsleistungen helfen Start-ups vor allem während der frühen Unternehmens- und Finanzierungsphasen, damit sich das Gründerteam voll und ganz auf die Ausarbeitung ihres Businessplans und die Umsetzung ihrer Geschäftsidee konzentrieren kann (Carayannis et al., 2015). 2. Auch die Bereitstellung physischer Ressourcen kann dabei helfen, Start-ups zu Beginn ihrer Unternehmensentwicklung finanziell zu entlasten. Hierzu zählt beispielsweise das Angebot, Büro- oder Labor- und Produktionsräume kostengünstig zu nutzen. Die Mitbenutzung von Gemeinschaftsdienstleistungen, wie Sekretariaten, Sicherheitsdiensten, Büroausstattung oder Computer Netzwerken, kann ebenfalls dazu beitragen, nicht unerhebliche Kosten einzusparen (Spath & Walter, 2012). 3. Gerade innovative Neugründungen im Technologiebereich überzeugen oftmals durch ein hohes Wachstumsund Innovationspotential, in der Regel mangelt es ihnen jedoch an unternehmerischer Erfahrung und fundierten betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen. Durch das Angebot von Weiterbildungsmaßnahmen und individueller Coachings durch erfahrene Unternehmer und Experten, bemühen sich Förderer diese individuellen Wissenslücken zu schließen. Auf diese Weise bietet sich Inkubatoren die Möglichkeit, durch fachliche Beratung für Managementbereiche, wie der Finanzierung und dem Marketing oder in rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen, gezielt Einfluss auf die Entwicklung und die Performance der Start-ups zu nehmen (Meyer, Urs Sidler & Verkuil, 2014; von Zedtwitz & Grimaldi, 2006). 4. Etablierte Inkubationsprogramme verfügen außerdem über ein breites Netzwerk an Experten aus Wirtschaft und Forschung, möglichen Zulieferern und Abnehmern und erfahrenen Unternehmensvertretern. Die Vermittlung von Kontakten und der Zugang zu solchen professionellen Netzwerken können für Start-ups entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen und ihnen wertvolle Impulse und Einsichten liefern. Aus diesem Grund veranstalten die Einrichtungen Networking-Events, Pitch-Veranstaltungen und sog. Demo-Days, um Gründern die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Ideen zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und darüber hinaus auch ihr eigenes Netzwerk weiter zu stärken und zu vergrößern (Bruneel, Ratinho, Clarysse & Groen, 2012; Meyer et al., 2014; von Zedtwitz & Grimaldi, 2006).

Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft 13 2.3 Inkubatoren als Teil des Gründungsund Innovationsfördersystems Inkubatoren sind eine spezifische Form der Gründungsunterstützung, die in Europa seit den 1980er Jahren zum Einsatz kommt (Bank et al., 2017, S. 77). Bei der Suche und Auswahl von geeigneten Förder- und Unterstützungsansätzen für Energieinnovationen im Vorhaben WindNODE ist zu beachten, dass Inkubationsprogramme nur eine von vielen Möglichkeiten sind, wie sich aus dem Zusammenspiel von jungen Unternehmungen (Gründungsvorhaben, Start-ups) und etablierten Akteuren der Energiewirtschaft innovative Konzepte und Ideen für einen Wandel unseres Energiesystems erarbeiten lassen. Wie die folgende Übersicht des Gründungs- und Innovationsfördersystems in Deutschland zeigt, spielen Inkubatoren- und Akzeleratorenprogramme insbesondere am Übergang von Forschung und Entwicklung zur Umsetzung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen gerade bei der Demonstrierung und Verifizierung eine wesentliche Rolle. Im föderalen Mehrebenenunterstützungssystem der Bundesrepublik Deutschland sind Inkubatorenprogramme in der Regel auf einer lokalen und regionalen Ebene aktiv und anzusiedeln. Einige Inkubatorenprogramme wie z.B. das von Climate KIC (vgl. dazu Kapitel 4.1 sowie http://www.climate-kic.org ) oder das Programm Free Electrons (vgl. Kapitel 4.6) verfügen über starke lokale Vertretungen (z.B. in Berlin), sind aber in ein breites nationales und internationales Netzwerk und Programm für die Förderung von klima- oder energierelevanten Innovationen eingebettet. Eine detaillierte Übersicht über das Gründungs- und Innovationsfördersystem in Deutschland findet sich in der Studie von Fichter et al. (2013). Abbildung 2: Inkubatoren als Teil des Gründungs- und Innovationsunterstützungssystems in Deutschland Quelle: (Fichter et al., 2013, S. 11)

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