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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 51 3.5 Zusammenfassend In Berlin kann die Fachkräftesituation in den untersuchten Berufen und Tätigkeiten als verhältnismäßig günstig bezeichnet werden. Für eine solche Einschätzung spricht u. a. die deutlich wahrnehmbare Sogwirkung Berlins, die zwar berufsdifferenziert unterschiedlich, jedoch insgesamt positiv ausfällt. Das Beschäftigungswachstum ist in Berlin etwas schwächer ausgefallen als in Brandenburg, gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit zwar deutlich gesunken, doch bleibt diese Entwicklung in einigen Berufen ebenfalls hinter der aus Brandenburg zurück. Diese Entwicklung verläuft parallel mit insgesamt steigenden Ausbildungszahlen. Entsprechend ist es nachvollziehbar, dass in Berliner Gesundheitseinrichtungen verhältnismäßig häufig Bewerber/innen auf Ausbildungsplätze abgelehnt wurden – im Wesentlichen deshalb, weil die Anzahl der Bewerbungen die der Ausbildungsplätze überstieg. Auf der anderen Seite mussten Berliner Einrichtungen überdurchschnittlich häufig Kompromisse bei der Einstellung von Fachkräften eingehen, was ein Hinweis auf qualitative Fachkräfteengpässe ist und die Bedeutung der branchenübergreifenden Konkurrenz um Fachkräfte unterstreicht. Der Prozess der Akademisierung scheint in den Berliner Einrichtungen verhältnismäßig dynamisch zu verlaufen. Das insgesamt größere und noch nicht erschlossene Fachkräftepotenzial kann auch als Erklärung dafür dienen, warum die Einrichtungen in Berlin die Aktivitäten zur Gewinnung neuer Beschäftigter durchgehend schlechter bewerten als in Brandenburg. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass viele der Berliner Einrichtung bei der Suche nach Beschäftigten mit der Bundesagentur für Arbeit zusammenarbeiten, obwohl der Nutzen dieser Zusammenarbeit nur als „ausreichend“ eingeschätzt wird. Dass ein relevanter Anteil der Mitarbeiterfluktuation dem Auslaufen befristeter Arbeitsverträge geschuldet ist, spricht ebenfalls für eine eher entspannte Fachkräftelage in der Berliner Gesundheitswirtschaft. Trotz dieser verhältnismäßig günstigen Situation finden sich auch in Berlin erste Anzeichen von Fachkräfteengpässen. Dies macht sich u. a. an den eingegangenen Kompromissen bei eingestellten Beschäftigten und der wahrscheinlichen zukünftigen Entwicklung in einigen der untersuchten Tätigkeiten bemerkbar. Mittel- und langfristig ist auch in der Berliner Gesundheitswirtschaft mit einem hohen Fachkräftebedarf zu rechnen. Berlin sollte die aktuell günstige Ausgangslage nutzen, um sich für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen. In Brandenburg deuten die aktuellen Entwicklungstendenzen bereits jetzt auf eine leicht angespannte Fachkräftesituation in einigen der hier untersuchten Berufe hin. Diese Situation wird zum einen durch die demografische Entwicklung bestimmt, zum anderen durch die Fachkräfteverluste infolge von Pendlerbewegungen (vor allem nach Berlin) verstärkt. Auch das Beschäftigungswachstum trägt dazu bei, dass in Brandenburg das vorhandene Potenzial zur Deckung des Fach- und Arbeitskräftebedarfs eingeschränkt ist. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sowie der besetzten Ausbildungsplätze lassen deutlich werden, dass in Brandenburg die Ausgangsbedingungen der Fachkräftesicherung ungünstiger einzuschätzen sind. Dies drückt sich darin aus, dass zum Teil die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze unterschreitet und Bewerber/innen seltener abgelehnt werden als in Berlin. Auch die Nutzung des Potenzials akademisch ausgebildeter Fachkräfte geht in Brandenburg eher schleppend voran. Es zeigt sich, dass die

