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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 87 Auch für Brandenburg sind Pendlerverflechtungen zu anderen Bundesländern festzustellen. Der Anteil der aus anderen Bundesländern kommenden Arbeitskräfte an allen Gesundheits- und Krankenpfleghelfer/innen beläuft sich in Brandenburg auf 5 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Wert aus Berlin mit rund 13 Prozent (vgl. Tabelle 34 und Tabelle 35). Tabelle 35: Pendler in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe am 30. Juni 2013 mit Wohn- oder Arbeitsort Brandenburg Davon nach Wohn- oder Arbeitsort Brandenburg Gesamt Berlin Sachsen Mecklenburg- Vorpommern Sachsen- Anhalt Andere Bundesländer Auspendler 1.090 964 12 24 9 81 Einpendler 213 149 22 14 20 8 Saldo -877 -815 +10 -10 +11 -73 Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Trotz des wahrnehmbaren Anteils an Einpendlern erleidet der Brandenburger Arbeitsmarkt deutliche Arbeitskräfteverluste. Die Saldierung von Einpendler- und Auspendlerströmen ergibt einen Arbeitskräfteverlust von rund 19 Prozent des aktuellen Beschäftigtenumfangs. Keine Lohnunterschiede zwischen Berlin und Brandenburg Das nominale monatliche Medianentgelt 88 der sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigten Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen lag in Berlin im Jahr 2012 bei 1.803 Euro. In Brandenburg betrug das Entgelt 1.819 Euro. Im Vergleich dazu lag das bundesweite monatliche Medianentgelt in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe bei 2.291 Euro. Um die Angaben auch in das regionale Entgeltgefüge einordnen zu können, ist darauf zu verweisen, dass der Vergleichswert für alle Beschäftigten 2012 in Berlin bei 2.744 Euro und in Brandenburg bei 2.177 Euro lag. Betrachtet man die Lohnentwicklung in den letzten Jahren, so zeigt sich insgesamt bei den Helferinnen und Helfern in der Krankenpflege ein deutlicher Einkommensrückgang zwischen 2000 und 2011. Während der Lohnrückgang in Berlin mit 24 Prozent außerordentlich hoch ausfiel, war der Rückgang in Brandenburg mit sechs Prozent vergleichsweise mild, aber immer noch deutlich spürbar. Die hohen Entgeltverluste vor allem in Berlin könnten sich u. a. dadurch erklären, dass in dieser Berufsordnung der Anteil der un- und angelernten Kräfte stetig gestiegen ist. 89 Die vorliegenden Studien ermöglichen es jedoch nicht, zwischen einzelnen Hilfstätigkeiten in der Krankenpflege zu unterscheiden. Inwiefern die staatlich anerkannten Gesundheits- und 88 89 Der Median ist der Wert einer Verteilung, der genau in der Mitte aller Einzelwerte liegt. Ein Einkommensmedian von 2.500 Euro im Jahr besagt, dass zu diesem Zeitpunkt jeweils gleich viele Beschäftigte mehr oder weniger verdienten. Im vorliegenden Fall wird der Median auf vollzeitbeschäftigte Personen angewandt. Ein Vorteil des Medians ist, dass er relativ robust gegen hohe und niedrige Einzelwerte ist, anders als das bekanntere arithmetische Mittel. Ein weiterer Grund für die Verwendung des Einkommensmedians ist die Zensierung durch die Beitragsbemessungsgrenze. In den Entgeltmeldungen muss nur das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze angegeben werden. Siehe hierzu Wiethölter et al. 2013: Die Gesundheitswirtschaft in Berlin- Brandenburg; IAB-Regional Berlin-Brandenburg 01/2013, S. 52. Zitiert nach Wiethölter et. al (2013): Die Gesundheitswirtschaft in Berlin-Brandenburg, in IAB Regional Berlin- Brandenburg, 01/2013, S. 52ff.

88 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Krankenpflegehelfer/innen ebenfalls von dem dargestellten Lohnrückgang betroffen sind, lässt sich nicht feststellen. Aufgrund der faktisch gleichen Lohnhöhe zwischen Berlin und Brandenburg lässt sich das Pendlerverhalten nicht durch Einkommensunterschiede erklären. Daher sind als Ursache für die Pendlerbewegungen vor allem die vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten insbesondere in den Krankenhäusern in Berlin zu vermuten. So lassen sich in Brandenburg Wohnlagen identifizieren, bei denen sich das nächstgelegene Krankenhaus in Berlin und nicht in Brandenburg befindet und die über eine sehr gute Verkehrsanbindung an Berlin verfügen. Diese Tatsache dürfte einen relevanten Anteil der Pendlerströme erklären. Moderate Neueinstellungen in 2013 bei kurzen Stellenbesetzungszeiten Im Jahr 2013 haben 30 Prozent der antwortenden Personen in Vollzeit und rund 40 Prozent der Antwortenden mindestens eine Person in Teilzeit eingestellt. Die Zahl der eingestellten Personen fällt mit 130 jedoch gering aus. Im Jahr 2014 schwächt sich das skizzierte Einstellungsverhalten im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe weiter ab. Rund 13 Prozent der 102 Antwortenden haben im Jahr 2014 Einstellungen vorgenommen, 11 Prozent planten solche. Inwieweit 2013 der Arbeitskräftebedarf gedeckt werden konnte, lässt sich an der Besetzung der offenen Stellen ablesen. Diesbezüglich zeigt sich ein entspanntes Bild. So gaben sieben Prozent (5 der 71 Fälle) der Befragten an, im Jahr 2013 keine geeigneten Bewerbenden gefunden und daher Stellen nicht besetzt zu haben. Insgesamt konnten 5 Stellen nicht besetzt werden. Die aus Einrichtungssicht entspannte Arbeitsmarktlage schlägt sich auch in geringen Stellenbesetzungszeiten nieder: 88 Prozent der Einrichtungen haben angegeben, dass bei ihnen die Besetzung einer offenen Stelle weniger als eine Woche dauert. Ca. neun Prozent geben an, dass sich die Besetzungsdauer auf maximal 12 Wochen beläuft. Zusätzlicher Arbeitskräftebedarf aufgrund von Fluktuation Neben rentenbedingten Abgängen aus dem Beruf ist in jedem Berufsfeld ein zusätzlicher Arbeitskräfteverlust aufgrund von Fluktuation zu beobachten. Zu diesem Aspekt steht für den Helferbereich in der Krankenpflege eine eigenständige Untersuchung für Berlin zur Verfügung. 90 Demnach sind nach 15 Jahren in Berlin noch 42 Prozent der Helferinnen und Helfer in der Krankenpflege in ihrem Beruf tätig. Damit ist für diesen Beruf eine sehr niedrige Berufstreue zu verzeichnen. Diese Quote erhöht sich jedoch beträchtlich, wenn die Berufstreue in einem weiteren Verständnis betrachtet wird, d. h. auch Wechsel in verwandte Berufe berücksichtigt werden. Nach dieser weit gefassten Berufstreuedefinition sind nach 15 Jahren noch 88 Prozent in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder einem verwandten Beruf tätig. 91 Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass alleine aufgrund des 90 91 Daten für Brandenburg liegen aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht vor. Es ist wahrscheinlich, dass ein relevanter Teil der ehemaligen Helfer/innen sich während der 15 Jahre zur Fachkraft weitergebildet hat (also dem Berufsfeld treu geblieben ist). Diese Entwicklung wäre positiv zu bewerten.

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