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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 217 ein Hinweis auf eine vergleichsweise hohe Berufstreue aufgrund geringer Wechselmöglichkeiten gedeutet werden. Für eine höhere Fluktuation spricht hingegen, dass Berufsabbrüche vor allem in den ersten Jahren nach dem Ausbildungsabschluss zu konstatieren sind. Die Logopädie ist im Bereich der sv-pflichtigen Beschäftigung, wie gesehen, von relativ jungen Beschäftigten geprägt, was entsprechende Auswirkungen auf die Berufsabbrüche haben könnte. Allerdings könnte dieser für andere Gesundheitsfachberufe geltende Befund für die Logopädie nur eingeschränkte Gültigkeit haben, da die Ausbildung von den Auszubildenden selber finanziert wird und daher eine hohe Motivation besteht, diesen Gesundheitsfachberuf auszuüben. Entsprechend dieser Überlegungen wird angenommen, dass die Fluktuation bei den Logopäden und Logopädinnen ungefähr auf dem Niveau der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen liegt. Hierbei ist zwischen der Berufstreue im engen (Verbleib im gleichen Gesundheitsberuf) und der Berufstreue im weiten Verständnis (Verbleib im gleichen Gesundheitsberuf oder ähnlichen Berufen) zu unterscheiden. In Berlin waren 15 Jahre nach Ausbildungsabschluss ca. 17 (eng) bzw. 9 Prozent (weit), in Brandenburg ca. 14 Prozent (eng) bzw. 2 Prozent (weit) aus dem Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ausgeschieden (vgl. Wiethölter 3/2012, S. 23 f.). 4.12.2 Arbeitskräfteangebot Niedrige Arbeitslosenzahlen bei steigendem Fachkräftebedarf Der Bestand an Arbeitslosen verweist auf nicht genutzte Gestaltungsspielräume des Arbeitsmarktes. Für die berufsspezifischen Arbeitslosenzahlen liegen Zeitreihen der Jahresdurchschnitte von 2007 bis 2013 vor. Abgebildet wird der Zielberuf der arbeitslos gemeldeten Personen. Insgesamt zeichnet sich die Logopädie durch stabile Arbeitslosenzahlen auf sehr geringem Niveau aus (vgl. Abbildung 30). Abbildung 30: Bestand an Arbeitslosen – Fachkräfte, Spezialisten, Experten (ohne Helfer) 2007-2013 (Jahresdurchschnitte) – Logopädie 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 45 43 40 36 37 39 33 14 14 11 12 11 12 9 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Brandenburg Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung

218 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Bei den Arbeitslosen wurden fast ausschließlich Tätigkeiten auf der Spezialistenebene als Zielberuf angegeben. Die klare Mehrheit der arbeitslos gemeldeten Personen sind Frauen. Dies korrespondiert mit der Beschäftigungssituation in diesem Beruf. Über 85 Prozent der Arbeitssuchenden sind unter 50 Jahre und hiervon gut 46 Prozent unter 35 Jahre alt. Insgesamt ist der Spielraum zur Deckung des Fachkräftebedarfs durch Arbeitslose in der Logopädie eng begrenzt, wie sich auch anhand der Relation von Arbeitslosen zu Beschäftigten zeigt: In Berlin kommen 65 Arbeitslose auf 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, in Brandenburg liegt die Relation bei knapp 23 Arbeitslosen je 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies ist im Gegensatz zum Verhältnis in allen Berufen, das in Berlin und Brandenburg bei jeweils über 160 Arbeitslosen je 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte liegt, ein deutlich niedrigerer Wert. Rückläufige Ausbildungsaktivitäten bei steigenden Fachkräftebedarfen Die Zahl der Auszubildenden stieg in allen hier untersuchten Gesundheitsfachberufen von ca. 11.000 Auszubildenden im Jahr 2006/2007 auf ca. 11.750 Auszubildende im Jahr 2012/2013 198 – und dies bei gleichzeitig sinkenden Schulabgangszahlen sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Die Logopädie kann von diesem Trend nicht profitieren. Zwischen 2005/2006 und 2012/2013 ist die Zahl der Auszubildenden über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg um 26 Prozent gesunken (vgl. Abbildung 31). Diese Entwicklung liegt vor allem in den Ausbildungszahlen in Brandenburg begründet: Hier sank die Zahl der besetzten Ausbildungsplätze im angegebenen Zeitraum um 81 Prozent – wenngleich mit großen Schwankungen innerhalb dieses Zeitraumes. Dieser Rückgang wird durch die leicht negative Entwicklung in Berlin nur etwas abgeschwächt. Eine Ursache für die unterschiedliche Entwicklung kann mit dem Standortvorteil von Berlin erklärt werden und dürfte zudem im demographischen Wandel begründet sein, der in Brandenburg etwas stärker zu Buche schlägt. Jedoch erklärt dies alleine nicht den eklatanten Unterschied zwischen den beiden Bundesländern. Denkbar ist, dass in Brandenburg die schwankenden Zahlen besetzter Ausbildungsplätze mit der generellen Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Zusammenhang stehen und die jungen Menschen angesichts der Schulgeldverpflichtung in der Logopädie alternative Ausbildungen anstreben. Schwankungen können zum Teil auch dadurch erklärt werden, dass die Zahl der Standorte, an denen eine Ausbildung in der Logopädie möglich ist, im betrachteten Zeitverlauf variierte. 198 Ein Teil des Anstieges erklärt sich durch neue Ausbildungsmöglichkeiten, z. B. in der Altenpflegehilfe in Brandenburg. Dies macht aber nur einen Bruchteil des Gesamtanstiegs aus. Diese Entwicklung entspricht auch dem bundesweiten Trend, wonach im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Jahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Vgl. Zöller 2014: Gesundheitsfachberufe im Überblick; Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB, Heft 153.

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