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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 179 darfseinschätzung liegen folgende Überlegungen zugrunde: Hebammen sind in der Betreuung von Frauen im gebärfähigen Alter tätig. Von dieser Überlegung ausgehend wurde der aktuelle Bevölkerungsstand nach Alter für die Länder Berlin und Brandenburg ausgewiesen und die Relation von Hebammen je Anzahl der Einwohnerinnen im gebärfähigen Alter (18-45) ermittelt. Diese Relation wurde auf die Bevölkerungsprognose der Jahre 2020 und 2030 übertragen. Angenommen wird also, dass sich keine Veränderungen in der Geburtenrate oder andere Veränderungen z. B. versorgungspolitischer Art ergeben. Berücksichtigt wurden hierbei auch nicht die in der Diskussion befindlichen Aussagen, wonach es bereits heute in der Untersuchungsregion eine nicht gedeckte Nachfrage nach Hebammenleistungen gibt, die kleinräumig wiederum sehr unterschiedlich verteilt ist. Tabelle 106: Bevölkerungsstand und Entwicklung der 18-45 jährigen Frauen in Berlin und Brandenburg Bundesland / Region Bevölkerungsstand 2011 Bevölkerungsprognose 2020 Bevölkerungsprognose 2030 Frauen im Alter von 18-45 Jahren Berlin 668.281 679.840 655.040 Brandenburg 361.100 280.900 222.800 Berlin-Brandenburg 1.029.381 960.740 877.840 Quelle: Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg und eigene Berechnungen Daraus ergibt sich eine Relation von einer Hebamme (sv-pflichtig beschäftigt und freiberuflich tätig) auf 518 Einwohnerinnen in Berlin. Im Land Brandenburg beträgt das Verhältnis 1:881. Schreibt man diese Relationen für die beiden Bundesländer fort, so ergeben sich daraus in den Beobachtungszeiträumen folgende Erwerbstätigenbestände. Tabelle 107: Benötigte Anzahl von Hebammen bei einem Betreuungsverhältnis von 1:518 in Berlin und 1:881 in Brandenburg Bundesland / Region 2013 2020 2030 Hebammen Berlin 1.291 1.312 1.284 Brandenburg 410 319 253 Berlin-Brandenburg 1.701 1.631 1.537 Quelle: eigene Berechnungen Bis 2030 würde in Berlin eine geringe Bestandsverringerung eintreten, während im Land Brandenburg der Bestand erheblich zurückgehen würde. Aufgrund der günstigen Altersstruktur der Beschäftigten bleibt auch der altersbedingte Ersatzbedarf gering. Rein rechnerisch bewegt er sich in der Größe des Bestandsrückgangs. Wie oben bereits ausgeführt, kann in dieser beruflichen Tätigkeit ebenfalls mit einem relativ geringen fluktuationsbedingten Ersatzbedarf gerechnet werden. Angesichts der aktuellen Ausbildungszahlen kann angenommen werden, dass in den hier betrachteten Zeiträumen keine gravierende Fachkräftelücke zu erwarten ist.

180 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg 4.9.4 Berufsspezifische Handlungsempfehlungen • In der kommenden Zeit ist die nachhaltige Klärung der Haftpflichtproblematik eindeutig die zentrale Herausforderung für die weitere Beschäftigungsentwicklung im Beruf Hebamme/Entbindungspfleger. Eine dauerhafte und tragfähige Lösung des Problems der Haftpflichtprämiensteigerungen ist eine Forderung, die sich an die bundespolitische Ebene richtet. Die Klärung der Haftpflichtfrage ist ein ausschlaggebender Aspekt für die künftige Attraktivität des Berufes. • Ein Weg der Attraktivitätssteigerung könnte in der stärkeren Akademisierung der Geburtshilfe liegen. Im Land Brandenburg ist ein Hochschulstudium derzeit nicht möglich, in Berlin gibt es eine solche Möglichkeit im Rahmen eines Modellstudiengangs. Für eine stärkere Akademisierung dieses Gesundheitsfachberufs spricht zum einen, dass sich aufgrund zunehmender Studienneigung der Schulabgänger/innen die Zielgruppe für eine künftige Hebammentätigkeit vergrößern wird. Durch eine Akademisierung könnte weiterhin ein „mehr auf Augenhöhe“ basierendes Verhältnis zwischen Ärztinnen und Ärzten auf der einen Seite und Hebammen sowie Entbindungspflegern auf der anderen geschaffen werden. Ebenso bietet die Akademisierung Möglichkeiten erweiterter und komplexer Versorgungsleistungen. Gleichwohl sind die Kontextbedingungen einer Akademisierung zu beachten (siehe Abschnitt 1.1). • Übergreifend wird deutlich, dass im Bereich der Geburtshilfe klassische Formen und Wege der Fachkräftesicherung ihre Grenzen haben, da Hebammen überwiegend freiberuflich tätig sind. Gleichwohl haben diese Instrumente für diesen Beruf im Bereich der Krankenhäuser ihre uneingeschränkte Bedeutung. An freiberuflich tätige Hebammen lassen sich in diese Richtung kaum Empfehlungen aussprechen.

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