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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 129 Abbildung 13: Bestand an Arbeitslosen im Zeitverlauf – Pflegehilfskräfte 4.500 4.000 3.500 3.000 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0 4.179 3.706 3.332 3.022 2.957 2.178 1.762 1.814 1.964 2.003 2007 2008 2011 2012 2013 Berlin Brandenburg Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Darstellung Die Mehrheit der arbeitslos gemeldeten Personen sind Frauen. Die Altersstruktur der Arbeitssuchenden weicht in relevantem Maße von der Altersstruktur der Beschäftigten ab. Das Arbeitskräfteangebot ist deutlich jünger und weist einen hohen Anteil an Personen unter 35 Jahren auf (über 40 Prozent). Die Hilfstätigkeit in der Pflege ist der einzige der hier untersuchten Berufe mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Rein quantitativ gibt es noch Spielräume, den Arbeitskräftebedarf aus dem Kreis arbeitsloser Personen zu decken. 121 Durch den hohen Anteil jüngerer Arbeitsloser besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass diese Personen auch längerfristig im Arbeitsmarkt verbleiben. Schwankende Ausbildungszahlen in Brandenburg Bei der Ausbildung stellen die Helfertätigkeiten einen Sonderfall dar, da in diesem Bereich sowohl staatlich anerkannte als auch staatlich nicht anerkannte Hilfstätigkeiten subsummiert werden. Bei der Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in variieren die Ausbildungszahlen. Von 78 Auszubildenden im Ausbildungsjahr 2009/2010 stieg die Zahl sukzessive auf 181 im Jahr 2012/2013 an und sank im Schuljahr 2013/2014 wieder auf 121. Da die Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in sich als Regelausbildung erst in der Planung befindet, handelt es sich bei den Auszubildenden i. d. R. um Umschüler/innen. Ebenso ist über die Jahre verteilt ein deutlicher Zuwachs der besetzten Ausbildungsplätze für Sozialassistent/innen zu konstatieren. Im Schuljahr 2013/2014 gab es in diesem Bereich rund 2.500 Plätze. In der Statistik wird jedoch nicht unterschieden, in welchem Schwerpunkt die Auszubildenden tätig werden. Da die Tätigkeitsfelder der Sozialassistent/innen breit sind, ist eine Darstellung der Ausbildungskapazitäten mit Schwerpunkt Pflege nicht möglich. 122 121 Auf der anderen Seite liegen Hinweise auf eine nur eingeschränkte Vermittlungsfähigkeit der arbeitssuchenden Pflegehilfskräfte vor. Dass es trotz des großen Angebotes bei einer relevanten Anzahl an Einrichtungen nicht gelungen ist, vakante Stellen zu besetzen, stützt diese Annahme. 122 Gemessen an der Anzahl der Ausbildungsplätze und den nur in geringem Umfang erfassten Beschäftigten scheinen die Sozialassistentinnen und -assistenten vor allem andere berufliche Schwerpunkte als in der Pflege zu setzen.

130 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Zu beachten ist, dass nicht alle Auszubildenden ihre Ausbildung erfolgreich beenden – entweder wegen nicht bestandener Abschlussprüfung oder wegen Ausbildungsabbruch. Daten hierzu liegen nur für Brandenburg vor. Diese lassen darauf schließen, dass sowohl vorzeitige Ausbildungsabbrüche wie auch der nicht erfolgreiche Abschluss bei den Altenpflegehelfer/innen mit staatlicher Anerkennung in relevantem Maße vorkommen. Ganz eklatant wird dies im Schuljahr 2012/2013 deutlich, in dem 16 Prozent der Absolvent/innen die Schule ohne Abschlusszeugnis verlassen haben und darüber hinaus 21 Prozent die Ausbildung zuvor abbrachen (Im Jahr zuvor betrugen die Quoten 6 und 16 Prozent). Fort- und Weiterbildung als Maßnahme der Arbeitskräftesicherung Insgesamt wird durch die Einrichtungsbefragung der hohe Stellenwert der Fort- und Weiterbildung auch für die beschäftigten Pflegehilfskräfte deutlich. Das ist insofern bemerkenswert, da übergreifend die Fort- und Weiterbildungsaktivitäten abnehmen, je geringer die Qualifikationsstufe der Beschäftigten ist. 123 Hervorzuheben ist, dass vor allem die basisqualifizierten Pflegehelfer/innen an Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung teilnehmen. Dieser Unterschied kann nicht durch die Beschäftigungsstruktur in den Einrichtungen erklärt werden. Ein plausibler Erklärungsansatz lautet, dass aus Sicht der Einrichtungen die Einstellung und anschließende Qualifizierung von basisqualifizierten Pflegehelfer/innen ökonomisch sinnvoller erscheint als die Einstellung und Qualifizierung von staatlich anerkannten Altenpflegehilfskräften. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass über 80 Prozent der Einrichtungen angeben, bei den Tätigkeitszuschnitten nicht zwischen verschiedenen Helferqualifikationen zu unterscheiden. Die Frage der Ausbildung scheint für die spätere Helfertätigkeit in der Altenpflege nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Berufsspezifische Aspekte der Personalentwicklung Die Hilfskräfte in der Pflege haben die Möglichkeit, durch eine Nachqualifizierung zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger ein breiteres Aufgabenfeld zu übernehmen. Insbesondere staatlich anerkannte Altenpflegehelfer/innen machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. In 67 Fällen wurden diese nachqualifiziert, wobei insgesamt 77 Personen von der Nachqualifizierung profitierten. Gemessen am Beschäftigungsumfang ist das eine relativ große Zahl, zieht man in Betracht, dass insgesamt nur 48 Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung (mit einem wesentlich höheren Beschäftigtenanteil) nachqualifiziert wurden. 124 Die Sozialassistent/innen mit Schwerpunkt Pflege fallen mit 5 Antworten und ca. zehn nachqualifizierten Personen nicht weiter ins Gewicht. 125 Das Nachqualifizierungsgeschehen macht deutlich, dass die Altenpflegehelfer/innen mit staatlicher Anerkennung ihren Beruf verhältnismäßig häufig als Einstieg in weitere Qualifikationen nutzen. 123 Vgl. zum Beispiel Weber/Kretschmer (2012) 124 Diese geringe Anzahl erklärt sich u.a. dadurch, dass eine Nachqualifizierung berufliche Vorkenntnisse voraussetzt, die auf die Ausbildung angerechnet werden können. Um diese Kenntnisse zu prüfen, müssen Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung ein berufspsychologisches Gutachten der Bundesagentur für Arbeit sowie eine Kompetenzfeststellung einer Berufsfachschule durchlaufen. Nach Ansicht von Experten ist das Fachwissen der Pflegehelfer/innen i. d. R. gering, sodass die Möglichkeit der Nachqualifizierung nur selten umgesetzt wird. 125 Wenn Beschäftigte in den Helferqualifikationen der Altenpflege nachqualifiziert wurden, wurden tätigkeitsübergreifend Finanzierungsmöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit genutzt. Ein Teil derjenigen, die das Ange-

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