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Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg

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Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg ⎜ 127 Tabelle 70: Stellenbesetzungsdauer bei Pflegehilfskräften Tätigkeit Sozialassistentin mit Schwerpunkt Pflege Altenpflegehelfer/in mit staatl. Anerkennung Pflegehelfer/in mit Basisqualifizierung Durchschnittliche Stellenbesetzungsdauer (Schätzwert), Angaben in Prozent Antworten Eine Woche Drei bis gesamt Weniger als Sechs bis Länger als bis drei sechs eine Woche zwölf Monate ein Jahr Monate Monate 42 93,2 6,8 0,0 0,0 0,0 89 84,3 13,5 1,1 1,1 0,0 146 50,0 38,4 5,3 6,0 0,0 Quelle: SÖSTRA/IMU Einrichtungsbefragung 2014 Die unterschiedliche Stellenbesetzungsdauer deutet auf Eignungsdefizite bei den Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung hin. Bei den Sozialassistent/innen mit Schwerpunkt Pflege sowie Altenpflegehelfer/innen mit staatlicher Anerkennung scheinen hingegen gute und schnelle Übernahmechancen zu bestehen. Zum Teil verändertes Einstellungsverhalten im Jahr 2014 Im Jahr 2014 setzt sich das skizzierte Einstellungsverhalten bei den Pflegehilfskräften nur eingeschränkt fort. Bei den Sozialassistent/innen mit Schwerpunkt Pflege haben neun Prozent der 46 Antwortenden im Jahr 2014 Einstellungen vorgenommen, vier Prozent planten solche. Insgesamt ist damit ein deutlicher Rückgang im Einstellungsverhalten zu beobachten. Bei den Altenpfleger/innen mit staatlicher Anerkennung haben 12 Prozent der 100 Antwortenden im Jahr 2014 Einstellungen vorgenommen, 14 Prozent planten solche. Diese Anteilswerte liegen ebenfalls deutlich unter den Anteilen der Antwortenden, die im Jahr 2013 Einstellungen vorgenommen hatten. Bei den Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung setzt sich das im Jahr 2013 skizzierte Einstellungsverhalten weitgehend fort. In dieser Tätigkeit haben 40 Prozent der 201 Antwortenden im Jahr 2014 Einstellungen vorgenommen, 36 Prozent planten solche. Fasst man die Befunde zum Einstellungsverhalten zusammen, so zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei den Sozialassistent/innen mit Schwerpunkt Pflege lässt sich ein moderates und sich abschwächendes Einstellungsverhalten konstatieren. Dies geht einher mit relativ wenigen offen gebliebenen Stellen und einer geringen Besetzungsdauer. Insgesamt zeigen sich in diesem Beruf keine Arbeitskräfteengpässe. Bei den Altenpflegehelfer/innen mit staatlicher Anerkennung lässt sich im Wesentlichen die gleiche Schlussfolgerung ziehen. Gleichwohl deuten die Anteile bei den offen geblieben Stellen und die Stellenbesetzungsdauer darauf hin, dass es punktuell Schwierigkeiten gibt, Personen dieses Berufs einzustellen. Das dürfte auch daran liegen, dass die Altenpflegehilfe in Brandenburg erst seit 2009 staatlich geregelt ist, d. h. die Nachfrage die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen übersteigen könnte. Bei den Pflegehelfer/innen mit Basisqualifizierung ist hingegen ein reges Einstellungsverhalten zu konstatieren. Die Befragungsergebnisse lassen in der Zusammenführung den Schluss zu, dass aktuell ein großer Bedarf an basisqualifizierten

128 ⎜ Einrichtungsbefragung in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg Pflegehelfer/innen besteht. Insbesondere ambulante Pflegeeinrichtungen – und hier v. a. in Berlin – fragen diese Qualifikationen aktuell in hohem Maße ab. Zusätzlicher Arbeitskräftebedarf aufgrund von Fluktuation Neben rentenbedingten Abgängen ist in jedem Berufsfeld ein Arbeitskräfteverlust aufgrund von Fluktuation zu beobachten. Zu diesem Aspekt steht für die Altenpflege/-pflegehilfe eine eigenständige Untersuchung für die Länder Berlin und Brandenburg zur Verfügung, die den Berufsverbleib in den ersten 15 Jahren nach Abschluss der Ausbildung abbildet. 118 Demnach sind nach 15 Jahren in Berlin noch 32 Prozent der Altenpfleger/-pflegehelfer in ihrem Beruf tätig, in Brandenburg sind es knapp 28 Prozent. Auch bei der Betrachtung der Verweildauer, die einen Wechsel in verwandte Berufe einbezieht, wird der hohe Beschäftigungsabgang deutlich. Bei dieser erweiterten Betrachtung sind in Berlin nach 15 Jahren noch 69 Prozent beschäftigt, in Brandenburg 57 Prozent. Ein Manko der Studie besteht darin, dass aufgrund der statistischen Grundlage eine Unterscheidung zwischen examinierten Fachkräften und Hilfskräften der Altenpflege nicht vorgenommen werden konnte. Zieht man weitere Studien in Betracht, die den Berufsverbleib examinierter Altenpflegefachkräfte untersuchen 119 und zum Schluss kommen, dass diese eine vergleichsweise hohe Berufstreue aufweisen, bestätigt sich die hohe Fluktuationsrate bei Helfertätigkeiten in der Pflege. 4.5.2 Arbeitskräfteangebot Steigende Arbeitslosenzahlen Der Bestand an Arbeitslosen verweist auf nicht genutzte Gestaltungsspielräume des Arbeitsmarktes. Für die berufsspezifischen Arbeitslosenzahlen liegen Zeitreihen der Jahresdurchschnitte von 2007 bis 2013 vor. 120 Abgebildet wird der Zielberuf der arbeitslos gemeldeten Personen. Insgesamt weisen die Helfertätigkeiten in der Altenpflege einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf (vgl. Abbildung 13). 118 Wiethölter (2012): Berufstreue in Gesundheitsberufen in Berlin und Brandenburg, in iab Regional Berlin-Brandenburg 3/2012. Dabei wird nicht nach den einzelnen Tätigkeiten der Pflegehilfskräfte unterschieden. 119 Joost/Kipper/Tewolde (2009): Berufsverläufe von Altenpflegerinnen und Altenpflegern 120 Aufgrund einer Umschlüsselung der Daten durch die Bundesagentur für Arbeit liegen für die Hilfskräfte in der Pflege keine verlässlichen Angaben für 2009 und 2010 vor.

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