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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 135 für spezifische Einsatzgebiete in den Einrichtungen liefern. Hierbei sollte unbedingt ein Bezug zu den strukturellen Rahmenbedingungen in der Pflege hergestellt werden, etwa zur Bedeutung staatlich anerkannter Pflegehilfskräfte für die Umsetzung innovativer Personaleinsatzkonzepte wie z. B. entsprechend der Regelungen in Artikel 4 der Brandenburger Strukturqualitätsverordnung. Ggf. sind die im Berliner Pilotprojekt „Pflegeassistenz mit Schwerpunkt Altenpflege (1,5-jährige Ausbildung)“ vorgesehenen Tätigkeitsbeschreibungen bzw. die damit vorgesehene Erweiterung des Tätigkeitsfeldes gegenüber Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung auf Brandenburg übertragbar. • Die Zahl der arbeitslosen Personen mit dem Zielberuf Altenpflege auf Helferniveau ist auffallend hoch und in den letzten Jahren gestiegen. Darüber hinaus ist ein großer Anteil der Arbeitslosen mit diesem Zielberuf jung. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass die Einrichtungen vor der Herausforderung stehen, geeignete Hilfskräfte in der Pflege, insbesondere basisqualifizierte Pflegehelfer/innen, zu finden. Dies weist auf eine qualitative Mismatch-Situation hin, der es zu begegnen gilt. Die Arbeitsmarktakteure sind gefordert, die Vermittlung zu verbessern bzw. Maßnahmen zur Erhöhung der Vermittlungsfähigkeit noch intensiver als bisher zu nutzen. Es zeichnet sich ab, dass die Herausforderungen in diesem Bereich weiter steigen werden. Entsprechend sind innovative Ansätze zur Erhöhung der Erwerbsfähigkeit gefragt, die ggf. in Form von Pilotprojekten erprobt und in Kooperation mit Pflegeeinrichtungen umgesetzt werden sollten. Die Einrichtungen werden sich darauf einstellen müssen, dass sie zukünftig deutlich mehr in die Unterstützung einzelner Mitarbeiter/innen zu investieren haben. Der sich abzeichnende Fachkräftebedarf wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass Einrichtungen künftig auch Beschäftigte einstellen werden, die eine deutlich intensivere Einarbeitung benötigen als bisher gewohnt. Dies kann auch bedeuten, dass die Entwicklung sowohl qualifikatorischer als auch sozialer Voraussetzungen unterstützt werden muss. Dieser Prozess sollte durch die öffentliche Hand intensiv begleitet werden, da sich daraus auch sozialpolitische Chancen ergeben, die einen relevanten Beitrag zu einer integrierenden Gesellschaft leisten (könnten). • Die Quoten der nicht erfolgreich bestandenen Prüfungen sowie die Abbruchquoten sind nach vorliegender Datenlage hoch. Ein Teil der Ausbildungsabbrüche kann vermutlich dadurch erklärt werden, dass die Auszubildenden während ihrer Ausbildung berufliche Alternativen gefunden haben (was die Bedeutung einer branchenübergreifenden Konkurrenzfähigkeit der Altenpflegehilfe unterstreichen würde). Gleichwohl scheint für einen Teil der Auszubildenden die Ausbildung nur durch zusätzliche Unterstützung im Sinne einer assistierten Ausbildung zu schaffen zu sein. Es sollte daher weiter darüber nachgedacht werden, wie eine solche Unterstützung ausgestaltet und bei Bedarf institutionalisiert werden kann. Es ist zu prüfen, ob entsprechende Erfahrungen aus dem Brandenburger Modellprojekt „Ausbildungsbegleitung in der Altenpflegehilfeausbildung mit wissenschaftlicher Evaluation“ für die anstehende Ausbildung in Berlin nutzbar gemacht werden können. • Unter dem Gesichtspunkt der Aufwertung der Pflege insgesamt ergibt sich eine Reihe von Empfehlungen, die aus heutiger Sicht als radikal erscheinen mögen: Dazu gehört

136 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg vor allem die Weiterentwicklung der Pflegehilfe unter berufsordnungspolitischen Aspekten. Eine solche Weiterentwicklung wird nur dann zu kohärenten Berufsprofilen führen, wenn die Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Altenpflege auf den beiden Ebenen der Fachpflege und Pflegehilfe in der Ausgestaltung ihrer Tätigkeitsprofile zusammen gedacht werden. In der Berufsausbildung, die zu examinierten Abschlüssen führt, wird mit der generalisierten Pflegeausbildung ein Standard geschaffen, der aufbauend auf einer gemeinsamen Grundausbildung zur Spezialisierung in den Bereichen der Gesundheits- und Kranken- bzw. der Altenpflege führt. Denkt man dieses Herangehen konsequent für die Tätigkeiten in der Pflegehilfe weiter, so wäre auch die Ausbildung im Bereich der Pflegehilfe dahingehend neu zu ordnen, dass nach einer gemeinsamen Grundausbildung eine anschließende Spezialisierung zu Tätigkeiten entweder in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder in der Altenpflegehilfe führt. Ein dadurch ermöglichter flexiblerer Personaleinsatz liegt auf der Hand. Eine solche Neuordnung mit dem Ziel einer ebenfalls „generalisierten“ Pflegehilfeausbildung wirft für den Bereich der Altenpflegehilfe die Frage auf, wie sich die beiden bisherigen Ausbildungs- und Qualifizierungsformen in der Pflegehilfe – also entweder mit staatlicher Anerkennung oder mit Basisqualifizierung – in ein neu geordnetes Pflegeausbildungssystem einordnen lassen. Ein denkbarer Weg könnte darin bestehen, dass Tätigkeiten, die keinen unmittelbaren Pflegebezug haben, generell durch andere Berufsprofile (wie z. B. Servicepersonal vergleichbar mit Berufsprofilen im Hotel- oder Gastgewerbe) abgedeckt werden. In dem Fall würde sich die bisherige Basisqualifizierung (ohne staatliche Anerkennung) erübrigen. Die Einrichtungen der Gesundheits- und Kranken- sowie der Altenpflege könnten für diese Tätigkeiten Personal mit anderen Berufsbezeichnungen einstellen. Eine in diesem Sinne vorgenommene Neuordnung, die sowohl die Gesundheits- und Kranken- als auch die Altenpflege auf ihren beiden Ebenen der Fachpflege und der Pflegehilfe in den Blick nimmt, wäre ein ganz wesentlicher Beitrag, um die Attraktivität des Pflegeberufs insgesamt in allen seinen Ausprägungen deutlich anzuheben. • Um eine solche, eher langfristig orientierte Strategie vorzubereiten, sollten zeitnah die derzeit heterogenen Qualifizierungsangebote (unterhalb staatlicher Anerkennung), die auf dem Pflegebasiskurs aufsetzen und in sehr unterschiedlichen zeitlichem Umfang angeboten werden, zumindest in einem ersten Schritt – in Abstimmung mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit – landeseinheitlich geregelt werden. Eine solche einheitliche Regelung sollte sowohl nach einem einheitlichen Curriculum durchgeführt werden als auch deutlich über dem Zeitumfang des o. g. 200-Stunden-Pflegebasiskurses liegen. Eine derartige Standardisierung der Pflegebasiskurse würde den zu qualifizierenden Personen eine zeitgemäße Einstiegsqualifizierung in das Berufsfeld bieten. Die Pflegeinrichtungen wiederum hätten genauere Kenntnis darüber, an welche qualifikatorischen Voraussetzungen sie bei den einzustellenden Personen anknüpfen können.

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