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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 39 möglich ist. Für die neuen Bundesländer resultiert hieraus faktisch eine niedrigere Vergütungserhöhung, so dass es bei der Aufrechterhaltung der Grundlohnsummenanbindung unmöglich ist, eine Angleichung der Vergütungssätze zwischen Ost und West zu erreichen. Vor diesem Hintergrund sind auch die hohen Anteile der Antwortenden aus den Therapieberufen zu sehen, die auf einen Unterstützungsbedarf in Bezug auf eine Angleichung der Vergütungen in Ost und West hinweisen. (2) Das von allen antwortenden Personen an zweiter Stelle genannte Handlungsfeld – Sofortmaßnahmen in Bezug auf die berufliche Erstausbildung – wird vor allem von Pflegeeinrichtungen eingefordert. In diesem Zusammenhang wurde angemerkt, dass es – vor allem demografisch bedingt – künftig einen wesentlich stärkeren Wettbewerb um Ausbildungsinteressierte geben wird. Daher wird die Aufnahme einer Berufsausbildung künftig nicht nur von den Beschäftigungsbedingungen in den jeweiligen Berufen abhängen. Zunehmend wird auch den Bedingungen der Berufsausbildung selbst ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen. Angezeigt wurde auch, dass sich die Finanzierungssituation der Berufsausbildung in den einzelnen Berufen im Gesundheits- und Pflegebereich sehr unterschiedlich darstellt. Dies betrifft sowohl den schulischen als auch den berufspraktischen Teil der Berufsausbildung. Übergreifend wird gefordert, dass die Finanzierungsbedingungen der Berufsausbildung auf bundesweit einheitlich geregelte Grundlagen gestellt werden sollte. Um langfristig Jugendliche für Gesundheitsfachberufe zu interessieren, unternehmen vor allem größere Einrichtungen wie Krankenhäuser und größere Pflegeeinrichtungen bereits seit einiger Zeit Anstrengungen, um in Schulen zu dieser Thematik aktiv zu werden. Der Vielschichtigkeit der Beschäftigungsmöglichkeiten in Gesundheitsfachberufen insgesamt sollte aus der Sicht der Befragten auch im Bereich der Berufsorientierung ein deutlich größerer Stellenwert beigemessen werden. (3) Unter den sobald wie möglich anzugehenden Aufgaben wird darüber hinaus der beruflichen Fort- und Weiterbildung ein entscheidender Stellenwert beigemessen (13,2 Prozent der Befragten). Dabei haben auf dieses Handlungsfeld vor allem Vertreter/innen der Praxen (15,7 Prozent) und der Pflegeeinrichtungen (14,0 Prozent) hingewiesen. Betont wird die Bedeutung der Fort- und Weiterbildung als Instrument der Mitarbeiterbindung. In diesem Zusammenhang wird ausgeführt, dass nicht ausschließlich die Einrichtungen bzw. die Beschäftigten für die Finanzierung der Fort- und Weitebildung aufkommen sollten. Um den Rahmenvorgaben des Gesetzgebers nachkommen zu können, wird eine Beteiligung der öffentlichen Hand (bzw. der Kassen) an der Finanzierung solcher Maßnahmen als notwendig eingeschätzt. Unterstützungsangebote wie die Bildungsprämie des Bundes (vgl. Richtlinie zur Förderung von Prämiengutscheinen und Beratungsleistungen im Rahmen des Bundesprogramms „Bildungsprämie“ vom 9. Mai 2014) oder der Bildungscheck im Land Brandenburg (vgl. Weiterbildungsrichtlinie des Landes Brandenburg vom 13. Juni 2013) scheinen entweder noch wenig bekannt zu sein oder in der beruflichen Fort- und Weiterbildung in den untersuchten Gesundheitsfachberufen nicht in dem Maße ihre Wirkung zu entfalten. Trotz der nur geringen Nennung (2,2 Prozent) erscheinen Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) erwähnenswert. Die Expertengespräche zeigen, dass

40 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg vor allem größere Einrichtungen erste Schritte zur Umsetzung dieser Thematik gehen. Gleichwohl wurde in diesem Zusammenhang auch auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter/innen hingewiesen. BGM ist ein Handlungsfeld, in dem größerer Unterstützungsbedarf gesehen wird: Vor allem, wenn es konzeptionell in die Personalentwicklung eingebunden werden soll, stellt sich die Frage, wie solche Ansätze „mit Leben gefüllt werden können“ und wie sie organisatorisch – z. B. im Kontext des Schichtbetriebes – umzusetzen sind. Unterstützungsbedarf wurde auch bezüglich der Refinanzierung dieser Maßnahmen eingefordert. Vorgeschlagen wurde, die Thematik in die Pflegesatz- und Kostenträgerverhandlungen aufzunehmen. Dies würde in besonderem Maße notwendig sein, wenn initiierte Strukturen – wie z. B. Gesundheitszirkel – langfristig in den Einrichtungen und Praxen etabliert und damit nachhaltig wirksam werden sollen. Denkbar seien auch Formen der Mischfinanzierung durch die öffentliche Hand, die Krankenkassen und Berufsgenossenschaften sowie die Einrichtungen. Die jeweils spezifischen Interessenlagen der beteiligten Institutionen 51 sollten sich in Richtung einer sinnvollen Mischfinanzierung von Aktivitäten des BGM bündeln lassen. Unterstützungsbedarf Auf die Frage nach dem Unterstützungsbedarf hatten die Einrichtungen die Möglichkeit, aus einem Spektrum von Antwortvorgaben auszuwählen und darüber hinaus auch eigene Wünsche zu äußern. Mit den Antwortvorgaben sollte auf die Breite des möglichen Unterstützungsangebots aufmerksam gemacht werden. Unter den Vorgaben konnte zwischen folgenden Antwortmöglichkeiten gewählt werden, wobei Mehrfachnennungen möglich waren: • Berufliche Erstausbildung, • Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten, • Gesundheitsförderung der Beschäftigten, • Nachqualifizierung von Altenpflegehilfskräften zu Pflegefachkräften, • Bereitstellung von Praktikumsplätzen für die schulische Ausbildung, • Regionale Vernetzung, • Öffentlichkeitswirksame Aufwertung der beruflichen Tätigkeiten, • Schaffung bundeseinheitlicher Rahmenbedingungen. Unterstützung wurde vor allem bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der Fachkräftesicherung eingefordert (vgl. Abbildung 2). So wünschen sich 70 Prozent der Antwortenden Unterstützung bei der öffentlichkeitswirksamen Aufwertung der Berufe. 51 Sicherung der Daseinsvorsorge durch die öffentliche Hand, Interesse der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften an einer Minimierung von Versicherungsfällen und einer verbesserten Versorgung der Patient/innen sowie das betriebs- und personalwirtschaftliche Interesse der Einrichtungen

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