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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 61 geldfreie Ausbildungsplätze anzubieten. Auch in der Altenpflege ist die Höhe der Ausbildungsvergütung kritisch zu sehen. Die Initiative des Brandenburger Landespflegeausschusses 65 bei der Finanzierung der Altenpflegeausbildung eine angemessene Ausbildungsvergütungen entsprechend der gesetzlichen Grundlagen zu befördern und dabei auch auf eine Gleichbehandlung von stationären und ambulanten Einrichtungen bei der Ausbildungsfinanzierung hinzuwirken, ist zu begrüßen. 66 Abzuwarten bleibt, welche Handlungsmöglichkeiten den Verbandsvertretern, Kassen und der Landesverwaltung zur Verfügung stehen, um in diesem Bereich weiterhin gestaltend aktiv werden zu können. Zur Sicherung der Ausbildungsqualität ist es zielführend, den Handlungsspielraum und die Weiterbildungsmöglichkeiten der Praxisanleiter/innen zu erweitern, insbesondere dann, wenn die Einrichtungen auch berufspraktische Ausbildungsanteile des Pflegestudiums übernehmen. Für die Altenpflege ist diese Forderung jüngst durch eine breit angelegte Befragung der Liga der Spitzenverbände in der freien Wohlfahrtspflege zur Ausbildungssituation in Brandenburg bestätigt worden. Zur Situation der Praxisanleitung kommt die Studie zu folgendem Schluss: „Es bleibt grundsätzlich offen, in wie weit sich die angegeben `Betreuungszeiten` auf gemeinsam durchgeführte Tätigkeiten, Individualgespräche bzw. einzelne Anleitungen beziehen. Hier sind vertiefende Analysen notwendig, zumal über 50 Prozent der Auszubildenden sich nach eigenen Angaben nicht hinreichend betreut fühlen. Dass die eigentliche Anleitung in der Regel spontan und während der `normalen` praktischen Tätigkeiten stattfindet und Einzelgespräche die Ausnahme sind, spricht dafür, dass neben dem zeitlichen Rahmen teilweise wohl auch die Qualität der Praxisanleitung problematisch ist. Darüber hinaus scheint es Defizite bei der Dokumentation und gemeinsamen Auswertung der Praxisanleitung zu geben. Positiv hervorzuheben ist, dass die Praxisanleiter/innen nach eigenen Angaben in der Regel durch die Einrichtungsleitung in Form von regelmäßigen Gesprächen, Erfahrungsaustauschen und Weiterbildungen unterstützt werden.“ 67 Auch wenn durchaus positive Ansätze zur Aufwertung der Praxisanleitung zu erkennen sind, wird deutlich, dass relevanter Optimierungsbedarf besteht. Hier sollten alle Beteiligten zusammen an einer Lösung arbeiten. Die Akademisierung der Therapie- und Pflegeberufe wird seit mehreren Jahren als ein Weg der Fachkräftesicherung umgesetzt. Zur Vertiefung dieses Prozesses wurden im Kontext der Einrichtungsbefragung zwei Workshops durchgeführt, die der Frage nachgingen, wie sich die ausbildenden Hochschulen besser auf die Anforderungen der Unternehmen einstellen und wie umgekehrt die Einrichtungen die Chancen der Akademisierung nutzen kön- 65 66 67 Vgl. hierzu die Beschlüsse des Landespflegeausschusses unter: http://www.masgf.brandenburg.de/sixcms/detail. php/bb1.c.271080.de Nach § 17 Altenpflegegesetz ist der Ausbildungsträger verpflichtet, dem Auszubildenden eine angemessene Ausbildungsvergütung zu zahlen. Das Bundesarbeitsgericht hat seine bisherige Rechtsprechung zur Angemessenheit der Ausbildungsvergütung in der Krankenpflege in seiner Entscheidung vom 23.08.2011 (3 AZR 575/09) für die Altenpflege fortgesetzt. Danach ist eine Ausbildungsvergütung dann angemessen, wenn sie der tariflichen Regelung entspricht (hierbei wird auf den TVAöD Bezug genommen) oder – mangels einer tariflichen Bindung des Trägers – wenigstens 80 Prozent der ansonsten üblicherweise tariflichen Ausbildungsvergütung ausmacht. Als Orientierungswert gelten entsprechend folgende Beträge: im ersten Ausbildungsjahr 955,69 Euro davon 80 % = 764,55Euro im zweiten Ausbildungsjahr 1.017,07 Euro davon 80 % = 813,66 Euro im dritten Ausbildungsjahr 1.118,38 Euro davon 80 % = 894,70 Euro Liga der freien Wohlfahrtspflege - Spitzenverbände im Land Brandenburg (2014): Expertise zur Ausbildungssituation in der Altenpflege im Land Brandenburg. Potsdam

