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Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik

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Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

6 | Fertigung nach

6 | Fertigung nach Prinzipien von Industrie 4.0 bei Mercedes Ludwigsfelde, © Daimler Während Olli in Schöneberg noch im Testbetrieb seine Runden dreht, versorgen fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) im Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde die Mitarbeiter bereits selbstständig mit Material. Industrie 4.0 ist hier heute schon erlebbar. Das Werk ist mit seinen gut 2.000 Mitarbeitern und 122 Auszubildenden und Studenten einer der größten industriellen Arbeitgeber in Brandenburg und das drittgrößte Transporter-Montagewerk von Daimler weltweit. Ludwigsfelde ist die einzige europäische Produktionsstätte, in der der „Welttransporter“ Mercedes-Benz Sprinter in den offenen Versionen (Pritschenwagen und Fahrgestelle) für unterschiedlichste Aufbauten gefertigt wird. Täglich verlassen hier im Dreischichtbetrieb ca. 250 Transporter das Werk, die in rund 130 Ländern unterwegs sind. Im globalen Produktionsverbund von Mercedes- Benz Vans erfüllt das Werk damit eine wichtige Funktion. Über die Initiative „Intelligente Mobilität in Berlin-Brandenburg“ helfen eMO und das Clustermanagement Verkehr, Mobilität und Logistik Unternehmen wie Local Motors, geeignete Testfelder zu identifizieren und – wenn nötig – zu etablieren. Dazu gehören Stadtgebiete, die mit intelligenter Infrastruktur, zum Beispiel Funknetzen und den dazu gehörenden technischen Anlagen oder mit Sensorik für das Parkraummanagement ausgestattet sind. Entwickelt und getestet wird also im „echten“ Stadtleben, nicht im Labor. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die Verwaltung arbeiten mit den Nutzern vor Ort zusammen, um die neue, intelligente, vernetzte, geteilte und elektrische Mobilität auszuprobieren. Auf dem EUREF-Campus passiert schon sehr viel zur Verknüpfung der Mobilitäts- und Energiewende. Hierzu zählt auch der „Zukunftsbahnhof Berlin Südkreuz“ der Deutschen Bahn. Der hoch verdichtete Innenstadtraum der City West rund um den Kurfürstendamm, den Bahnhof Zoo und den Ernst-Reuter-Platz ist ebenfalls ein mögliches Testareal. Im Bezirk Pankow könnte der Campus Berlin-Buch mit einem modernen Verkehrskonzept weiterentwickelt werden. Auch für die Nachnutzung des Flughafens Tegel sind intelligente Mobilitätskonzepte mit innovativen Technologien in Planung. Benchmark: Industrie 4.0 bei Mercedes-Benz in Ludwigsfelde Gleichzeitig ist Ludwigsfelde Benchmark und Blaupause, wenn es um intelligente Fahrzeugproduktion geht. Schlanke, ausgeklügelte Prozesse und eine effiziente Logistik zeigen, wie ein Werk der Zukunft aussehen sollte. Angestoßen wurde dieser Prozess Ende 2012. Der Auftrag lautete, die Schnittstelle und die Zusammenarbeit von Montage und Logistik deutlich zu verbessern. Die zuständigen Experten durchleuchteten zunächst den gesamten Prozess vom Lieferanten bis zum Verbauort eines Teils am Band. Parallel wurde daran gearbeitet, qualitativ hochwertige, robuste und vor allem schlanke Abläufe zwischen Montage und Logistik zu etablieren – mit Erfolg. Wo früher noch unzählige Gitterkörbe, Regale und Ladungsträger voll mit Material die Montagebänder säumten und die Mitarbeiter sich die jeweils richtigen Teile für jeden Transporter selbst herausnehmen mussten, sind heute dank moderner IT-Technologie fahrerlose Transportfahrzeuge unterwegs. Diese beliefern vollautonom die Mitarbeiter am Band mit vorbereiteten Warenkörben aus den Logistik- und Kommissionierzonen. „Was sich einfach anhört, ist ein hochkomplexer Prozess. Denn in der Fertigungslinie bauen unsere Mitarbeiter den Sprinter in hunderten Kombinationsmöglichkeiten auf, abhängig von Radstand, Gewicht, Motorisierung oder Farbe. Dadurch ist in der Abfolge jedes Fahrzeug unterschiedlich, und entsprechend braucht jeder Sprinter unterschiedliche Bauteile“, sagt Sebastian Streuff, Geschäftsführer der Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH. Durch ausgeklügelte IT-Vernetzung werden für jeden Sprinter exakt die richtigen Teile in einem sogenannten Carset-Wagen vorbereitet und ans Band geliefert. Und selbst das Entladen übernimmt das FTF vollautomatisch: Nach Ankunft werden die Carsets direkt ans Band geschoben. Der Mitarbeiter nimmt nur noch den passenden Teilewagen entgegen, fixiert ihn am Fahrzeug-Gehänge und beginnt mit dem Einbau der Teile. Die Vorteile: verbesserte Arbeitsplatzergonomie, weniger Laufwege, direkter Zugriff auf das Material, mehr Platz am Band und geringere Unfallgefahr durch Verzicht auf Gabelstapler.