52 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Einrichtungen auf diese Ausgangslage bereits reagieren und viele Aktivitäten der Mitarbeitergewinnung und -bindung einsetzen. Auch in Brandenburg ist die Bundesagentur für Arbeit ein häufig involvierter Partner bei der Bewerber/innen-Suche und die Leistungen der Agentur werden in Brandenburg etwas besser eingeschätzt als in Berlin. Fort- und Weiterbildung wird in Brandenburg häufiger durch die Einrichtungen finanziert als in Berlin. Ein relevanter Anteil der Mitarbeiterfluktuation findet in Brandenburg innerhalb der Gesundheitswirtschaft statt (Wechsel zwischen Betrieben). Der geringe Anteil an endenden Befristungen in Brandenburg ist ein Hinweis darauf, dass die Betriebe bemüht sind, ihre Mitarbeiter/innen zu halten. Auch die überdurchschnittlich starke Initiative bei der Unterstützung von Kinderbetreuungsangeboten zeigt, dass Brandenburger Betriebe mehr und mehr bemüht sind, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, um Mitarbeiter/innen zu halten. Bei der Betrachtung innerhalb Brandenburgs lassen sich kaum charakteristische Merkmale für berlinnahe oder berlinferne Städte und Landkreise identifizieren. Mittel- und langfristig ist in der Brandenburger Gesundheitswirtschaft mit einem hohen, sich bereits aktuell abzeichnenden, Fachkräftebedarf zu rechnen. Aufgrund der länderspezifischen Arbeitsmarktlagen erscheint der Handlungsdruck in Brandenburg höher als in Berlin zu sein. Es besteht Bedarf an kurzfristig wirkenden Sofortmaßnahmen, die gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Brandenburger Versorgungssystems sicherstellen. Brandenburg steht hierbei vor der Herausforderung – aber auch vor der Chance – sich als Beispiel guter Praxis für innovative Versorgungsformen in Deutschland zu positionieren und damit bundesweite Entwicklungen in relevantem Maße mitzugestalten. Krankenhäuser sind auf die Herausforderungen künftiger Fachkräftegewinnung und -bindung innerhalb der Gesundheitswirtschaft eindeutig am besten vorbereitet. So weisen Krankenhäuser – im Vergleich zu anderen Einrichtungstypen – in geringerem Maße auf Stellenbesetzungsprobleme hin. Auch wird die Nutzung geeigneter Wege zur Fachkräftegewinnung und -bindung von Krankenhäusern deutlich besser bewertet. Darüber hinaus haben sie das notwendige betriebliche Potenzial, Maßnahmen der Fachkräfteentwicklung und -sicherung gezielt zu betreiben. So finden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in Krankenhäusern üblicherweise während der Arbeitszeit statt und werden durch die Einrichtungen finanziert. Dementsprechend gering sind die Probleme bei der Besetzung neuer Stellen in den hier untersuchten Berufen. Gründe hierfür können zum einen die umfangreichen Ausbildungsleistungen und damit der unmittelbare Zugang zu zukünftigen Fachkräften, zum anderen die guten betrieblichen Voraussetzungen (z. B. Bekanntheit in der Region, Möglichkeiten des beruflichen Aufstiegs) sein. Noch können die Krankenhäuser ihre Ausbildungsplätze besetzen und i. d. R. zwischen mehreren Bewerber/innen wählen. In den Fachgesprächen wurde die Vermutung geäußert, dass sich dieses in den nächsten fünf bis sieben Jahren ändern könnte. Auch der Einsatz akademisch ausgebildeter Fachkräfte funktioniert in den Krankenhäusern (nicht zuletzt aufgrund der Betriebsgröße) gut. Diese (noch) guten Ausgangsbedingungen der Krankenhäuser gelten sowohl für Berlin als auch für Brandenburg. Auch die Mitarbeiterfluktuation ist in den Krankenhäusern kaum ein Problem. I. d. R. sind es die persönlichen Lebensverhältnisse (bspw. räumliche Veränderung des Lebensmittelpunktes), die Mitarbeiter/innen dazu bewegen, eine Einrichtung zu verlassen. Gleichzeitig verfolgen die Krankenhäuser vielfältige Maßnahmen, um die Betriebsbindung zu erhöhen. Handlungsbedarf sehen die Krankenhäuser am ehesten bei der

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