Aufrufe
vor 5 Jahren

Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

  • Text
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Tabelle
  • Einrichtungsbefragung
  • Gesundheitsfachberufen
  • Einrichtungen
  • Ausbildung
  • Anzahl
  • Arbeit
  • Deutlich

Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 231 unterscheiden. In Berlin waren 15 Jahre nach Ausbildungsabschluss ca. 17 (eng) bzw. 9 Prozent (weit), in Brandenburg ca. 14 Prozent (eng) bzw. 2 Prozent (weit) aus dem Beruf ausgeschieden (vgl. Wiethölter 3/2012, S. 23 f.). Dies hat entsprechende Auswirkungen auf die notwendige Deckung des Fachkräftebedarfs. 4.13.2 Arbeitskräfteangebot Sinkende Arbeitslosenzahlen bei steigendem Fachkräftebedarf Der Bestand an Arbeitslosen verweist auf nicht genutzte Gestaltungsspielräume des Arbeitsmarktes. Für die berufsspezifischen Arbeitslosenzahlen liegen Zeitreihen der Jahresdurchschnitte von 2007 bis 2013 vor. Abgebildet wird der Zielberuf der arbeitslos gemeldeten Personen. Insgesamt weist der Beruf Podologe/Podologin einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf, der in Berlin allerdings mit einigen Schwankungen verknüpft ist (vgl. Abbildung 32). Abbildung 32: Bestand an Arbeitslosen – Fachkräfte, Spezialisten, Experten (ohne Helfer) 2007-2013 (Jahresdurchschnitte) – Podologie 60 50 50 40 30 33 35 27 39 22 41 30 35 35 20 18 17 16 14 10 0 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Brandenburg Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Bei den Arbeitslosen handelt es sich fast ausschließlich um Frauen. Die Mehrheit der Arbeitslosen ist unter 50 Jahre alt, in Berlin sind aber auch über 30 Prozent 55 Jahre und älter. Gemessen am Beschäftigungsumfang, gibt es zumindest für Berlin durchaus Potenziale, arbeitslose Personen mit einem Zielberuf in der Podologie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Steigende Ausbildungsaktivitäten in Berlin, keine Ausbildung in Brandenburg Die Zahl der Auszubildenden stieg in allen hier untersuchten Gesundheitsfachberufen von ca. 11.000 Auszubildenden im Jahr 2006/2007 auf ca. 11.750 Auszubildende im Jahr

232 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg 2012/2013 211 – und dies bei gleichzeitig sinkenden Schulabgangszahlen sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Die Podologie kann von diesem Bedeutungszuwachs profitieren – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen Berlin und Brandenburg. Zwischen 2005/2006 und 2012/2013 ist die Anzahl der Auszubildenden über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg ca. um das Dreifache gestiegen (vgl. Abbildung 33). Damit liegt das prozentuale Wachstum der Ausbildungszahlen in der Podologie über dem fast aller anderen untersuchten Gesundheitsfachberufe, obgleich aufgrund der geringen absoluten Anzahl dieses nur bedingte Aussagekraft besitzt. Der Anstieg ist ausschließlich auf die Berliner Ausbildungssituation zurückzuführen, da in Brandenburg derzeit keine entsprechende Berufsfachschule existiert. Abbildung 33: Anzahl der Auszubildenden in der Podologie in Berlin und Brandenburg im Zeitverlauf 160 140 120 116 114 139 151 127 100 86 80 60 40 43 59 20 - 6 10 10 0 0 0 0 0 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Berlin Brandenburg Quelle: Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg Es fällt auf, dass die Podologie der einzige der vier untersuchten Gesundheitsfachberufe ist, bei denen trotz der verpflichtenden Schulgeldzahlung insgesamt ein Anstieg der Ausbildungszahlen festzustellen ist. Daher können die Ausbildungsstrukturen und die damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen (kostenpflichtige Ausbildung) 212 höchstens als Erklärungsmuster herangezogen werden, dass möglicherweise ansonsten noch mehr junge Menschen eine Ausbildung in der Podologie beginnen würden. Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle Auszubildenden ihre Ausbildung auch erfolgreich beenden – entweder weil sie die Abschlussprüfungen nicht bestehen oder weil vor der Beendigung ein Abbruch erfolgte. Hier zeigen sich über die Jahre verteilt stark voneinander abweichende Quoten sowohl hinsichtlich des Abbruches als auch des nicht erfolgreichen 211 Ein Teil des Anstieges erklärt sich durch neue Ausbildungsmöglichkeiten, z.B. in der Altenpflegehilfe in Brandenburg. Dies macht aber nur einen Bruchteil des Gesamtanstiegs aus. Diese Entwicklung entspricht auch dem bundesweiten Trend, wonach im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Jahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Vgl. Zöller 2014: Gesundheitsfachberufe im Überblick; Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB, Heft 153. 212 Aktuell werden in Berlin ca. 225 € monatlich Gebühren erhoben.

Publications in English

Publikationen auf deutsch