Clusterreport I Verkehr, Mobilität und Logistik – Ein starker Standort | 7 Effizienter Betrieb: Höhere Flottenverfügbarkeit dank Echtzeitinformationen Der dynamische Trend der Digitalisierung hat auch den Schienenverkehr längst erfasst. Durch die intelligente Verknüpfung und Auswertung von Echtzeitdaten profitieren Bahnkunden bereits heute von Echtzeitinformationen über Verspätungen und Ausfälle vor und während der Reise. Der Vorteil: Der Kunde fühlt sich gut informiert, auch wenn eine Verbindung einmal nicht wie geplant gehalten werden kann. Solche Echtzeitinformationen können in naher Zukunft auch bei der Optimierung bahnbetrieblicher Prozesse helfen und zu einem reibungsloseren und sichereren Betriebsablauf beitragen – mit positivem Effekt für Kunden im Personenund Güterverkehr. Konkret ist hier das Projekt INNOWAG (INNOvative monitoring and predictive maintenance solutions on lightweight WAGon) aktiv, das im November 2016 im Rahmen des europäischen Forschungsverbunds Shift2Rail ins Leben gerufen wurde. Gleich zwei wichtige regionale Akteure gehören zu den insgesamt elf Projektpartnern aus sieben europäischen Ländern. Neben dem Fachgebiet Schienenfahrzeuge der Technischen Universität Berlin ist auch die Havelländische Eisenbahn AG beteiligt. Ziel des Projektes ist, die Wartung und Instandhaltung von Güterwaggons effizienter zu gestalten und kostspielige Stillstandzeiten in den Zugbildungsanlagen deutlich zu verkürzen. Derzeit werden die Waggons aufwändig manuell auf ihre Betriebssicherheit und Verkehrstauglichkeit überprüft. Das nimmt vor jeder Fahrt bis zu vier Stunden in Anspruch. Durch den Einsatz digitaler Technik und die Automatisierung von Abläufen sollen die Überprüfungen auf lediglich 20 Minuten verkürzt werden. Sensoren, die an jedem Waggon installiert werden, sollen die notwendigen Echtzeitdaten für eine technische Überwachung sowohl im Stillstand als auch im fahrenden Zustand liefern, um daraus bevorstehende Schäden an Komponenten der Waggons abzuleiten. Auf Basis dieser Daten werden dann Maßnahmen für die Instandhaltung, den Betrieb und den Einsatz neuer Komponenten ergriffen. „Cluster forcieren die Zusammenarbeit unterschiedlichster Partner – in der For schung, in der Praxis und vor allem auch im Verbund von Forschung und Praxis. So werden neue und innovative Konzepte und Lösungen für Mobilität und Verkehr in Berlin-Brandenburg entwickelt und mit Hilfe digitaler Technologien zur Anwendung gebracht. Die Vielseitigkeit der Akteure in der Region und ihre Vernetzung im Cluster machen Berlin zu einem Showcase für Mobilität und Verkehr.“ Prof. Dr. Barbara Lenz DLR Institut für Verkehrsforschung, Clustersprecherin Berlin-Adlershof Perspektivisch ist die Einführung einer sogenannten Condition-based Maintenance (CBM) geplant – einer zustandsbasierten Wartung. Dies bedeutet: Wartungsvorgänge werden genau dann durchgeführt, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Regelmäßige Wartungsintervalle könnten so ganz entfallen. Durch die Umsetzung der INNOWAG-Projektergebnisse in die tägliche Betriebspraxis könnte demnach eine spürbare Erhöhung der Flottenverfügbarkeit und damit der Wirtschaftlichkeit des Schienengüterverkehrs gelingen. Zukunftsweichen gestellt: Der Bahntechnologie Campus Havelland Dass Berlin-Brandenburg in europäischen Forschungsprojekten von Shift2Rail so stark vertreten ist, ist kein Zufall. Die Region ist als traditioneller Standort der Schienenverkehrstechnik weltbekannt und gehört mit über 100 Unternehmen zu den bedeutenden Branchenzentren Europas. Die Bahnindustrie stellt einen wesentlichen Eckpfeiler der industriellen Landschaft in der Hauptstadtregion dar. Dazu gehören neben wichtigen Verkehrsbetreibern wie der Deutschen Bahn, der S-Bahn Berlin und der BVG, auch führende Systemhersteller wie Bombardier in Berlin und Hennigsdorf, Siemens in Berlin sowie Stadler in Berlin und Velten. Daneben verfügen Berlin und vor allem Brandenburg über eine umfangreiche Zuliefererstruktur, die von spezialisierten mittelständischen Unternehmen geprägt ist.

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