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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 59 men zu beteiligen. An die Landesregierungen geht der Vorschlag, zu prüfen, ob der Umsetzungsstau in den Einrichtungen durch weitere öffentlich geförderte Modellprojekte aufgelöst werden kann. Zur Beantwortung der Frage, wie die Beschäftigten aus kleinen, insbesondere auch ambulant tätigen Einrichtungen, zumal im ländlichen Raum, in die „betriebliche“ Gesundheitsförderung einbezogen werden können, besteht offenkundig weiterer Forschungs- und Konzeptbedarf. Deshalb wird vorgeschlagen, diese Thematik in weiteren Modellprojekten zu bearbeiten und ggf. den neuen Schwerpunkt des Masterplans im Gesundheitscluster oder bereits aufgelegte arbeitspolitische Programme zur Unterstützung zu nutzen. 3.6.3 Aus- und Weiterbildung In den Expertenworkshops, die im Rahmen der Einrichtungsbefragung durchgeführt wurden, wie auch im Projektbeirat wurde die Weiterentwicklung der Berufsorientierung für Schüler/innen als wichtiger Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs angesehen. Um der Berufsorientierung auf regionaler Ebene in Brandenburg einen neuen Impuls zu geben, wurden zwei Workshops (Brandenburg a.d.H. und Cottbus) durchgeführt, die die positiven Berliner Erfahrungen mit der Durchführung von Berufsorientierungsmessen darstellen und deren Adaption in Brandenburg anregen sollten. In Cottbus führte der Workshop zu konkreten Verabredungen der Akteure vor Ort, sich als Gesundheitswirtschaft gemeinsam auf einschlägigen Berufsorientierungsmessen zu präsentieren. In den Expertengesprächen wurden zwei weitere Vorschläge genannt, wie die Berufsorientierung weiter entwickelt werden kann. Zum einen wird den Unternehmen und Einrichtungen, die noch keine Fachpraktikumsplätze bereitstellen (49 Prozent der antwortenden Einrichtungen), vorgeschlagen zu prüfen, ob und wie sie häufiger die Möglichkeiten für Fach- / Schülerpraktika schaffen können, um interessierten Schülerinnen und Schülern einen vertieften Einblick in die berufliche Praxis anzubieten. Zum anderen wird vorgeschlagen, Konzepte für die Weiterentwicklung der schulischen Berufsorientierung zu entwickeln, die die Schüler/innen verstärkt und praxisnah über die Lebens- und Arbeitswelt der Gesundheits- und Pflegeberufe informieren und sie ggf. intensiver auf diese beruflichen Tätigkeiten vorbereiten. Ein innovatives Format der Berufsorientierung wurde unter dem Arbeitstitel „Theaterworkshop“ vorbereitet: Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit der Lebenswelt „Gesundheitliche und pflegerische Versorgung“ in Kontakt zu bringen, um sie so für eine Tätigkeit in den Gesundheitsfachberufen zu interessieren. Über Gespräche mit Pflegebedürftigen, Angehörigen, Pflege(fach)kräften und Auszubildenden in der Pflege sollen die Schüler/innen Primärerfahrungen in der Lebenswelt Pflege sammeln und diese szenisch verarbeiten. Es soll vermittelt werden, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen und Pflegebedürftigkeit Teil der Gesellschaft sind und dass es eine erfüllende Aufgabe sein kann, bei der Gestaltung dieser Lebensabschnitte mitzuwirken. Neben dem Aspekt der Berufsorientierung würde das Projekt eine authentische Imageinitiative für die Gesundheitswirtschaft ermöglichen. Mögliche Ziel-/Zuschauergruppen könnten sein:

60 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg • Angehörige von Betroffenen, die aus der Sicht der Schüler erfahren, wie ihre Angehörigen die Situation in der Gesundheitseinrichtung wahrnehmen. • Schüler und Eltern von Schülern, die ebenfalls etwas über die Pflege(berufe) erfahren würden. • Pflegekräfte und Auszubildende, die einen spezifischen Blick auf ihren Beruf bekommen würden, der ggf. zur Selbstreflexion anregt. Die Umsetzung solcher Konzepte sollte ergänzend zu den betrieblichen und regionalen Angeboten der Berufsorientierung befördert werden. Zu klären ist in diesem Zusammenhang sowohl die Finanzierung, als auch die Frage nach dem Ergebnistransfer. Maßnahmen, die die berufliche Ausbildung betreffen, werden von den Einrichtungen nach der Aufstockung der Vergütung als zweithäufigste Sofortmaßnahme zur Deckung des Fachkräftebedarfs genannt. Die Übernahme eigener Auszubildender bewerten die Einrichtungen als wirksamste Aktivität zur Gewinnung neuer Fachkräfte. Die Betriebe und Einrichtungen sind aufgefordert, die Zahl der Ausbildungsplätze generell zu erhöhen. Jene Einrichtungen, die trotz Ausbildungsberechtigung noch nicht kontinuierlich ausbilden, sollten Möglichkeiten der Ausbildungsbeteiligung prüfen. Eine Stabilisierung oder gar ein weiteres Wachstum der Ausbildungszahlen ist nur möglich, wenn auf der anderen Seite die Zahl der Auszubildenden gesichert werden kann. In Brandenburg mangelt es in der Gesundheitswirtschaft eher an Auszubildenden als an Ausbildungsplätzen. Entsprechend sind Maßnahmen zu fördern, die alternative Ausbildungswege ermöglichen, um ein möglichst breites Auszubildendenpotenzial erreichen zu können. Zu fördern sind Ansätze der Ausbildungsbegleitung, durch die auch Interessenten mit eingeschränkter Ausbildungsreife erfolgreich auf einen Beruf in der Gesundheitswirtschaft vorbereitet werden können. Zu prüfen wäre in diesem Kontext, inwieweit die ausbildungsbegleitenden Hilfen der BA auch für Berufe in Anschlag gebracht werden können, die nicht „(…) in einem nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seemannsgesetz staatlich anerkannten Ausbildungsberuf betrieblich oder außerbetrieblich oder nach dem Altenpflegegesetz betrieblich durchgeführt (...)“ 64 werden (bspw. Ausbildungen in den Therapieberufen oder in der landesrechtlich geregelten Kranken- und Altenpflegehilfe). Das durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) des Landes Brandenburg geförderte Modellprojekt „Ausbildungsbegleitung einer Ausbildungsklasse in der Altenhilfe mit wissenschaftlicher Evaluation“ sollte ausgewertet, die Ergebnisse auf Übertragbarkeit überprüft und die Durchführung weiterer Modellprojekte vorbereitet werden. Darüber hinaus ist die berufsbegleitende Ausbildung in der Pflege weiterhin zu unterstützen. Notwendig ist eine längerfristig gesicherte Finanzierung wie auch Modelle der organisatorischen Gestaltung, die eine Ausbildung neben dem Beruf ermöglichen – ohne die Auszubildenden zu überlasten und bei Gewährung eines hohen Ausbildungsstandards. Auch in der Ausbildung spielen Finanzierungsfragen eine nicht zu unterschätzende Rolle: Um einen Beitrag speziell zur Verkleinerung der sich abzeichnenden Lücke in der Fachkräfteversorgung in den Therapieberufen zu leisten, wird empfohlen, ausreichend schul- 64 Artikel 57 SGB III Förderungsfähige Berufsausbildung, Absatz 1

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