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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 141 ebenfalls fünf Antwortende planten zum Befragungszeitpunkt noch Einstellungen. Die Anzahl der erfolgten Einstellungen liegt bei sechs, die der geplanten Einstellungen bei 13 Personen. Fasst man die Befunde zum Einstellungsverhalten zusammen, so zeigt sich, dass aktuell ein moderates Einstellungsverhalten zu konstatieren ist. Inwieweit 2013 der Fachkräftebedarf gedeckt werden konnte lässt sich u. a. daran ablesen, ob eine Stelle aufgrund fehlender geeigneter Bewerber/innen besetzt werden konnte. Diesbezüglich wird die Annahme einer aktuell entspannten Fachkräftesituation gestützt. In keinem der 20 vorliegenden Fälle wurde angegeben, dass Stellen aufgrund fehlender geeigneter Bewerbender offen geblieben seien. Die Einrichtungen wurden auch danach gefragt, wie lange die Besetzung einer offenen Stelle im Durchschnitt gedauert hat. Bei dieser Frage liegen 12 Antworten vor. Trotz der nur geringen Anzahl an Antworten deuten die Angaben ebenfalls darauf hin, dass die Fachkräftesituation im Vergleich zu anderen Berufen (noch) entspannt ist. So beträgt die am längsten angegebene Stellenbesetzungsdauer zehn Wochen, was im Vergleich aller Berufe die geringste angegebene Dauer ist. Zusätzlicher Fachkräftebedarf aufgrund von Fluktuation Trotz der Aktivitäten im Bereich der Fachkräftebindung gelingt es nicht in jedem Fall, die Mitarbeiter/innen im Betrieb zu halten. Zu diesem Aspekt stehen für die MTA-L keine Primärdaten zur Verfügung. Auch durch die Einrichtungsbefragung ließ sich dieser Aspekt nicht erfragen, da die berufsscharfe Bestimmung der Verweildauer von den Einrichtungen kaum erhoben werden kann. Aus diesem Grunde werden zum Zwecke der Annäherung artverwandte Analysen als Orientierungswert genutzt. 135 Zum Teil befassen sich die Studien mit der Frage, welche Gründe für eine geringe oder hohe Berufstreue ausschlaggebend sind. 136 Zum Teil beziehen sich die bestehenden Analysen auf Befragungen von Absolventinnen und Absolventen von Berufsfachschulen hinsichtlich ihrer erwarteten Verweildauer im Beruf. 137 Die aus den Studien ableitbaren Erkenntnisse lassen eine geringe Fluktuation bei den MTA-L plausibel erscheinen. So ist die Berufstreue übergreifend bei examinierten Fachkräften höher als bei Helfertätigkeiten. Ein Berufswechsel erscheint darüber hinaus angesichts der Ausdifferenziertheit der medizinisch-technischen Berufe nur mit Einschränkungen möglich. Für eine geringe Fluktuation spricht auch, dass Berufsabbrüche vor allem in den ersten Jahren nach dem Ausbildungsabschluss zu konstatieren sind. Die MTA-L sind im Bereich der sv-pflichtigen Beschäftigung von einem hohen Anteil älterer Beschäftigter geprägt, d. h. dass dieser fluktuationsbedingte Faktor nur eingeschränkten Einfluss haben 135 Beispielhaft zu nennen sind: Wiethölter, Doris (2012): Berufstreue in Gesundheitsberufen in Berlin und Brandenburg. Die Bindung der Ausbildungsabsolventen an den Beruf: Ausgewählte Gesundheitsberufe im Vergleich, in: IAB-Regional (3/2012); Joost, Angela, Kipper, Jenny, Tewolde, Tadios (2009): Projekt Berufsverläufe von Altenpflegerinnen und Altenpflegern.“ Abschlussbericht. 136 In erster Linie sind die Aspekte zu nennen wie Entlohnung, dauerhafte körperliche und psychische Belastung, Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben oder (mangelnde) Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. 137 Vgl. Golombek, Josephine; Fleßa, Steffen (2011): Einflussfaktoren auf die Verweildauer im Beruf und die Standortwahl des Arbeitsplatzes bei Gesundheits- und Krankenpflegern. Eine exemplarische Analyse bei Gesundheits- und Krankenpflegeschülern im zweiten und dritten Ausbildungsjahr in Berlin und im Land Brandenburg. In: Heilberufe Science 2011. Nr. 1.

142 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg dürfte. Für eine gewisse Fluktuation spricht, dass die Auszubildenden die Ausbildung zum Teil als Einstieg in ein späteres Studium (z. B. Medizin oder Pharmazie) nutzen. 138 Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wird angenommen, dass die Fluktuation ungefähr auf dem Niveau der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen liegt, bei denen es sich ebenfalls um examinierte Fachkräfte mit einem überdurchschnittlichen Altersdurchschnitt der Beschäftigten und relativ hohen Entgelten handelt. Hierbei ist zwischen der Berufstreue im engen (Verbleib im gleichen Gesundheitsberuf) und der Berufstreue im weiten Verständnis (Verbleib im gleichen Gesundheitsberuf oder ähnlichen Berufen) zu unterscheiden. In Berlin waren 15 Jahre nach Ausbildungsabschluss ca. 17 (eng) bzw. 9 Prozent (weit), in Brandenburg ca. 14 (eng) bzw. 2 Prozent (weit) aus dem Beruf ausgeschieden (vgl. Wiethölter 3/2012, S. 23 f.). Bei der Übertragung dieses Befundes auf die MTA-L hat dies entsprechende Auswirkungen auf die notwendige Deckung des Fachkräftebedarfs. 4.6.2 Arbeitskräfteangebot Sinkende Arbeitslosenzahlen Für die berufsspezifischen Arbeitslosenzahlen liegen Zeitreihen der Jahresdurchschnitte von 2007 bis 2013 vor. Abgebildet wird der Zielberuf der arbeitslos gemeldeten Personen. Insgesamt weist der Beruf einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf. Während diese Gesamtbetrachtung auch für Berlin gilt, ist in Brandenburg die Situation seit 2010 durch eine leichte Steigerung der Arbeitslosenzahlen gekennzeichnet (vgl. Abbildung 14). 138 Da in Brandenburg solche Studiengänge kaum angeboten werden, bedeutet die Aufnahme eines Studiums zumeist auch den Wegzug aus dem Land.

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