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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 71 Tabelle 24: Pendler am 30. Juni 2013 mit Wohn- oder Arbeitsort Berlin – Gesundheits- und Krankenpfleger/innen Davon nach Wohn- oder Arbeitsort Berlin Gesamt Brandenburg Vorpommern Sachsen Mecklenburg- Sachsen- Anhalt Andere Bundesländer Auspendler 733 522 4 12 * Ca. 195 Einpendler 6.709 5.044 109 180 157 1.219 Saldo +5.976 +4.522 +105 +168 Ca. +156 Ca. +1024 Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Auch Brandenburg hat Pendlerverflechtungen zu anderen Bundesländern. Der Anteil der aus anderen Bundesländern kommenden Fachkräfte an allen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen beläuft sich in Brandenburg auf 5 Prozent. In Berlin sind es immerhin rund 21 Prozent (vgl. Tabelle 24 und Tabelle 25). Tabelle 25: Pendler am 30. Juni 2013 mit Wohn- oder Arbeitsort Brandenburg – Gesundheits- und Krankenpfleger/innen Davon nach Wohn- oder Arbeitsort Brandenburg Gesamt Berlin Sachsen Mecklenburg- Vorpommern Sachsen- Anhalt Andere Bundesländer Auspendler 5.910 5.044 170 188 47 461 Einpendler 947 522 47 136 150 92 Saldo -4.963 -4.522 -123 -52 +103 -369 Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Trotz des wahrnehmbaren Anteils an Einpendlern erleidet der Brandenburger Arbeitsmarkt Fachkräfteverluste. Die Saldierung von Einpendler- und Auspendlerströmen ergibt einen Fachkräfteverlust von rund 25 Prozent des aktuellen Beschäftigtenumfangs. Relevante Lohnunterschiede zwischen Berlin und Brandenburg Das nominale monatliche Medianentgelt 73 der sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen lag in Berlin bei 2.786 Euro auf Fachkraftebene, und bei 3.102 Euro auf Spezialistenebene. In Brandenburg betrug das Entgelt 2.582 Euro bzw. 2.794 Euro; immerhin ein Unterschied von etwa 200 bzw. 300 Euro. Im Vergleich dazu lag das monatliche Medianentgelt in der Gesundheits- und Krankenpflege bundesweit bei 2.971 Euro (Fachkraftebene) bzw. 3.256 Euro (Spezialistenebene). Um die 73 Der Median ist der Wert einer Verteilung, der genau in der Mitte aller Einzelwerte liegt. Ein Einkommensmedian von 2.500 Euro im Jahr besagt, dass zu diesem Zeitpunkt jeweils gleich viele Beschäftigte mehr oder weniger verdienten. Im vorliegenden Fall wird der Median auf vollzeitbeschäftigte Personen angewandt. Ein Vorteil des Medians ist, dass er relativ robust gegen hohe und niedrige Einzelwerte ist, anders als das bekanntere arithmetische Mittel. Ein weiterer Grund für die Verwendung des Einkommensmedians ist die Zensierung durch die Beitragsbemessungsgrenze. In den Entgeltmeldungen muss nur das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze angegeben werden. Siehe hierzu Wiethölter et al. 2013: Die Gesundheitswirtschaft in Berlin- Brandenburg; IAB-Regional Berlin-Brandenburg 01/2013, S. 52

72 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Angaben auch in das regionale Entgeltgefüge einordnen zu können, ist darauf zu verweisen, dass der Vergleichswert für alle Beschäftigten 2012 in Berlin bei 2.744 Euro und in Brandenburg 2.177 Euro betrug. Während der Lohnzuwachs zwischen 2000 und 2010 in Berlin mit 2,6 Prozent moderat ausfiel, war in Brandenburg ein Zuwachs im zweistelligen Bereich zu verzeichnen – bei deutlich niedriger liegenden Ausgangswerten. 74 Damit haben sich die Medianlöhne in Berlin und Brandenburg in den letzten Jahren angeglichen, die Unterschiede bleiben aber weiterhin wahrnehmbar. Auch wenn der Lohn eine wesentliche Grundlage für die Arbeitsplatzentscheidung sein dürfte, erklärt er doch nicht alleine die eindeutige Pendlerbewegung in Richtung Berlin. So ist beispielsweise im Vergleich zu den anderen Berufen der nominale Lohnunterschied ähnlich groß, ohne dass dies zu einer entsprechenden Sogwirkung Berlins geführt hätte. Auch sprechen der höhere bundesweite Medianlohn und der gleichzeitig positive Pendlersaldo Berlins dagegen, die Lohnunterschiede bei der Betrachtung der Pendlerbeziehungen zu stark zu gewichten. Daher sind neben den Entgeltstrukturen wohl auch die Dichte der Versorgungsstrukturen und die damit zusammenhängenden größeren Beschäftigungsmöglichkeiten in Berlin als mögliche Begründung zu nennen. Relevante Neueinstellungen in 2013 und 2014 bei stark variierenden Stellenbesetzungszeiten Im Jahr 2013 haben rund 50 Prozent der Antwortenden mindestens eine Person in Vollzeit und/oder in Teilzeit eingestellt (insgesamt 1.583 Personen); davon gut zwei Drittel in Vollzeit (1.105 Vollzeitstellen). Auch im Jahr 2014 setzt sich das rege Einstellungsverhalten im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege fort. Rund 43 Prozent der 233 Antwortenden haben in 2014 Einstellungen vorgenommen, 45 Prozent planen solche. Inwieweit 2013 der Fachkräftebedarf gedeckt werden konnte, lässt sich u. a. daran ablesen, ob eine Stelle aufgrund fehlender geeigneter Bewerber/innen nicht besetzt wurde. Diesbezüglich zeigt sich ein entspanntes Bild. Zwar gaben ca. 11 Prozent (29 der 259 Fälle) der Befragten an, keine geeigneten Bewerbenden gefunden und daher Stellen nicht besetzt zu haben, doch handelte es sich den Angaben zufolge nur um 51 Stellen. Auffällig ist, dass hiervon ausschließlich Pflegeeinrichtungen betroffen sind. Insgesamt handelt es sich angesichts des großen Beschäftigungsumfangs um eine kleine Anzahl offen gebliebener Stellen. Demnach scheinen die Einrichtungen zwar einen großen Bedarf an Gesundheits- und Krankenpfleger/innen zu haben, sie können diesen jedoch noch decken. Die größeren Schwierigkeiten der Pflegeeinrichtungen bei der Besetzung offener Stellen bei Gesundheits- und Krankenpfleger/innen spiegeln sich auch in den Vakanzzeiten wider. Während in den Krankenhäusern die Besetzungsdauer in keinem Fall länger als ein halbes Jahr angegeben wurde, ist dies anteilig gesehen bei den Pflegeeinrichtungen deutlich häufiger der Fall. Die Unterschiede zwischen den Einrichtungstypen sind dabei wesentlich relevanter als die zwischen Berlin und Brandenburg. 74 Vgl. Wiethölter et. al (2013): Die Gesundheitswirtschaft in Berlin-Brandenburg, in IAB Regional Berlin-Brandenburg, 01/2013, S. 52ff.

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