62 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg nen. Im Ergebnis der auf die Akademisierung in der Pflege konzentrierten Workshops wurden zahlreiche Vorschläge zur praktischen Gestaltung der universitären Ausbildung erarbeitet, die sich in drei Maßnahmebündel zusammenfassen lassen. Erstens sollten die Hochschulen ihre Bemühungen um einen möglichst konkreten Bezug zu den Anforderungen der praktischen Pflege am Bett und auf der Station fortsetzen. Dies kann umso effektiver geschehen, je konkreter die Einrichtungen ihre Praxisanforderungen an die akademische Pflegeausbildung formulieren. Dazu sollten alle Kommunikationswege und Kooperationskontakte zwischen Hochschule und Praxis genutzt werden. Zweitens können die Einrichtungen dann die mit dem Einsatz akademisch ausgebildeter Pflegekräfte verbundenen Chancen nutzen, wenn sie geeignete Personaleinsatzkonzepte entwickeln, die die Qualität der Pflege erhöhen und den jungen Akademikerinnen und Akademikern eine ausbildungsadäquate Berufsperspektive bieten. Dieser Prozess befindet sich in Berlin und Brandenburg noch in der Experimentierphase und sollte durch öffentlich geförderte Modellprojekte unterstützt und qualifiziert werden. Drittens wird vorgeschlagen, den im Rahmen der Workshops intensivierten Dialog zwischen Hochschule und Einrichtungen weiter fortzusetzen und zu intensiveren. Die Landesregierungen bzw. die ZAB und HealthCapital sollten dabei eine koordinierende und moderierende Rolle einnehmen. In diesem Dialog ist auch zu konkretisieren, wie die Einmündungsstrategien der Absolventinnen und Absolventen in die betriebliche Praxis gestaltet und begleitet werden können. Den Berufsverbänden ist zu empfehlen, sich auf die Diskussion der weiteren Akademisierung in den Therapieberufen und im Hebammenwesen, die 2017 mit Auslaufen der Modellklausel zu diesen Studiengängen an Dynamik gewinnen dürfte, vorzubereiten und Strategien zu erarbeiten (sowie untereinander abzustimmen), mit denen sie ihre berufsfachliche Position effektiv vertreten können. Auch die strukturellen Rahmenbedingungen der Akademisierung müssen weiter verbessert werden. Klärungsbedarf besteht etwa bei den Ausbildungsvergütungen für den berufspraktischen Teil der akademischen Pflegeausbildung bei Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in Brandenburg. 68 Der Abschluss eines Ausbildungsvertrages zwischen den Einrichtungen und den (angehenden) Student/innen der Pflegewissenschaften ist Voraussetzung für die Immatrikulation an der Hochschule. Derzeit ist jedoch die Finanzierung der Ausbildungsvergütung durch die Einrichtungen ungeklärt, so dass diese sich beim Abschluss von Ausbildungsverträgen häufig zurückhaltend verhalten. Dadurch entsteht die Gefahr, dass Potenziale der akademischen Pflegeausbildung in Brandenburg nicht voll ausgeschöpft bzw. Studieninteressierte abgelehnt werden müssen. Daher sollten kurzfristig alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zwischen den Kassen und den Einrichtungen zu einer Regelung der Ausbildungsfinanzierung für den berufspraktischen Teil des Pflegestudiums zu kommen, die wiederum Voraussetzung für steigende Studierendenzahlen in der Pflege ist. Neben der Finanzierung sind die Strukturen der universitären Ausbildung auf den Prüfstand zu stellen. Zu empfehlen ist die Initiierung eines Erfahrungsaustauschs zwischen Verbänden und Universitäten bspw. zu den Möglichkeiten und Grenzen dualer Studiengänge in der Gesundheitswirtschaft. 68 In der Altenpflege ist die Ausbildungsvergütung geklärt. Hier besteht allerdings ein Mangel an Studieninteressierten ohne Erstausbildung.

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